Auf Prinzentour
Die Nächte der Narren

Greven -

Die Narren sind los: Mit dem Reisebus sind an jedem Wochenende Stadtprinz Johannes I., Püntemariechen Annika, der Elfertag der KG Emspünte und die Brassband auf Tour und statten den Karnevals-Partys in Greven einen Besuch ab. Eine gut durchorganisierte Tour, die schnell unorganisiert wird und trotzdem Spaß macht.

Sonntag, 28.01.2018, 18:32 Uhr aktualisiert: 30.01.2018, 17:24 Uhr
Wenn sie losgelassen werden: Prinz, Pünte, Elferat und Brassband ziehen von Karnevalsfete zu Karnevalsfete, haben ganz viel Spaß dabei und werden von den Narren begeistert empfangen. Foto: Jannis Beckermann

Der Stimmungshöhepunkt hat eine Uhrzeit. Samstagabend, Schlag halb zehn, Tatort Reckenfelder Kreisverkehr. Eigentlich wollte der Reporter nur ein Foto schießen, aber Grevens Obernarren machen eben gleich ‘ne Party draus.

Der schmucke Reisebus hört gar nicht mehr auf, sich zu drehen. Nicht einmal, nicht zweimal, nein, ganze dreimal muss Chauffeurin Christel Kollmeyer eine Ehrenrunde durch den engen Kreisel fahren. „Und noch ein Durchgang“, bittet der Zeremonienmeister. Die gesamte Mannschaft jubelt. Der obligatorische Spaß, er darf niemals fehlen bei einer Tour der Narren.

Einmal mit Grevens Karnevalisten durch die Nacht zu fahren, ist ein Erlebnis für sich. Ein bisschen wie Klassenfahrt und Karnevalssitzung in einem. „Quod erat demonstrandum“, würde da jetzt der Lateiner sagen. Was zu beweisen war  . .

Prinzentour der KG Emspünte

1/24
  • PrzTjbe(25).jpg Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann
  • Foto: Jannis Beckermann

Wer vorgibt, die tolle Zeit in Greven zu kennen, muss sie daher wohl zumindest einmal mitgemacht haben, eine dieser Rundfahrten, in denen die KG Emspünte samt Bus von Festsaal zu Festsaal klappert, um wirklich jeder Jeckenparty einen Besuch abzustatten.

Entsprechend eng getaktet ist der Zeitplan auch am Samstag. „Also bitte Disziplin wahren“, fordert der KG-Präsident mit Strenge in der Stimme bereits bei Abfahrt in der Innenstadt. An der ersten Station, dem Vosskotten, ist der ach so schöne Plan von Udo Laufmöller aber längst wieder Makulatur. Der Einmarsch hinkt. Die Sitzung beginnt später als gedacht. Die Narren lösen’s ganz dezent. Die Tanzgruppe aus Altenberge lässt Stadtprinz Johannes I. König und Püntemariechen Annika Reismann den Vortritt.

Samt Brassband hebt der Narrentrupp flugs die Stimmung im Saal, die vorher eher an westfälisches Understatement erinnert. „Chapeau!“, bedankt sich Gastgeber und Aushilfscop Robert Nordhorn. „Mir glühen jetzt noch die Hände vom Mitklatschen.“ Mit Bützchen und Orden revanchiert sich das so gelobte Prinzenpaar – dann aber geht’s weiter. „Wir müssen.“ Ein Satz, der mehrfach fällt auf einer Prinzentour.

Station Nummer zwei: Rickermann und der Reckenfelder Kirchenkarneval. KaKiV, heißt das in Kurzform. Es ist der größte Termin an diesem Abend. Dicht an dicht schunkeln die Karnevalfans des Stadtteils. Ob der Enge dürfen nur Prinz und Pünte mit dem Präsidenten nach vorn auf die Bühne, um die frisch gekürten KaKiV-Regenten zu herzen (siehe Lokalseite 2). Den KG-Klassiker „Oh wie herrlich ist’s zu schunkeln“ intoniert die vereinseigene Brassband vom Nebenraum aus. „Trotzdem besser als alles, was aus den Boxen kommt“, kommentiert ein stolzer Udo Laufmöller die Livemusik beim erneuten prinzlichen Aufgalopp.

Der wiederum ein fixes Ende hat. Denn die dritte und letzte Destination ist eine ganz wichtige. In der Siederklause bei Einigkeit Sandweg feiert die KG-Truppe gleich ein doppeltes Heimspiel. Für Prinz Johannes, der quasi gegenüber wohnt und Frau Dunja im Publikum entdeckt. Und für den Zeremonienmeister Robin Zurbrüggen, der selbst in der familieneigenen Kneipe den Einmarsch anführt.

Das Programm wiederholt sich. Brassband, prinzliche Ansprache, kurze Biografie. Nur die Stimmen sind ein wenig heiser geworden. „Anstrengend ist’s schon“, bekennt Prinz Johannes in einer Pause, bei der er mit einem Pils die Stimme ölt. „Schön bleibt’s dennoch“, findet der närrische Regent, und wischt sich ein paar Schweißperlen von der Stirn.

Die Uhr zeigt da schon 0.11 Uhr. Die Tour neigt sich ihrem Ende entgegen. Ein, zwei Lieder gibt’s als Rausschmeißer. Dann steigt die prinzliche Entourage zurück in den Bus zur Heimfahrt. Schicht im Schacht. Allerdings nur vorerst. Denn: „Die Session ist kurz.“ Schon am Freitag werden sie wieder kommen. Für eine erneute Nacht der Narren . . .

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5462782?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Smileys und ein Herzchen für Billerbecks Bürgermeisterin
Eine Stunde lang nahm sich Marion Dirks Zeit, alle WhatsApp-Anfragen zu beantworten.
Nachrichten-Ticker