Greven vor 25 Jahren Wie der Manni adelig wurde

FMO und Karneval – ein interessanter Wochenrückblick.

Prinz Manfred I. und sein Püntemariechen Daniela aus dem Jahr 1993.
Prinz Manfred I. und sein Püntemariechen Daniela aus dem Jahr 1993. Foto: WN Archiv

Der Flughafen hat schon immer die Geister geschieden. Wenn es um den FMO ging, gab es meistens nur zwei Meinungen. Und da konnte man die Lager auch perfekt den einzelnen Parteien zuordnen. Nur Klaus Wilsmann, vor 25 Jahren Ratsherr der SPD, fiel da ein wenig aus dem Rahmen. In Opposition gegen seine Parteikollegen sah er das Wachstum des FMO sehr kritisch. Vor 25 Jahren zog er die Reißleine und kündigte seine Mitgliedschaft in der Fluglärmkommission und seine stellvertretende Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der FMO GmbH auf. Begründung: Greven habe in den Gremien praktisch keinen Einfluss auf die Entwicklung des FMO. Eine Entdeckung, die aber auch damals nicht wirklich neu war.

Vor 25 Jahren gab es viele Asylbewerber in Greven. Hinzu kamen zahlreiche Spätaussiedler. Und leider gab es die selben ausländerfeindlichen Tendenzen, die auch heute zu beobachten sind. Allerdings: Die rechten Parolen und Sprüche, die heute so gerne auf Facebook rausgepöbelt werden, wurden vor 25 Jahren an öffentliche Gebäude und Unterkünfte geschmiert.

Die Tradition, den neuen Stadtprinzen im Rahmen einer Prinzenproklamation in den ersten Tagen des neuen Jahres ins Amt zu heben, gab es auch schon vor 25 Jahren. Der neue hieß Manfred I., der auch heute noch vielen als „Manni“ Kleimeyer bekannt ist. Besonderheit der Prinzenproklamation im Vergleich zu heute: Das Ka-de-Po-Quartett und Jo Thiele waren Akteure aus Greven, die viel Lokalkolorit in ihren Büttenreden einbauten. Ein Büttenredner aus Telgte wurde aber sogar ausgepfiffen. Grund war sein Beitrag über die Emsstadt: „Greven – das ist am Tag ein Häusermeer, am Abend ein Lichtermeer und nach acht Uhr abends gar nichts mehr.“ Böse, böse.

Am Ende des Jahres wird bilanziert: Vor 25 Jahren konnte die Stadt einen neuen Einwohnerrekord vermelden. 32 000 waren es zum Stichtag 31. Dezember 1992. Und Menschen aus 52 Staaten lebten in Greven, was einem Ausländeranteil von 7,5 Prozent entsprach. Heute sind es 9,7 Prozent.

Peter Beckmann

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