Friedenstreppe an der Josefgrundschule eingeweiht
Vier Schritte zur Versöhnung

Greven -

Wenn das alles so einfach wäre, wie in der Josef-Grundschule. Da gibt es jetzt eine Friedenstreppe.

Freitag, 17.05.2019, 11:53 Uhr aktualisiert: 17.05.2019, 12:00 Uhr
Nachdem Schülersprecherin Julia Alves und Schulleiterin Anne Sprakel das symbolische Band durchschnitten hatten, standen Elternvertreter, Sponsoren und Bürgermeister im Konfetti-Regen. Foto: Oliver Hengst

„Die leihen wir uns aus für die nächste Ratssitzung“, scherzte Bürgermeister Peter Vennemeyer nach dem kleinen Festakt. Wobei: So ganz abwegig ist der Gedanke gar nicht. Im Rathaus und auch in der Politik könnte eine Friedenstreppe, wie sie die Josefsgrundschule nun hat, durchaus hilfreiche Dienste leisten, hatte Grevens erster Bürger schon zuvor in der offiziellen Rede betont. „Sich auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam das Gespräch suchen“, so Vennemeyer, sei in vielen Lebenslagen ratsam. „Streit ist ja immer doof“, sagte er den Kindern. „Toll, super, dass ihr jetzt so etwas habt.“

Die Einweihung der Friedenstreppe an der Grundschule St. Josef feierten die Kinder, für die sie letztlich bestimmt ist, in großem rahmen: mit voller Kapelle in der Turnhalle.

Dort stellten Schülersprecherin Julia Alves und Mitschülerin Lenja Pfitzner vom Schülerparlament den Gästen das Prinzip vor: Auf Stufe eins schildert man seine Sicht der Dinge, auf Stufe 2 wiederholen die Konfliktpartner das Gehörte, noch eine Stufe höher einigt man sich auf eine Lösung, um sich ganz oben, auf Stufe vier, wieder zu vertragen.

Den Kindern musste man das Verfahren nicht mehr vorstellen. Sie haben die Treppe, die seit einigen Wochen im Eingangsbereich des Schulgebäudes steht, bereits ganz selbstverständlich in Beschlag genommen. „Sie ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken“, sagte Schulleiterin Anne Sprakel zu der von Venschott gebauten Neuerung. „Die Treppe ist schon eifrig in Gebrauch.“

Die Idee zur Friedenstreppe hatte Lehrerin Anja Brockfeld aus Bayern mitgebracht. „Beide gewinnen“, sagte sie zum Prinzip der Konfliktlösung. Die Kinder würde die Treppe ganz selbstständig nutzen, ohne Termin, ohne regulatorische Hilfe von Lehrern, einfach dann, wenn es nötig ist. Vorstufen dieser Art der Konfliktlösung gibt es an der Schule schon länger. „So eine Holztreppe ist total anschaulich und konkret.“

„Wir hatten schon etliche Streitigkeiten auf dem Schulhof“, sagte Anne Sprakel. Doch niemand wolle mit schlechten Gedanken nach Hause gehen. Die Treppe sei daher ein tolles Instrument, Konflikte rasch aus dem Weg zu räumen. Sie dankte der Kreissparkasse (bei der Einweihung vertreten durch Christian Tophoff) und dem Förderkreis, die die Anschaffung möglich gemacht hatten.

Für Monika Wiesmann aus dem Schulleitungsteam ist die Treppe ein wichtiger Baustein im Bestreben, „Kinderrechte an der Schule zu leben“. Die Josefsschule sei Kinderrechte-Schule, dazu gehöre auch das Recht auf ein möglichst konfliktarmes Miteinander.

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