Grevener Kneipennacht Der Ekki liegt immer auf dem Weg

Greven -

Es war wieder richtig was los, am Samstagabend. Die Grevener Musiknacht lockte mit sechs Bands in sechs Keipen und die Grevener ließen sich nicht lange bitten.

Von Stefan Bamberg
Ekki Kurz‘ Mitmach-Aktion bei der Kneipennacht – da wackelt jeder gerne mit.
Ekki Kurz‘ Mitmach-Aktion bei der Kneipennacht – da wackelt jeder gerne mit. Foto: Stefan Bamberg

Der Ekki und seine Kumpels liegen irgendwie immer auf dem Weg. Ob man nun vom Britpop zum Hardrock will. Von der Schnulze zum Country, vom Chart-Kracher zur alten Kamelle. Oder einfach nur zum Taxi nach Hause, nach Mitternacht. Nicht auszudenken, wenn sie den Ekki nicht erreicht hätten letzte Woche: „Dann wäre ausgerechnet Öppe leer geblieben“, weiß Peter Hamelmann. „Und das wäre natürlich ganz schön peinlich gewesen.“

Rappelvoll, das ist zu vermuten, wäre es zwar trotzdem geworden bei der Kneipennacht am Samstag. Aber ohne den Ekki, der mit vollem Namen Ekkehard Kurz heißt, in Münsters Musikszene ziemlich bekannt ist und in seinem Schlabber-Pulli gar nicht wie ein Entertainer aussieht, würde was fehlen – der Typ für alle Stimmungslagen nämlich.

Die Schunkel-Laune, die Ekstase, aber auch die Momente, in denen fast das Pipi in die Augen schießt. Ekki und seine Freunde sind „Middle Excess“ und kurzfristig eingesprungen für eine erkrankte Sängerin.

„Vor 8000 Menschen auf dem Stadtfest zu spielen hat was“, sagt Ekki. „Aber in der Kneipe ist es eigentlich am geilsten.“ Da gehen die Leute sofort mit, da muss man nicht so auf Etikette achten, und alle freuen sich, wenn man spätestens um zehn riecht wie ein Otter – weil sie ja selbst alle riechen wie die Otter. Dass es dazu kommt, na ja, wir können es schon im Spontan erahnen: Mit „Everybody needs somebody“, eröffnet „Get on Up!“ – einen zum Kuscheln nämlich, ob man will oder nicht.

Vielleicht waren noch nie so viele Leute unterwegs. Sich mit oder ohne Kamera mal dreist in die erste Reihe drängeln? Da muss man die Zweikämpfe annehmen, hieße es beim Fußball. Aber niemand motzt, alles bleibt cool in der Hitze, eine halbe Stadt feiert Party.

Auch bei Otto’s, wo „Pani&Zink“ im März Juli covern und mit Mister Robbie Williams nicht nur musikalisch, sondern auch mit Blick auf zufliegende Damen-Herzen locker mithalten. Zwei charismatische Männer auch im chilligen Mandala: Michael Mühlmann von hier, McCarthy aus Liverpool – was läge da näher als ein Ausflug in die allererste Beatles-LP?

Der Weg runter in den Beatkeller führt unweigerlich beim Ekki vorbei: „Jump!“, fordert er. Was sehr zahlreich auch unten bei den „Free Bears“ passiert – wer auf Folk, Blues und Rock’n’Roll steht, fühlt sich im Gewölbe pudelwohl.

Oben ist Ekki jetzt übrigens bei Torfrock angelangt – Wahnsinn. Und wieder ein gutes Stichwort: Denn beinhart wie’n Rocker sind auch die Jungs und Mädels in der Harfe. Altes Fieber, aber auch jede Menge eisgekühlter Bommerlunder ist hier – bei „UnHundBar“ – im Spiel.

Alle sind großartig, und dennoch: Die letzte Tour führt noch mal zum Ecki, bei dem es nun – schon zu später Stunde – ganz melancholisch zugeht.

Seine unglaublich schöne Hommage an BAP, sie könnte auch eine an die Kneipenmusik sein: „Do kanns zaubere“, haucht er in perfektem Kölsch. Ja genau: Irjendsujet muss et sin.

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