Schule und Beruf Schneisen im Dschungel

Greven -

Ende April waren Hunderte von Schülern beim Girls‘s- and Boy‘s Day in Greven unterwegs, um erstmals in einen Beruf hinein zu schnuppern – Anlass, die Konzepte von Anne-Frank-Realschule, Gesamtschule und Gymnasium zur Berufswahl-Begleitung vorzustellen.

Von Monika Gerharz
Bäcker oder Chirurg? IT-Fachmann oder Erzieher? Busfahrer oder Diplomat? Noch nie war die Zahl der Berufe, unter denen junge Leute wählen konnten, so groß wie derzeit. Umso wichtiger ist die Vorbereitung auf diese schwierige Entscheidung.
Bäcker oder Chirurg? IT-Fachmann oder Erzieher? Busfahrer oder Diplomat? Noch nie war die Zahl der Berufe, unter denen junge Leute wählen konnten, so groß wie derzeit. Umso wichtiger ist die Vorbereitung auf diese schwierige Entscheidung. Foto: Werner Dietrich

In Deutschland gibt es gegenwärtig 328 anerkannte Ausbildungsberufe – und mehr als 18 000 Studiengänge. Das setzt Schüler, die vor der Berufswahl stehen, unter enormen Druck, bedeutet die Berufswahl doch eine wichtige Lebensentscheidung. Alle drei weiterführenden Schulen in Greven setzen deshalb darauf, dass ihre Schüler früh Kontakt mit der Berufswelt bekommen.

Ganz früh setzt die Anne-Frank-Realschule an: Dort können alle Schüler, von der fünften bis zur zehnten Klasse, beim „Boys- and Girlsday“ mitmachen, bei dem die Jugendlichen einen Tag in einem Betrieb verbringen. Am 27. April waren in diesem Rahmen wieder mehrere Schüler unterwegs. Für die Achtklässler gibt es außerdem im Rahmen des Programms „Kein Abschluss ohne Anschluss“ weitere drei Praktikumstage in drei verschiedenen Berufen. „Das ist ein Schnupperprogramm“, verdeutlicht Konrektor Rainer Sandkötter. Und in der neunten Klasse gehen alle Realschüler in ein Drei-Wochen-Praktikum. Hinzu kommen, wie auch an den übrigen Grevener Schulen, Einzelberatung, Vorträge etwa durch die Ehrenamtlichen von MacJob an den Schulen und Besuche im Berufsinformationszentrum in Rheine. „Dort lernen die Schüler, wie sie mit Dateien umgehen“, sagt Sandkötter.

Von den Gesamtschülern haben sich in diesem Jahr die siebten und achten Klassen am Girl- and Boysday am 27. April beteiligt. „Es gab auch schon einige Fünfer, aber das waren private Initiativen“, sagt Schulleiter Ingo Krimphoff. In der neunten Klasse gibt es für alle Schüler ein Drei-Wochen-Praktikum, und natürlich ist auch die Gesamtschule – wie auch die Anne-Frank-Realschule – bei der Berufswahlbörse „Berufe begreifen“ dabei. „Das ist eine wunderbare Einrichtung für die Achtklässler“, sagt Krimphoff. „Sie lernen dabei Berufe handlungsorientiert kennen.“ Welche Berufswahlangebote die Schule für die Oberstufe, die im nächsten Jahr eingerichtet wird, machen wird, ist derzeit noch offen: „Wir arbeiten daran.“

Am Gymnasium sind jeweils zwei Zwei-Wochen-Praktika vorgesehen – eines in der neunten, eines in der 11. Klasse. Ganz neu sind, ebenfalls im Rahmen des Programms „Kein Abschluss ohne Anschluss“, drei Schnuppertage in verschiedenen Berufen für die Achtklässler. Eine Art Vorentscheidung, welche Berufe überhaupt in Betracht kommen, wird vorher im Rahmen eines „Assessment-Centers“ – das ist ein intensives Verfahren, bei dem Talente festgestellt werden – herauskristallisiert. „Den ersten Schnuppertag hatten wir Anfang April, darum haben wir dann am Boys- and Girlsday nicht mehr teilgenommen“, erläutert Dr. Benedikt Faber. „Es war schwer genug, die Schüler alle unterzubringen.“ Denn das Interesse der Firmen an diesen Schnuppertagen sei lange nicht so groß wie an längeren Praktika, bei denen schon potenzieller Nachwuchs gesichtet werde. Beliebt sowohl bei Schülern als auch bei der Wirtschaft sei dagegen der Projekttag zur Studien- und Berufswahl des Gymnasiums, der jedes Frühjahr im stattfindet. „In den Workshops schauen die Firmen durchaus, wer sich da hervortut.“

Im Blickpunkt Schulen und Berufe

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4807685?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F