29. Benefizkonzert in der Franziskuskirche Das Trompeten-Traditional

Reckenfeld -

Für manchen Reckenfelder beginnt das Neue Jahr erst, wenn Roger Meads die Fanfare zur Begrüßung der Queen geblasen hat. Auch in diesem Jahr war das Benefizkonzert des Trompeters und seiner Freunde wieder ein großer Erfolg.

Von Axel Engels
Schon zum 29. Mal hatte Roger Meads – hier mit Perücke und Rüschenhemd – zum Benefizkonzert in die Franziskuskirche gebeten.
Schon zum 29. Mal hatte Roger Meads – hier mit Perücke und Rüschenhemd – zum Benefizkonzert in die Franziskuskirche gebeten. Foto: Axel Engels

Auch im 29. Jahr mit ungetrübter Spielfreude im Dienste einer guten Sache – die Neujahrskonzerte von Roger Meads sind in der St. Franziskus-Kirche längst zu einer liebgewonnenen Tradition geworden. Dieser ganz eng mit Reckenfeld verbundene Musiker versammelt jedes Jahr seine Freunde und Schüler um sich, um den Menschen ein bewegendes Musikerlebnis zu schenken und gleichzeitig Spenden für internationale Hilfsprojekte der Gemeinde zu sammeln. Die große Resonanz bei den Musikliebhabern auf das Benefizkonzert wundert nicht, denn schließlich beginnt mit diesem musikalischen Einstieg für viele Reckenfelder erst das Neue Jahr. Diesmal war das Programm deutlich reduzierter als in den Vorjahren, was die Konzertlänge auf ein genau passendes Maß brachte.

Damit die Wartezeit bis zum Beginn nicht zu lang war, stimmte Svenja Spiekers am E-Piano die Besucher in der restlos gefüllten Kirche mit Standards aus Jazz und populären Weisen ein. Wie gewohnt erklangen dann die Fanfare zur Begrüßung der Queen, schließlich haben die britischen Wurzeln von Roger Meads ihre Spuren hinterlassen.

Wiederum war der Organist, Komponist und Klavierbegleiter Kasimir Tarnowski eine der musikalischen Stützen des Konzertes. Wenn er mit seinem „Maestoso“ den Kirchenraum mit farbenreichen Klängen erfüllte, war dies bei feinster Registrierung und kultivierter Ausführung ein Genuss. Als Klavierbegleiter der Sängerin Nona Van der Leky konnte er den instrumentalen Grund schaffen, auf dem ihre ausdrucksstarke Stimme mit Liedern wie „Saving all my love for you“ und „One moment in time“ die Herzen des Publikums bewegte. Whitney Houston hätte ihr „I will always love you“ bei solch inniger Ausführung bestimmt genauso gefallen wie dem begeisterten Publikum.

Für ein Benefizkonzertes von Roger Meads sind aber auch die Klänge eines Dudelsacks unverzichtbar. Diesmal war es Scott Cock­ranz, der solistisch mit einem Medley allseits bekannter Pipe-Melodien das Publikum nach Britannien entführte. Natürlich war das Posaunenquartett „Unknown Bluenotes“ mit Simon Meads, Mark Pauls, Gunter Schmidt und Max Spiekermann ein besonderes Erlebnis für die Musikfreunde. Mit exquisiten Arrangements ließen sie die Melodie von „Stars and Stripes“ erklingen.

Die „typischen“ Trompetenklänge dürfen bei einem Meads-Konzert selbstverständlich auch nicht fehlen. Roger Meads zeigte, dass er immer noch über einen guten Ansatz und eine mitreißende Melodiegestaltung verfügt. Ob zusammen mit Simon Meads und Kasimir Tarnowski im reinen Trompetentrio oder solistisch, immer wusste er seine Spielweise und Klangfärbung den jeweiligen Liedern perfekt anzupassen. Da reichte der Bogen von „In mir klingt ein Lied“ mit der Melodie der bekannten Chopin-Etüde bis zu Franz Schuberts „Ave Maria“. Man braucht eben kein überladenes Konzert, um den Besuchern ein inspirierendes Musikerlebnis zu schenken. Die jederzeit spürbare Liebe der Musiker zu ihrer Kunst und der intensive Kontakt zum Publikum prägten dieses sehr facettenreiche Konzert.

Übrigens: Natürlich gab es nach jedem Beitrag begeisterten Applaus. Von der auf dem Programmzettel abgedruckten Hinweis auf das „Applaudieren erst am Ende des Konzertes“ ließ sich kein Besucher hindern, sich bei den Musikern für ihr Engagement im Dienste einer guten Sache zu bedanken.

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