Handorf Die Woche im Blick

Der Friedwald ist umstritten und wird auf die lange Bank geschoben. Die Gimberaner fühlen sich dort schon lange. Und Anwohner scheitern vor Gericht. Ein munterer Einstieg ins neue Jahr bei Oliver Hengst‘ Wochenrückblick.

Ein Friedwald in Greven – wird das Projekt doch noch umgesetzt oder (wie einige Befürworter befürchten) bewusst auf die lange Bank geschoben?

Ja, es gibt Menschen, denen ein Friedhof in „ihrem“ Wald nicht geheuer ist. Aber es gibt eben auch jene, die sich die Bestattungsvariante sehnlichst herbeiwünschen. Etwa, weil sie kinderlos sind oder aus anderen Gründen niemandem die Grabpflege aufbürden können oder wollen, oder weil sie den klassischen Friedhof (für alle offen, gleichwohl in katholischer Trägerschaft) meiden möchten. So oder so

muss eine Entscheidung her. Die Stadt darf sich nicht vertrösten lassen, darf terminliche Schwierigkeiten der Kirche nicht zum Anlass nehmen, ihrerseits untätig zu bleiben. Dass zudem bislang Daten fehlen (die die Kirche beschaffen wollte) darf nicht dazu führen, dass die Stadt die Hände in den Schoß legt und einfach abwartet, bis die Kirche soweit ist. Eher im Gegenteil: Die Frage muss erlaubt sein: Warum dauert das so lange?

Die Gimbter mucken auf, titelte unsere Zeitung diese Woche. Ungewöhnlich, denn ebendies kennt man von den Gimbtern nicht. Und genau das ist das Problem: dass sich alle immer darauf einstellen, die engagierten und bestens selbst organisierten Gimbter würden ihre Angelegenheiten schon selbst regeln. Das tun sie in der Regel auch (und verbitten sich mitunter auch jede Einmischung). Aber auch in Gimbte kosten manche Projekte eben Geld. Dafür zu werben, dass die Stadt bei der Verteilung der Haushaltsmittel auch an Gimbte denkt, ist daher mehr als legitim.

Anwohner scheitern mit einem Eilantrag gegen die Bebauung in der Nachbarschaft – und auch für das Hauptverfahren sieht es nicht gut für sie aus. Dass sich Grevener juristisch wehren, zeigt auf, wie nötig ein abgestimmtes, großräumiges Konzept ist, dass eben auch die Bewohner mitnimmt und ihnen klare Perspektiven aufzeigt. Die Diskussion an jeder (Straßen-)Ecke neu führen zu müssen, kostet unnötig Zeit und Kraft.  Oliver Hengst

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