Blick hinter die Kulisse: Dario Di Bernardo bei der Eisherstellung
Ein hochkalorisches Vergnügen

Greven -

Es ist ein sonniger Vormittag. Ich laufe durch die Marktstraße, die noch zu schlafen scheint. Mit knurrendem Bauch betrete ich das Eiscafe „Fontanella“. Dario Di Bernardo und seine Frau Elena Tcherpak begrüßen mich warmherzig.

Samstag, 22.06.2019, 09:18 Uhr aktualisiert: 24.06.2019, 15:39 Uhr
Dario Di Bernardo mit seiner Frau Elena Tcherpak in ihrem Eiscafé „Fontanella“ – die beiden leben für das Eis.

Hinter dem Tresen stehend meint Di Bernardo „Vanille ist fast Gesetz.“ Während er und Elena Tcherpak das Lokal auf Kundschaft vorbereiten erklärt er mir, dass Vanilleeis sowohl als Basis für verschiedene Kreationen verwendet wird, als auch in jeden Eisbecher gehört. Tcherpak nennt mir die liebsten Eissorten der Kinder: Oreo-Eis, Joghurteis, Schoko-Minzeis und Zitroneneis. Nur eine kleine Auswahl aus 27 Sorten Eis, die Di Bernardo bisher hergestellt hat. Nur vom Erzählen läuft mir das Wasser im Mund zusammen und ich freue mich, als Di Bernardo mich in den Keller mitnimmt.

„Hier beginnt die Produktion“, sagt Di Bernardo. Im Raum stehen drei kleine Eismaschinen und eine große. Wir benötigen für das Eis, was er jetzt herstellen will, die Große, da in den Sommermonaten die Nachfrage an einer kalten Erfrischung steigt. Dann legt er los und erklärt die Unterschiede zwischen Frucht- und Milcheis.

Zuerst bereitet er Erdbeereis zu. Das besteht unter anderem aus Erdbeernatursaft, einem bestimmten Zucker und frischen Erdbeeren. Die Erdbeeren kauft er regional, denn wie Di Bernardo mit einem Lächeln auf den Lippen meint: „In Spanien scheint zwar die Sonne häufiger, dafür fehlt es dann aber an Geschmack.“ Di Bernardo lässt die Erdbeeren im übrigen über Nacht stehen. „Das sorgt für einen besseren Geschmack.“ Nach dem Vermengen der Zutaten wird die entstandene Masse für zehn Minuten in die Eismaschine gegeben. In der Zwischenzeit wäscht Di Bernardo seine Utensilien fachmännisch ab, denn Sauberkeit ist ihm sehr wichtig. Nachdem das Eis genug in der Maschine herumgeschleudert wurde, wird es in Behältnissen verpackt und sorgfältig beschriftet in die Kühlung gegeben – so erhält es eine perfekte Konsistenz.

Nach dem Reinigen zeigt mir Di Bernardo die schon vorbereiteten Grundlagen für das Cookie-Eis: eine Vanilleeismischung und eine Nougat-Keks-Masse – beides von Hand zubereitet. Das aus Vollmilch, Zucker, frischen Vanilleschoten und etwas Aroma bestehende Eisgemisch kommt wieder für zehn Minuten in die Eismaschine. Danach muss Di Bernardo das Eis und die Cookiemasse so vermengen, dass jeder Kunde gleichviel Keks und Eis in seiner Waffel haben wird. Ich darf, so wie bei allen anderen Sorten auch, probieren. Und was soll ich sagen? Man schmeckt den kalorischen Wert heraus – und das ist gut so.

Die Eisherstellung ist jedoch nicht immer ein Zuckerschlecken. Man muss süß und sauer im richtigen Verhältnis zueinander kombinieren und „nicht jede Sorte ist kompatibel mit Zucker oder Milch“, erklärt Bernardo. Er lässt sich dadurch nicht beirren und versucht immer wieder neue Kreationen zu schaffen. Für Ideen lässt er sich durch Werbung inspirieren oder er probiert auch einfach mal drauf los – dafür aber in kleineren Portionen.

Der gebürtige Italiener Di Bernardo führte 38 Jahre lang ein Eiscafé in Ostbevern. Nach Greven kamen er und seine Frau im vergangenen Jahr, um das von seiner Tante betriebene „Fontanella“ zu übernehmen. „Die vergangenen zwei Jahre hatte ich keinen Urlaub. Freie Tage habe ich auch nicht, aber wenigstens ein paar Stunden“, sagt mir Di Bernardo mit einem Augenzwinkern. Man merkt ihm und seiner Frau an, dass ihnen das Eiscafé am Herzen liegt. Und das, wo beide doch einen Full-Time-Job haben mit bis zu 15 Stunden am Tag.

Mit vollem Bauch und einer gewissen Zufriedenheit in mir – die man sicherlich dem Eis zuschreiben kann – will ich mich auf den Weg zurück zur Redaktion machen. Ich spreche an, dass ich mich sehr wohl aufgehoben gefühlt habe. Elena Tcherpak bestätigt mich: „Dario findet immer einen Draht zu Menschen. Er zaubert jedem ein Lächeln ins Gesicht.“ Di Bernardo meint: „Man muss ein bisschen Spaß machen, denn das Leben ist ernst genug“ und verabschiedet sich mit „Ciao Bella!“

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