Minnebusch-Siedlung Westend: Die Kneipe war als erste fertig

Greven -

Anfang der 50er-Jahre wurden die ersten Häuser im Grevener Westen in der „Minnebusch-Siedlung gebaut. Im Januar 1959 beschloss der Hauptausschuss des Rates der Stadt, der neuen Siedlung den Namen „Anton-Minnebusch-Siedlung“ zu geben, um die großen Verdienste des gerade verstorbenen Bürgermeisters Anton Minnebusch angemessen zu würdigen.

Von Hans-Dieter Bez
An der Stettiner Straße wurde der Gedenkstein aufgestellt, inmitten einer bepflanzten Anlage.
An der Stettiner Straße wurde der Gedenkstein aufgestellt, inmitten einer bepflanzten Anlage. Foto: Bez

Die Firma „J. Schründer und Söhne“ wollte nach dem Krieg ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zur Schaffung von eigenem Wohnraum geben. Deshalb kaufte sie im August 1949 den etwa 350 Jahre alten Bauernhof Laue, etwa 42 Hektar groß..

Auch die Stadt Greven hatte zu dieser Zeit große Wohnraum-Probleme wegen der vielen Flüchtlinge und Vertriebenen und wegen der Räumung des Nordviertels. Darum kaufte sie auf Initiative ihres Bürgermeisters Anton Minnebusch (Sein Motto: „Nich soviell küern, mähr müern!“) der genannten Firma den größten Teil der Fläche des Hofes Laue ab und stellte sie Bauwilligen als Bauland zur Verfügung.

Da es sich hierbei um einen Außenbereich handelte, musste die Möglichkeit der Bebauung erst durch Verhandlung mit dem Regierungspräsidenten geschaffen werden. Dann erfolgte noch in den 1950er Jahren zuerst die Erweiterung der Siedlung „Schründerring“ (1929 waren dort die ersten Häuser bezogen worden), ab den 1960er Jahren die Bebauung in der „Minnebuschsiedlung“. Die Straßennamen dieser Siedlung erinnern an Städte der ehemaligen deutschen Ostgebiete.

Im Januar 1959 beschloss der Hauptausschuss des Rates der Stadt, der neuen Siedlung den Namen „Anton-Minnebusch-Siedlung“ zu geben, um die großen Verdienste des gerade verstorbenen Bürgermeisters Anton Minnebusch angemessen zu würdigen.

Zu den ersten bezugsfertigen Häusern der Siedlung gehörte die Gaststätte „Zum Westend“ (heute „Zur Nordkurve“), wo sich die noch Hausbauenden mit den Bewohnern der Siedlung abends oder sonntags trafen.

Im Januar 1965, die Hälfte der Häuser der Siedlung war fertig und bezogen, fand die Gründungsversammlung der Siedlergemeinschaft statt. Man beschloss, ihr den Namen „Siedlergemeinschaft Anton Minnebusch“ zu geben. Zugleich wurde festgelegt, die Mitgliedschaft im „Deutschen Siedlerbund“ (Landesverband Westfalen-Lippe) zu beantragen.

Zum Vorsitzenden der neuen Siedlergemeinschaft wurde Günter Kaufmann gewählt, zum 2. Vorsitzenden Manfred Bittermann. Eine der ersten Vereinsaktivitäten der Gemeinschaft war die Schaffung einer Gedenkstätte. Deshalb kaufte man im April 1967 von Anton Beuing einen großen Findling und beschriftete ihn mit „Anton Minnebusch / Zum Gedenken“. Er wurde an der Stettiner Straße aufgestellt inmitten einer bepflanzten Anlage.

Die feierliche Einweihung der Gedenkstätte und Enthüllung des Gedenksteins fand am 7. Mai 1967 im Beisein vieler Ehrengäste statt. Bürgermeister Aloys Wähning und der damalige Vorsitzende der Siedlergemeinschaft hielten Ansprachen, der Männergesangverein Concordia umrahmte die Feierstunde mit Liedern. Änne Minnebusch, die Witwe des ehemaligen Bürgermeisters Anton Minnebusch, wurde zum Ehrenmitglied der Gemeinschaft ernannt.

Die Siedlergemeinschaft besteht bis heute, sie hat sich dem „Verband Wohneigentum NRW“ angeschlossen. Ihre Vorsitzende ist Hannelore Wiesmann. Zurzeit gehören der Gemeinschaft 125 Familien an, die sich mehrmals im Jahr zu Veranstaltungen treffen.

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