Osterbräuche aus vielen Kulturen in Greven
Rutenschläge für die Lebenskraft

Greven -

Andere Länder, andere Bräuche. Grevener berichten davon, wie Ostern in ihrer alten Heimat gefeiert wurde.

Sonntag, 21.04.2019, 12:17 Uhr aktualisiert: 21.04.2019, 13:00 Uhr
Auch ein Osterbrauch: Floristin Lisa Borkert verkauft vor Ostern viele Gestecke – mit Osterhasen. Foto: Günter Benning

Frauen, die mit Ruten geschlagen werden. Duelle mit Ostereiern. Und Prozessionen durch ganze Städte - andere Länder, andere Ostersitten. Eine Umfrage in Grevens Innenstadt ergab Erstaunliches über Traditionen und Bräuche anderer Kulturen.

Alain Schmidt, Besitzer des Restaurants Brooklyn‘s Deli an der Alten Münsterstraße, erzählt, dass in Tschechien mit bunten Bändern verzierte Weidenruten geflochten oder auf Märkten in Prag gekauft werden. Damit wurden Frauen und Mädchen früher vorsichtig auf Rücken und Beine geschlagen. Die Lebenskraft und die Stärke der jungen Weidenzweige soll dabei auf die berührte Person übergehen.

„Das machen wir heute allerdings nicht mehr so“, sagt Schmidt lachend. Trotzdem werden die Tschechinnen der Tradition nach noch auf den Straßen mit Wasser begossen. Das artet laut Schmidt heute allerdings immer mehr zu einer großen Wasserschlacht aus.

In Bulgarien, berichtet Passant Kevin Schneider, treten alle Familienmitglieder im Eierschlagen gegeneinander an. Derjenige, dessen Ei heil bleibt, ist der Gewinner und soll als das erfolgreichste Mitglied der Familie im kommenden Jahr gefeiert werden.

Italien zelebriert das „Pasqua“-Fest hingegen am traditionellsten. Dario Fontanella, Besitzer der Eisdiele Fontanella an der Marktstraße, berichtet über eine Prozession durch die Stadt am Karfreitagabend. Außerdem wird an Karfreitag kein Fleisch und nur leichte Kost mit frischem Fisch gegessen. Das gilt für jeden Freitag der Fastenzeit. Am Sonntag dann wird ein Gebäck, „Columba“ genannt, aufgetischt. Es ähnelt einem Osterlamm, allerdings in Taubenform. Die Kinder bekommen dazu ein großes Überraschungsei - wie die deutschen Ü-Eier.

Die Facebook-Userin „Maria“ beschreibt ein ganz anderes Osterfest. Ihre Familie kommt aus der Südost-Türkei. Sie sind Aramäer und gehören der syrisch- orthodoxen Kirche an. Für sie ist Ostersonntag erst am 28. April.

In der Fastenzeit leben die Aramäer vegan, aber Meeresfrüchte dürfen gegessen werden. Vor Ostern färben sie nicht nur die Eier bunt, sondern machen dazu selbst Käse, Milchreis und ein traditionelles aramäisches Gebäck - Klitscha.

„Am 25. März binden wir den sogenannten Siboro, ein weiß-rotes geflochtenes Band, um unser Handgelenk. Das Datum ist nicht ohne Grund der 25. - es ist genau neun Monate vor der Geburt Jesus Christus. Der Siboro wird entweder nach Ostern verbrannt oder bis Weihnachten getragen.“ Ostermontag ist dann der Gedenktag für die Verstorbenen.

Während in anderen Ländern das christliche Fest also mehr traditionell gefeiert wird, war die Antwort auf die Frage, wie man denn Ostern feiere, bei den jungen deutschen Befragten eher einsilbig: gar nicht. „Wir machen nur noch ein gemeinsames Frühstück“, sagt etwa Tristan Tiemann. „Und nicht mal mehr Eiersammeln.“

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