Schneiderei der Freilichtbühne Bis die Nadeln glühen

Reckenfeld -

Stoff, Faden, Nadel. Und jede Menge Talent. Damit stellen Reckenfelder viele Bühnenkostüme her.

Von Rosemarie Bechtel
Ein Teil der nähenden Damen, die pro Jahr immerhin bis zu 90 Kostüme anfertigen und daher auf weitere Mithilfe hoffen.
Ein Teil der nähenden Damen, die pro Jahr immerhin bis zu 90 Kostüme anfertigen und daher auf weitere Mithilfe hoffen. Foto: ros

Ohne Ehrenamtliche wäre an der Freilichtbühne in Reckenfeld Vieles nicht machbar. Die Bühne bietet „Hobbyarbeitsplätze“ in den unterschiedlichsten Bereichen, die unsere Zeitung in loser Folge vorstellt.

Stellen wir uns einmal vor: Da wird ein Kinderstück wie „Ronja Räubertochter“ aufgeführt und die Schauspieler haben ihre ganz normale Alltagskleidung an. Undenkbar, oder?

Damit die großen und kleinen Akteure auf der Bühne das passende Outfit haben, wird in der Bühnenschneiderei genäht, bis die Nadeln glühen. Es gibt einen harten Kern von etwa zehn Frauen, die ihre Freizeit in der Nähstube verbringen.

„Nähen ist ein tolles Hobby“, wirbt die „Chefin“ der Schneiderei Gudrun Maslanka. Sie und ihr Team wünschen sich weitere Mitstreiterinnen. „Wer Lust hat, seine Kreativität für die Bühne einzusetzen ist in unserer Runde herzlich willkommen“, wirbt sie. Grundkenntnisse im Umgang mit der Nähmaschine sollte man haben – und Kreativität, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit.

In der Schneiderei gibt es ein großes Stofflager. Aber in jedem Jahr müssen auch Stoffe dazu gekauft werden, je nachdem welche Vorstellungen die Regie für die Kostüme vorgibt. Die spricht die Wünsche mit der Schneiderei ab. Dank des Fördervereins gibt es sechs Nähmaschinen und drei Overlockmaschinen. „Wir helfen uns weiter, wenn es Probleme an der Maschine gibt.“

Zehn Schneiderinnen, das hört sich doch schon viel an. Ist es aber nicht, da nicht alle jederzeit einsatzfähig sind. Bei 80 bis 90 Kostümen pro Jahr braucht das Team durchaus Verstärkung. Schließlich wird hier mit viel Liebe zum Detail gearbeitet, wie Bühnenzuschauer immer wieder bewundernd bemerken. Claudia Finke ist für die Kostüme von „Der nackte Wahnsinn“ verantwortlich, Claudia Peters für das Kinderstück. Dafür ist auch Gudrun Maslanka eingespannt. Obwohl sie sich eigentlich „nur“ auf die aufwendigen Kostüme für die Musical-Nacht konzentrieren wollte.

Die Gruppe trifft sich dienstags von 14.30 bis 17.30 Uhr und mittwochs von 19 bis 22 Uhr. Gesellig und mit Spaß geht es in jedem Fall in der Hobbyschneiderei zu.

„Das Kostüm ist wie eine zweite Haut für den Darsteller. Es zu tragen bedeutet, in eine andere Rolle zu schlüpfen. Das richtige Kostüm trägt den Darsteller zu seinen Leistungen und letztendlich zum Applaus. Dieser Applaus gilt dann auch uns, den Näherinnen“, weiß Gudrun Maslanka.

Wer sich in der Näherei einbringen möchte, kann zu den genannten Zeiten vorbeikommen oder sich unter ✆ 15 66 in der Geschäftsstelle der Bühne melden.

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