Hervorragendes Trio im Ballenlager Feinste Kammermusik

Greven -

Feinste Kammermusik gab es beim zweiten Konzert von Greven-Klassik am Sonntag im leider nicht so gut besuchten Konzert im Ballenlager. An der Qualität der drei Musiker kann es nicht gelegen haben, dass dieses Konzert nicht die adäquate Resonanz bei den Musikliebhabern gefunden hat.

Von Axel Engels
Koh Gabriel Kameda, Thorsten Schmid-Kapfenburg und Elisabeth Fürniss begeisterten das Publikum im Ballenlager. Ein Konzert, das mehr Zuhörer verdient gehabt hätte.
Koh Gabriel Kameda, Thorsten Schmid-Kapfenburg und Elisabeth Fürniss begeisterten das Publikum im Ballenlager. Ein Konzert, das mehr Zuhörer verdient gehabt hätte. Foto: Axel Engels

Denn die Besucher erlebten einen Abend, bei dem im wahrsten Sinne des Wortes musiziert wurde, wo das Programm, neben zwei allseits bekannten Werken von Beethoven und Brahms, überaus interessante innovative Werke von Fazil Say und Thorsten Schmid-Kapfenburg beinhaltete. Die Violoncellistin Elisabeth Fürniss sowie der Pianist Thorsten Schmid-Kapfenburg sind durch ihre Arbeit an der Münsteraner Musikhochschule und an den Städtischen Bühnen Münster ja bestens bekannt. Und auch der Violinist Koh Gabriel Kameda verfügt über einen exquisiten Ruf.

Mit Ludwig van Beethovens „Klaviertrio op. 1 Nr.3 c-Moll“ eröffneten die drei Musiker den Abend. Unter den Frühwerken Ludwig van Beethovens nimmt dieses Klaviertrio eine Sonderstellung ein. Sehr emotional und gleichsam sinfonisch angelegt glänzt es durch Intensität und starke Kontraste innerhalb der einzelnen Sätze. Sehr verhalten spielte das Trio dieses Werk, wollte wohl den thematischen Zusammenhang der einzelnen Sätze mehr in den Vordergrund stellen. Dadurch erhielt dieses Trio ein sehr transparentes Gewand, konnten sich die drei Musiker auf den oftmals filigran angelegten Dialog konzentrieren. Klangfülle und starke Kontraste vermisste man wohl gelegentlich, aber dafür bestachen die drei Musiker durch eine exquisit lyrische Melodiegestaltung.

Besonders im langsamen Satz mit seinen Variationen wussten sie das Publikum von ihrer eigenen Ausgestaltung zu überzeugen. Danach gab es mit „Dört Sehir (Four Cities) für Violoncello und Klavier“ von Fazil Say ein innovatives Werk, das mit seiner stilistischen Vielfalt und klangmalerischen Erzählweise fesselte.

Dieses innige Miteinander setzte sich nach der Pause bei den „9 Miniaturen für Violoncello und Klavier“ von Thorsten Schmid-Kapfenburg fort. Der Komponist und Pianist zeigte dabei im Zusammenspiel mit Elisabeth Fürniss eine intensive und trotzdem bis ins kleinste Detail stimmige Wiedergabe seines Werkes, offenbarten sich die so differenten Miniaturen in einem jeweils charakteristischen Gewand.

Höhepunkt des Abend war wohl das „Klaviertrio Nr. 1 op. 8 H-Dur für Violine, Violoncello und Klavier“ von Johannes Brahms. Hier kosteten die Musiker die ganze klangliche Vielfalt ihrer Partien aus. Intensiv spielten sie den Eingangssatz, elegant und spritzig das Scherzo und sehr lyrisch bestimmt das langsamen Adagio. Bei großen Finalsatz konnten sie ihrer Lebendigkeit und Spielfreude freien Lauf lassen, setzten ihre Virtuosität und technische Versiertheit ganz in den Dienste des musikalischen Ausdrucks. Damit präsentierten sie sich von reifen und stilistisch sicheren Seite, konnten ihre gestalterischen Qualitäten bestens einbringen.

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