Grevener erlebt böse Überraschung beim Abendessen Metall aus der Bacon-Packung

Greven -

Rührei mit Bacon – soweit, so normal. Doch in der Portion Speck, die der Grevener für dieses Gericht in einem Supermarkt gekauft hatte, fand er zwei große Metalldrähte – überhaupt nicht normal. Das rief die Lebensmittelüberwachung des Kreises auf den Plan, die die Sache nun untersucht.

Von Günter Benning
Diese Drähte stammen laut Heinz P. aus Greven aus einer Bacon-Packung, die er am Samstagabend gekauft hat.
Diese Drähte stammen laut Heinz P. aus Greven aus einer Bacon-Packung, die er am Samstagabend gekauft hat. Foto: Privat

Er wollte sich am Samstagabend Rührei machen. Also schlug Heinz P. (Name v.d. Red. geändert) zwei Eier in die Pfanne und briet ein paar Scheiben Bacon an. Als er dann aber das leckere Rührei-Brot anbiss, stieß der Grevener auf Metall. Zwei etwa drei Zentimeter lange Drähte, die offenbar im Schinkenspeck versteckt waren. Heinz P.: „Was hätte da passieren können, wenn andere das nicht gleich gemerkt hätten?“

Von der Polizei zum Kundenservice

Heinz P. war sauer und beunruhigt. Später am Abend rief er bei der Polizei an, die sich aber für nicht zuständig erklärte. Am Montagmorgen wandte er sich an den Edeka-Laden, in dem er die Bacon-Packung gekauft hatte. Man verwies ihn an den Kundenservice der Einzelhandels-Kette. „Eher zufällig“, sagt er, „geriet ich dann auch noch an die Lebensmittelkontrolle des Kreises.“

„Es ist richtig, sich in solchen Fällen an uns zu wenden“, sagt Dr. Christoph Brundiers, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes in Steinfurt, „in der Regel überprüfen wir im Betrieb, wie und ob die Fremdkörper ins Produkt gekommen sind.“ Doch leider gelinge das nicht immer. Fremdkörper in Lebensmitteln seien immer eine „Verbrauchergefährdung“, sagt der Kreisveterinär.

Verpackungen aufbewahren

Wenn Betroffene die Verpackungen aufbewahrt haben, ließe sich immer feststellen, aus welchen Betrieben die Lebensmittel gekommen seien. Meistens würden, etwa bei bakteriellem Befall, ganze Chargen nach solchen Vorfällen aus dem Verkehr gezogen.

„Die Unternehmen kooperieren dabei in jedem Fall“, so Brundiers. Für sie seien Pannen wie die Drähte aus dem Bacon „der größte anzunehmende Unfall“.

Reaktion aus der Edeka-Zentrale

In der Edeka-Zentrale Rhein Ruhr erklärt man auf Anfrage dieser Zeitung, die Qualitätskontrolle habe nach der Nachricht aus Greven „sofort nach festgelegtem Standard“ reagiert. So sei auch der betroffene Grevener auf dem Laufenden gehalten worden. Und der Fleischlieferant sei um Aufklärung gebeten worden.

„Die Qualitäts- und Sicherheitsvorkehrungen des Lieferanten befinden sich auf dem aktuellen Stand der Technik. Hierzu gehören unter anderem auch Metalldetektoren“, teilt Pressesprecherin Svenja Terveer mit. „Der Lieferant versicherte uns, dass es während der Produktion der entsprechenden Charge zu keinerlei Auffälligkeiten gekommen sei. Zudem wurden die Rückstellmuster, die zu jeder Charge zurückbehalten werden, untersucht: Auch hier wurden keine Abweichungen festgestellt.“

Weitere Untersuchungen laufen

Zur weiteren Aufklärung müsse man den von Heinz P. reklamierten Artikel und den betreffenden Fremdkörper genauer analysieren, um „einen möglichen Eintragsweg zu simulieren“.

Doch Heinz P. besitzt Bacon und Drähte nicht mehr. Die seien von der Lebensmittelkontrolle abgeholt worden, sagt er. Dort werde man sich weiter um den Fall kümmern.

Fünf Euro Entschädigung

Im Abgabeprotokoll notiert er nach dem Verzehr des eisenhaltigen Bacons „leichte Verletzungen im Mundraum“.

Heinz P. hat nach der ganzen Aufregung einen Einkaufsgutschein von Edeka erhalten. Fünf Euro als Trostpflaster. „Großzügig“, meint er ironisch . . .

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