Rüdiger Panteleit macht Musik und fährt Motorrad Die Reckenfelder Rockröhre

Reckenfeld -

Vom Sopran zur Rockröhre – das geht tatsächlich. Der Lebensweg von Rüdiger, seine Freunde nennen ihn auch Rudi, Panteleit beginnt in Gütersloh. Da der kleine Rüdiger als Kind schon gerne singt und eine gute Stimme besitzt, kommt er ab dem zehnten Lebensjahr in den Bielefelder Kinderchor. Dort bekommt er eine Ausbildung zum Solisten. „Drei Jahre, bis zum Stimmbruch, habe ich da im Chor mitgesungen. Wir traten in Osaka/Japan, den USA und in vielen Staaten in Europa auf“, erzählt er.

Von Rosemarie Bechtel
Das Motorradfahren gehört zu den großen Leidenschaften des Reckenfelders.
Das Motorradfahren gehört zu den großen Leidenschaften des Reckenfelders. Foto: Rosemarie Bechtel

Als Solist aufzutreten, fand er gar nicht so schlimm, aber: „Wenn wir dann wieder zurück in die Chorgruppe treten mussten, war das eine echte Herausforderung. Man durfte dem Publikum natürlich nicht den Rücken zukehren, also ging es im Rückwärtsgang wieder an den angestammten Platz. Da durfte man auf keinen Fall stolpern.“ Die Proben mit dem Chor, besonders direkt vor den Auftritten, waren schon anstrengend, aber wer gerne singt, nimmt das in Kauf.

Jedoch kam sein Stimmbruch sehr früh, aber er blieb der Musik treu, brachte sich selbst das Gitarrenspiel bei, sang alleine, suchte sich irgendwann eine Tanzband. „Aber das war nicht das Richtige für mich. Ich stand eher auf Rock und fand 2007, wir wohnten damals in Münster, die Band „Around and Around“. Die machen Musik der 60-er bis 80-er Jahre. Eben Rock und Pop, das ist genau mein Ding“.

Irgendwann sollte es ein eigenes Haus für ihn und seine Familie geben, und das fand er nach dreijähriger Suche in Reckenfeld, wo die Panteleits seit 2005 leben.

Und da spielte der Zufall, wie öfter im Leben, wieder mal eine Rolle. Für den Rücken gab es Wassergymnastik, und diesen Kurs leitete seinerzeit Viola Dömer. „Die stand am Beckenrand und sang alles mit, was da aus der Musikbox kam“. Der Hobbymusiker, der beruflich nach seiner Zeit als Zeitsoldat in die Versicherungsbranche wechselte, fand die Stimme gut, fragte ein wenig nach und erfuhr, dass Viola gemeinsam mit Ehemann Jörg Dömer musiziert. „Da konnte man mehr draus machen, fand ich. 2013 setzten wir uns zusammen, unser erster gemeinsamer Auftritt fand im Küchenstudio Reichhardt in einem kleinen Kreis statt“, erinnert er sich.

Schnell gab eine ständig wachsende Fangemeinde für das Trio, das unter dem Namen „The Capodasters“ auftritt. Seit einigen Jahren spielt diese Band nach dem Reckenfelder Weihnachtsmarkt in Reckenfeld im Deutschen Haus. Die Party ist ein echter Magnet. „Doch in diesem Jahr können die Dömers nicht, da gibt es um diesen Zeitpunkt herum Nachwuchs. Aber die Party dort im Deutschen Haus wird nicht ausfallen. Ich komme mit „Around and Around“. Und dann werden wir den Saal zum Rocken bringen“, verrät Panteleit. Mit dieser Band kann er so richtig die „Rockröhre“ geben.

Diese Band, und auch die Capodasters, sind schon einige Male für den so genannten „guten Zweck“ aufgetreten. Auch das ist etwas, das dem 58-Jährigen sehr am Herzen liegt. Etwas für Leute tun, die vom Leben gesundheitlich nicht begünstigt sind.

Mit seiner alten Motoguzzi mit Seitenwagen ist er einmal im Jahr dabei, wenn Menschen mit Behinderungen bei einer großen Aktion mit vielen Motorradfahren mitgenommen werden. „Wir waren bis zum letzten Jahr drei Motoguzzifahrer hier auf der Adlerstraße. Jetzt sind wir leider nur noch zwei“. Aber nicht nur bei der großen Motorradaktion ist der zweifache Familienvater mit dabei. Wenn er von kranken Menschen hört, die den Wunsch haben, einmal mit dem Motorrad oder im Seitenwagen zu fahren, steht er parat. „Das ist für mich eine echte Herzenssache“, bekräftigt er.

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