St. Martinus-Gemeinde lud ein zum Vortrag über „Frauen – Macht – Kirche“
„Da protestiert die Mitte der Kirche“

Greven -

Sie folgten der Einladung – und zwar viele. Sogar viel mehr als erwartet. Pastoralreferent Tobias Busche musste für zusätzliche Stuhlreihen im Haus Liudger sorgen. Denn am Donnerstagabend kamen fast 50 Frauen und Männer, um den Vortrag „Frauen – Macht – Kirche“ zu hören.

Freitag, 17.05.2019, 18:47 Uhr aktualisiert: 17.05.2019, 18:50 Uhr
Bei den Fragen „Wer von Ihnen hat die eigene Erstkommunion-Katechese durch einen Priester erfahren? Und wer war selbst als Katechetin tätig?“ schnellten die Finger im Publikum zahlreich hoch. Foto: Pia Weinekötter

Busche erkannte: „Das Thema bewegt.“ Ein Vortrag zur Rolle der Frauen in der Kirche trifft in der Maria 2.0-Woche genau den Nerv.

Dr. Andrea Qualbrink, die über Frauen in kirchlichen Leitungspositionen promoviert hat, erklärte: „Das Thema liegt mir sehr am Herzen.“ Mit zwei einfachen Fragen an ihre Zuhörerinnen und Zuhörer verdeutlichte sie die Relevanz von Geschlecht in Tätigkeiten in der Kirche: „Wer von Ihnen hat die eigene Erstkommunion-Katechese durch einen Priester erfahren? Und wer war selbst als Katechetin tätig?“ Jeweils eine Vielzahl von Fingern schnellten nach oben.

Unter der Überschrift „Maria 2.0 & Co.“ folgte ein kurzer Abriss der verschiedenen Initiativen und Dynamiken, die die katholische Kirche bewegen. Dabei stellt sie klar: „Da protestiert die Mitte der Kirche.“

Beim Blick auf die Rechte der Frauen in der Kirche erklärt die Referentin: „Sie gelten als gleichwürdig. Gleichberechtigt sind sie allerdings nicht.“

Und zum Macht- und Machtmissbrauch legt sie dar, dass Macht und Weihe eng miteinander verknüpft sind und Macht in den hierarchischen Strukturen sowohl genutzt als auch missbraucht werden kann. Beim geschichtlichen Diskurs über das zweite Vatikanische Konzil wird klar, dass zwar zum ersten Mal eine Gleichheit und Gleichwürdigkeit aller getauften Menschen anerkannt, aber an der hierarchischen Struktur festgehalten wurde und Frauen von kirchlichen Weihe- und damit auch den höchsten Macht-Positionen ausgeschlossen blieben.

So stellt Qualbrink mit „Kirche 4.0“ die Frage nach der Perspektive der katholischen Kirche angesichts von Kirchenaustritten, Protesten von tief in der Kirche verwurzelten Laien sowie einem massiven Verlust an Glaubwürdigkeit und gesellschaftlicher Relevanz.

Aufgeben und Austreten sei keine Option, vielmehr das Ringen um die Sache und der Blick auf das bereits Erreichte: „Vieles ist noch möglich.“

Bei der anschließenden intensiven Diskussion wurde die Position der Frau in der evangelischen Kirche ebenso angesprochen wie die Ökumene und die Anerkenntnis, dass es unterschiedliche Ansichten zur Frauenposition in der Weltkirche gibt.

„Einheit mit Vielfalt gestalten“ passte dann als Schlusswort, bei dem Andrea Qualbrink den Blick auf das Jesus-Bild lenkte, der sein Kreuz als Sprungbrett nutzt: „Da hängt keiner, da springt einer!“

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