Gisela Sperling genießt das Leben im Freien „Garten ist ständig in Bewegung“

Reckenfeld -

Die 2018er Ausgabe der „Kunstvollen Gärten“ in Reckenfeld: Auch Gisela Sperling war nebst Gatte Jürgen wieder dabei. Aber: „Das war mein Ausstand“, sagt sie entschlossen.

Von Oliver Hengst
Gisela Sperling in ihrem Garten, der viele Gesichter hat. Wildromantische Ecken hier, lauschige Sitzplätze am Wasser dort – von überall aus eröffnen sich neue Blickrichtungen und Perspektiven.
Gisela Sperling in ihrem Garten, der viele Gesichter hat. Wildromantische Ecken hier, lauschige Sitzplätze am Wasser dort – von überall aus eröffnen sich neue Blickrichtungen und Perspektiven. Foto: Oliver Hengst

Von Beginn an war sie im Organisationsteam eingebunden – nun will sie sich ein bisschen mehr Zeit freischaufeln und diese genießen. Ihr ganzes Arbeitsleben lang war für Durchschnaufen kaum Zeit, nun aber will sie es endlich etwas ruhiger angehen lassen. Oder zumindest über ihre Zeit mehr selbst bestimmen können.

Denn dass Gisela Sperling es mal wirklich ruhig angehen lässt – eigentlich schwer vorstellbar. Zu quirlig ihr Temperament, zu überquellend ihre Kreativität. Sie hat immer etwas zu tun, und genau dafür braucht auch sie: na klar, Zeit. Für ihre vielen Hobbys, zum Beispiel Flohmärkte in Holland nach Brauchbarem und Dekorativem durchstöbern. Und aus altem Porzellan Etageren bauen, etwa für Gebäck. Oder Marmeladenrezepte erfinden, abwandeln, verfeinern. „Alles, was Platz bietet, steht voll mit Marmelade“, sagt sie und öffnet die Tür zu einem Zimmer, das wie ein Verkaufsraum einer Confiserie aussieht. Früher war dies mal ein Gästezimmer.

Beim Organisieren der Kunstvollen Gärten müssen sie künftig also ohne Gisela Sperling auskommen. „Ein halbes Jahr geht pro Event drauf“, sagt sie. Von den ersten lockeren Gesprächen mit Gartenbesitzern, die mitmachen könnten, bis zum Herrichten des eigenen Gartens für Besucher – viel Arbeit wird hinter den Kulissen erledigt. Arbeit, die die Besucher allenfalls erahnen können. Arbeit, die jetzt mal andere machen dürfen.

Ihr Garten ist und bleibt ihr natürlich weiter wichtig. „Da ist ständig etwas in Bewegung“, sagt sie. Jüngst hat sie mit ihrem Gatten einen stark zugewachsenen Bereich freigelegt und dort einen neuen Sitzplatz geschaffen – wie es sie an vielen anderen Stellen des grünen Paradieses schon gibt. „Von jedem dieser Sitzplätze aus hat man eine andere Perspektive auf das Haus und den Garten“, sagt sie.

Auch einen kleinen Bauerngarten hat sie kürzlich angelegt. Dort erntet sie nun Kartoffeln, Kirschtomaten, Auberginen und mehr. Auch die Pimpinelle wächst dort, „ein altes Küchenkraut“, erklärt Gisela Sperling. Erst stand sie der unscheinbaren Pflanzen etwas skeptisch gegenüber, weil sie nicht so recht gedeihen wollte. „Jetzt hat sie mich aber überzeugt“, freut sich die Gartenbesitzerin. „Ich dachte erst, die ist ein bisschen frech – so wie ich früher.“

Mit weiteren großen Veränderungen im Garten ist jetzt erstmal Schluss. „Der Garten ist jetzt fertig“, sagt sie. Und schiebt etwas leiser hinterher: „Zumindest für dieses Jahr.“ In eben diesem Garten zieht sie sich regelmäßig zum Mittagschlaf zurück. „Egal welches Wetter.“ Tagsüber faulenzen, das kann sie sehr genießen. Und frisch ausgeruht geht es danach umso engagierter ans Werk. „Es heißt ja: Die Faulen werden abends fleißig“, sagt Gisela Sperling schmunzelnd.

Und fließig ist sie im Moment ganz sicher, denn nach dem Gartensommer ist vor dem Erntedankmarkt. Bei der diesjährigen Ausgabe am 29. September im Reckenfelder Ortskern ist sie wieder dabei, bietet an ihrem Stand, Marmeladen, Liköre, Säfte, Chutneys und mehr an. „Himbeeressig ist der Renner“, sagt sie. Beim Reckenfelder Weihnachtsmarkt ist sie auch vertreten. Und nach dem Winter? Steht ja schon wieder die neue Gartensaison ins Haus.

Sieht ganz so aus, als würde es mit dem Ausruhen erstmal nichts werden . . .

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