Stadt komplettiert Baumkataster Kein Baum ist wie der andere

Greven -

Mein Freund, der Baum – er trägt eine Nummer: 000691, fortlaufend markiert, so wie seine Nachbar-Gehölze in der Straße auch. Aktuell sind Mitarbeiter der Technischen Betriebe Greven (TBG) damit beschäftigt, Bäume im Grevener Westen mit Zählmarken auszustatten.

Von Oliver Hengst
Über einen Code ist jeder Baum klar identifizierbar. Das „L“ steht für links der Ems.
Über einen Code ist jeder Baum klar identifizierbar. Das „L“ steht für links der Ems. Foto: Oliver Hengst

Alles, was auf öffentlichem Grund steht, erhält eine Nummer. „Da wird das Baumkataster gepflegt“, erklärt Wolfgang Jung von der städtischen Pressestelle auf Nachfrage. Im Übrigen keine neue Aufgabe: Sie hat schon vor sechs Jahren begonnen, als seinerzeit ein altes Baumkataster abgelöst wurde. In Reckenfeld wurden zu jenem Zeitpunkt die ersten neuen Marken angebracht. Dort, in der Innenstadt und in Gimbte ist die Aktion inzwischen abgeschlossen. „Aktuell sind die Mitarbeiter links der Ems unterwegs“, sagt Jung und klärt damit das Rätsel auf, dem sich einige Neujahrspanziergänger gegenüber sahen, die sich über die Vielzahl der Marken an „ihren“ Bäumen wunderten (angebracht in etwa 2,50 Meter Höhe) und sich fragten, welchem Zweck sie dienen. Die naheliegende Antwort: „Wir machen eine Bestandsaufnahme“, sagt Jung.

Hauptzweck: Mit Hilfe der Marken können Bereiche, deren Pflege an externe Unternehmen vergeben werden soll, klar definiert werden. Wird die Pflege ausgeschrieben, kann also klar benannt werden, welche Bäume drin sind und welche nicht. Der dritte Baum links neben der Tischtennisplatte – auf derlei vage Angaben will und kann sich eben niemand verlassen. Auch ein Baum, der eine besondere Pflege benötigt, kann über die Marke klar identifiziert werden. Jede Marke besteht aus einer fortlaufenden Nummer und einem Buchstaben – „L“ steht zum Beispiel für links der Ems. „Jeder Baum ist anhand dieses Codes eindeutig erkennbar“, erklärt Jung.

Das Anbringen der Marken geschieht nicht von ungefähr in Zeiten, in denen der Stadtgärtner und seine Mitarbeiter etwas mehr Luft haben. Der Ausbau des Katasters wird sukzessive vorangetrieben, so wie es eben die zeitlichen Kapazitäten der zuständigen Mitarbeiter zulassen. Wenn der Bezirk links der Ems abgeschlossen ist, wird noch rechts der Ems abgearbeitet. Die Stadt rechnet damit, dass es noch rund zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen wird, das Kataster zu komplettieren – und erst dann weiß man, wie viele Bäume in Greven insgesamt stehen.

Kosten entstehen durch die Aktion nicht – zumindest nicht direkt. „Das wird im Rahmen der regulären Beete-Inventur miterledigt“, sagt Jung. Das Anbringen einer Marke dauere wenige Augenblicke und werde quasi nebenbei erledigt – Mehrkosten entstünden somit nicht.

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