Münster-Tatort Rückendeckung für Kommissar Thiel

Nordwalde -

Einmal Kollege von Kommissar Thiel sein! Dieser Traum ging für Christian Bömer in Erfüllung. Am Sonntag ist er als Komparse im „Tatort“ zu sehen. Vorher verrät er, wie es ist, mit Axel Prahl vor der Kamera zu stehen.

Von Pjer Biederstädt
Zusammen im neuen Münster-Tatort „Gott ist auch nur ein Mensch“: Christian Bömer (l.) spielt in einer Szene mit TV-Kommissar Axel Prahl einen Polizisten. Demnächst ist er ebenfalls als Komparse in einem Kinofilm mit Katja Riemann zu sehen.
Zusammen im neuen Münster-Tatort „Gott ist auch nur ein Mensch“: Christian Bömer (l.) spielt in einer Szene mit TV-Kommissar Axel Prahl einen Polizisten. Demnächst ist er ebenfalls als Komparse in einem Kinofilm mit Katja Riemann zu sehen. Foto: privat

„Moinsen. Moin­sen. Moinsen.“ Christian Bömer hält eine Waffe in der Hand. Die Polizeiuniform sitzt. Regieanweisung: Ernste Miene. „Aber wir haben die Szene ständig wiederholt. Beim zehnten ‚Moin­sen‘ von Axel Prahl bekam das eine ganz eigene Komik. Da versuch‘ mal, nicht zu lachen.“ Am Sonntagabend weiß der Film-Komparse, ob ihm das gelungen ist.

„Morgen, 8 Uhr, Münster-Tatort, Dreh in Köln“, hörte Christian Bömer im Sommer den Castingagenten durchs Telefon sagen. Kurze Absprache mit seinem Chef, prompt sagte der 41-Jährige zu. „Da habe ich nicht lange überlegt. Ist schließlich mein Lieblingskrimi.“ Keine 24 Stunden später rückte die Maskenbildnerin Bömers Polizeimütze zurecht, während Regisseur Lars Jessen die Komparsen mit Handschlag begrüßte.

„Null Allüren von niemandem“

Licht, Kameras, 20 Lkw, die Straße gesperrt: Trotz TV-Tamtam ging es am Set familiär zu, beschreibt Christian Bömer, der im normalen Leben Bänker ist, die Stimmung. „Axel Prahl ist unglaublich bodenständig. Und überhaupt: null Allüren von niemandem“, sagt der gebürtige Grevener. Die Distanz, die er selbst aus Respekt zwischen sich und die Stars gelegt hat, haben die sofort wieder genommen. Als beim Mittagessen nur noch ein Nachtisch übrig ist, auf den Bömer ein Auge geworfen hatte, ermutigte Prahl ihn, zuzugreifen. „Sonst nimmt ihn noch ein anderer.“

So locker die Crew, die Betreuer und die Schauspieler während der Pausen waren, so professionell agierten alle, sobald das rote Licht an der Kamera leuchtete. Wie auf Knopfdruck, so Bömers Beobachtungen, wird Axel Prahl zu Kommissar Frank Thiel und aus Friederike Kempter wird die Figur der Nadeshda Krusenstern.

Dann Bömers Einsatz: Sein uniformiertes Alter Ego hält den Kommissaren bei einer Hausdurchsuchung den Rücken frei. Seine beiden Textstellen lauten „Guten Morgen“ und „Okay“. Leicht zu merken. Aber wie hält man eigentlich eine Waffe? Ein anderer Komparse hat sie neben dem Gesicht im Anschlag. „Cut! Wenn du nicht Tom Cruise bist, darfst du die Waffe leider so nicht halten“, gibt Bömer die Worte des Regisseurs wieder.

Was Christian Bömer faszinierte, ist die lückenlose Präzision beim Dreh. „Wirklich jeder Handgriff ist geplant und vorher skizziert. An alles wird gedacht“, erzählt er. In den Pausen mussten sie – es war 35 Grad heiß – im Schatten bleiben, damit das Gesicht in der ersten Einstellung nicht blasser ist als in der zweiten.

Bloß keine Amtsanmaßung riskieren

Anderes Beispiel: War eine Einstellung abgedreht, kamen sofort Assistenten herbei geeilt, die die Polizeiabzeichen an der Uniform abklebten. Gingen die Komparsen so auf die Straßen, wäre das Amtsanmaßung, erläutert Bömer.

Nach 13 Stunden Drehzeit für eine Drei-Minuten-Szene war der Ein-Tages-Polizist geschafft, aber glücklich. „Ich dachte, ich bin da der Bildauffüller, aber der Umgang am Set war super. Es hat richtig viel Spaß gemacht“, fasst Bömer zusammen.

Seine beiden kleinen Kinder dürfen die neuste Folge von Deutschlands beliebtestem TV-Krimi am Sonntag allerdings nicht im Nordwalder Wohnzimmer verfolgen. Zu spät, zu spannend. „Aber ich werde es aufnehmen und ihnen meine Szenen zeigen“, sagt Christian Bömer.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5295496?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F