Sternsinger ziehen los Sterne, Kronen und Gewänder

Greven -

Vortreffen, Einkleiden - und dann zwei Tage durch die Gemeinde ziehen. Dutzende Kinder sowie ehrenamtliche Unterstützer engagieren sich im Rahmen der Sternsingeraktion. Wofür? Für eine Handvoll Süßigkeiten und das wertvolle Gefühl, sich für eine wichtige Sache eingesetzt zu haben.

Von Luca Pals
Die ersten kleinen Könige und Königinnen sind am Freitag losgezogen. Gesegnet wurden sie von Pastoralreferent Tobias Busche (hintere Reihe). Auch in den übrigen Bezirken von St. Martinus und St. Franziskus wird gesammelt, unterstützt durch die Ehrenamtlichen Julia Brüggemann und Nicole Rottmann.
Die ersten kleinen Könige und Königinnen sind am Freitag losgezogen. Gesegnet wurden sie von Pastoralreferent Tobias Busche (hintere Reihe). Auch in den übrigen Bezirken von St. Martinus und St. Franziskus wird gesammelt, unterstützt durch die Ehrenamtlichen Julia Brüggemann und Nicole Rottmann. Foto: Luca Pals

Beim Betreten des Gemeindehauses hört man schon die ersten Rufe: „Kannst du mich noch anmalen?“ Die Kinder von St. Josef können den Auszug in die Straßen kaum noch abwarten. Sie wollen direkt los legen: 26 Heilige Drei Könige warten auf ihren Einsatz.

Wie in den vergangenen Jahren segnete am Freitagmorgen Tobias Busche, seit vier Jahren Pastoralreferent in St. Martinus, die Kinder und die Kreide, mit der sie zwei Tage lang die besondere Formel „20*C+M+B+2018“ an die gesegneten Häuser malten.

Bei Busche selber war die Vorfreude auf die „weltweit größte Solidaraktion von und für Kinder“ nicht zu übersehen. Seit vier Jahren leitet er die Aktion, organisiert die Aufteilung der Straßen für die insgesamt 35 Kinder in zehn Gruppen.

Sieben von ihnen brachten bereits am Freitag im St. Josef-Bezirk den Segen in die Häuser, die anderen werden heute aktiv. Ihren Abschluss findet die Aktion, bei der Geld für weltweite Kindermissionsarbeit unter dem Motto „Gemeinsam gegen Kinderarbeit“ gesammelt wird, mit einem Gottesdienst am heutigen Samstag, 17 Uhr in der St. Josef-Kirche. Dabei soll auch der Spendenbetrag bekannt gegeben werden.

Dass dieser Betrag hoch ausfallen wird, davon ist Busche überzeugt: „Etwa 30 Leute haben mich bereits im Vorfeld angerufen. Sie freuen sich sehr auf die Kinder.“ Insgesamt kamen 2017 die Sternsinger aus ganz Deutschland auf circa 52 Millionen Euro, so Busche. Ein großer Betrag, der die Kinder motiviert, die auch bei der Aussendung genau wissen, wofür sie um die Häuser ziehen.

„Wir helfen Kindern in Indien“, heißt es von einer Königin. Wie es vielen Kindern im fernen Indien geht, das wissen alle Kinder: Bei einem Vortreffen schauten sie sich einen Film über die Arbeit von Gleichaltrigen aus Indien ohne die Möglichkeit schulischer Ausbildung an - pure Motivation für die Sammler.

Und für Busche selber? „Es ist eine super Aktion: Die Kinder bekommen das Gefühl, etwas geleistet zu haben - sind stolz auf sich selber. Viele Ehrenamtliche helfen uns sehr, die Eltern stehen stark hinter der Aktion“, meint er und führt aus: „Religiös gesehen ist das natürlich ein Highlight: Die Kinder segnen das neue Jahr für Haus und Menschen.“

Belohnt werden die Kids mit Süßigkeiten - drei Teile dürfen sie sich selber nehmen, der Rest wird an die Grevener Tafel oder ein Kinderheim in Kinderhaus gespendet. Zum Mittag können sich die kleinen Helden mit einem leckeren Essen stärken, zum Abschluss bekommt jeder eine eigene Urkunde mit Gruppenfoto.

Übrigens: Premiere in diesem Jahr hat laut Busche die Aktion von erwachsenen Sternsingern. Sie ziehen heute Abend durch die Grevener Kneipen.

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