Altbau der Erich-Kästner-Grundschule Keine Einwände gegen Abriss

Reckenfeld -

In einer gemeinsamen Sitzung machten die Mitglieder des Schul- und des Betriebsausschusses den Weg frei für den Abriss des Altbau-Teils der Erich-Kästner-Grundschule – und zwar einstimmig.

Von Oliver Hengst
Der Altbau (unten links im Bild, rotes Dach) soll einem zweigeschossigen Neubau weichen. Das jetzige Dachgeschoss ist marode und bis auf das Lehrerzimmer weitgehend ungenutzt.
Der Altbau (unten links im Bild, rotes Dach) soll einem zweigeschossigen Neubau weichen. Das jetzige Dachgeschoss ist marode und bis auf das Lehrerzimmer weitgehend ungenutzt. Foto: Geonetz Greven

Ein Jahr noch – dann ist der Altbau Geschichte. Sein Schicksal ist spätestens seit Mittwochabend besiegelt. In einer gemeinsamen Sitzung machten die Mitglieder des Schul- und des Betriebsausschusses den Weg frei für den Abriss des Altbau-Teils der Erich-Kästner-Grundschule – und zwar einstimmig. An gleicher Stelle soll ein zweigeschossiger Neubau entstehen, der im Bedarfsfall noch um ein weiteres Geschoss aufgestockt werden kann.

„Dass ein Neubau notwendig ist, sehen wir ein“, sagte Ernst Reiling (Reckenfeld direkt). Aber er wünsche sich eine bauliche Lösung, bei der sich die alte Fassade im Neubau widerspiegele. Wie das gelingen kann – und etliches mehr – soll nun ein Wettbewerb klären.

Klar ist: Die erforderlichen Provisorien (Container) während der Neubau-Phase werden am Schul-Standort untergebracht – voraussichtlich auf einer befestigten Fläche nahe an der Sporthalle. Reiling hatte vorgeschlagen, stattdessen den Altbautrakt der alten Hauptschule dafür zu nutzen, zum Beispiel für die OGS. Das jedoch, so Aloys Wilpsbäumer von der Stadt, scheide „schon aus organisatorischen Gründen aus“. Das Pendeln zwischen zwei Standorten (rund einen Kilometer Distanz) sei schlicht nicht praxistauglich. Hintergrund für Reilings Vorschlag: Er hofft, so auch die kulturelle Nutzung der Hauptschule im Ortskern erhalten zu können. Da im Kästner-Neubau ausdrücklich auch ein möglicher Probenraum für das RBO vorgesehen ist, befürchtet Reiling, dass die Stadt Pläne hegt, die Hauptschule über kurz oder lang abzureißen.

Wie Anja Haase vom Gebäudemanagement der Stadt erläuterte, weise das Dach des Kästner-Altbaus erhebliche Schäden auf. Zudem sei das Gebäude allgemein in bescheidenem Zustand, eine Sanierung somit nicht wirtschaftlich. Auf dem rund 800 Quadratmeter großen Areal, das durch den Abriss frei werde, könne man 1600 Quadratmeter Nutzfläche schaffen – fast exakt jene Dimensionen, die auch gebraucht werden, vor allem für eine neue Mensa (circa 520 Quadratmeter), aber auch für Klassenräume im Tandem-Modell, Verwaltung sowie Fach- und Mehrzweckräume. „Wenn wir jetzt anfangen, brauchen wir rund ein Jahr für die Vorplanung“, verdeutlichte Haase. Im Sommer 2018 könne man abreißen, die Bauzeit werde ab dann wohl – immerhin im laufenden Betrieb – zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Kritik gab es allerdings für die Auskunft, dass im Neubau (noch) kein Aufzug vorgesehen sei, weil auch der Rest der Schule nicht barrierefrei sei. „Das ist eine absolutes No-Go“, sagte Moritz Hauschild (Linke). Auch Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) verwies darauf, dass es Konsens sei, Neubauten barrierefrei zu gestalten. Haase räumte ein, dass sich die Planungen noch in einem früheren Stadium befänden, somit ein Aufzug noch berücksichtigen werden könne. Details sollen nun im Rahmen des Wettbewerbes geklärt werden – auch zum Wunsch, die alte Fassade erkennbar bleiben zu lassen. „Vielleicht kriegen wir da eine kreative Lösung hin“, sagte die Gebäudemanagerin.

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