Lucien Stephenson fährt seit drei Jahren elektrisch durch ganz Europa
Stromern ohne Reichweitenangst

Greven -

Lucien Stephenson macht mit seiner Firma „Snow Business“ viel Schnee. Ein Profi-Geschäft, vor allem für die Filmbranche, das den Chef der Grevener Firma zu zahlreichen Dienstfahrten durch Europa zwingt. Seit einigen Jahren fährt er E-Auto.

Samstag, 12.01.2019, 17:15 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 16:50 Uhr
Lucien Stephenson mit seiner Teslalimousine: 428 PS und einer Maximalgeschwindigkeit von 250 km/h. Das Stromauto beschleunigt von 0 auf 100 in 4,4 Sekunden. Satte Leistung! Foto: döbn

WN-Mitarbeiter Simon Döbberthin sprach mit ihm über seine Erfahrungen mit dem Stromer.

Stephenson: Ein Bekannter von mir hat von Tesla geschwärmt. Ich bin dann mal probegefahren und habe mir sofort einen bestellt. Es gab nichts Vergleichbares. Die Technik war toll. Was ich mir gekauft habe, ist ein „iPad auf Rädern“. Ich war nie ein Autofreak, bis ich in den Tesla eingestiegen bin.

Stephenson: Nicht wirklich. Die riesigen Mengen an Batterien sind auch irgendwann Müll. Letztendlich sind es nicht die Autos, die die Umwelt verschmutzen, sondern es sind Massentierhaltung und Containerschiffe mit ihren Emissionen. Wenn wir alle umweltfreundlich wären, dann wären wir alle vegan. Für mich war es die Technik, die mich überzeugt hat. Ich bin bisher immer VW Bulli gefahren – einen Diesel. Früher hat man gesagt, dass die Dieselfahrzeuge super sind. Jetzt sagt man, dass das nicht stimmt. Die Politik lügt.

Stephenson: Mein erster Tesla hat 104 000 Euro gekostet, der aktuelle 112 000. Man muss die geringen laufenden Kosten bedenken, da ich an öffentlichen Säulen nicht für den Strom bezahlen muss.

Stephenson: Definitiv ja. Es hat zwei Kofferräume, vorne und hinten.

Stephenson: Der Tesla hat die größte Reichweite. Bei gutem Wetter und mäßiger Fahrt auf der Autobahn habe ich eine Reichweite von 500 Kilometern. Wenn es draußen kalt ist, entlädt sich die Batterie schneller – wie beim Handyakku. Ich kann bis nach Sizilien, nach Kroatien, zum Nordkap und bis nach Malaga fahren und das ist alles im Autopreis inbegriffen. Ich zahle nichts für den Strom, nur wenn ich es hier an der eigenen Steckdose lade. Meine längste Strecke an einem Tag waren 1500 Kilometer.

Stephenson: Um komplett vollzuladen, müsste ich beim „Tesla Supercharger“ eine Stunde und zwanzig Minuten laden. An anderen Ladestationen, beispielsweise von „NewMotion“, können es acht bis neun werden.

Stephenson: Ja, ich habe keine Angst, dass mir der Strom ausgeht. Deutschlands Netz ist für Tesla gut geeignet. Es gibt eine App, über die ich mir die nächsten Ladestationen anzeigen lassen kann. Wenn man den Wagen unbeabsichtigt leer fährt, dann ist man dumm.

Stephenson: Ich nehme Zürich gerne als Beispiel, weil ich da oft hinfahre. Das Auto errechnet den Weg wie bei einem normalen Navi, aber es bezieht die Zeit an den Ladestationen mit ein. Neben den „Superchargern“ von Tesla gibt es noch viele weitere öffentliche Ladesäulen. Ich hab von den Stadtwerken Osnabrück eine kleine Karte, womit ich an jeder öffentlichen Station laden kann.

Stephenson: Am Starkstromstecker bei „Snow business“ kann ich in einer Stunde genug für 52 Kilometer Reichweite laden – an Schnellladesäulen von Tesla reicht eine Stunde für 400 Kilometer. Mein Auto ist ein Firmenwagen, aber wir laden in Osnabrück an einer öffentlichen Ladesäule. Mittlerweile gibt es eine Whatsappgruppe, in der sich alle Benutzer absprechen, wann sie die Säule brauchen.

Im Februar 2015 hatte ich meine erste Probefahrt. Vorher bin ich einen T5-Multivan gefahren, aber jetzt fahre ich nur noch ungern damit – er ist laut, stinkt und ist langsam.

Stephenson: Das Auto kriegt Updates. Bei der Bestellung hatte es weniger Leistung als bei der Auslieferung. Und nach sechs Monaten kam die Autopilotfunktion. Mittlerweile ist Tesla so weit, dass die neuste Version bereits autonom fahren könnte. Das ist gesetzlich noch nicht genehmigt. Außerdem sind die Autos sehr sicher. Es gibt beispielsweise eine große Knautschzone. Was Tesla von allen anderen Elektroautos abhebt, ist das Schnellladenetzwerk. Ich bin von  Oberhaching nach Osnabrück gefahren und musste nur einmal für eine Stunde laden.

Stephenson: 120 000 Kilometer. Im Jahr fahre ich etwa 40 000 Kilometer. Ich habe keine „Reichweitenangst“ mehr. Ich weiß, wie sich das Auto verhält und worauf ich achten muss.

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