Marktplatz-Sanierung „Wird sich einspielen“

Greven -

Die Pflasterung des Marktplatzes ist nicht ganz optimal gelaufen. Aber wer ist schuld? Darüber wurde jetzt im Betriebsausschuss debattiert.

Von Oliver Hengst
Wer hat den schwarzen Peter? Die Firma, die die Arbeiten ausgeführt hat, schon mal nicht. Die hat alles so gebaut, wie es bestellt war.  
Wer hat den schwarzen Peter? Die Firma, die die Arbeiten ausgeführt hat, schon mal nicht. Die hat alles so gebaut, wie es bestellt war.   Foto: oh

Es war fast mit Händen zu greifen – das Bemühen darum, eine Sprachregelung zu finden, die klarmacht: Ja, da ist was schiefgelaufen bei der Umgestaltung des Marktplatzes. Und alle waren irgendwie daran beteiligt. Im Betriebsausschuss ging die Debatte nun in eine neue Runde. Und wer ist jetzt „schuld“? Die Politik, die es beschlossen hat? Die Verwaltung, die es hat bauen lassen? Die Presse, die das Debakel nicht hat kommen sehen?

Die Abteilung Stadtplanung ließ per Stellungnahme ausrichten: Es sei bei der Umgestaltung des Marktplatzes auch um mehr Aufenthaltsqualität gegangen. Hier habe es eine „deutliche Verbesserung“ gegeben. Und: Die Kombination aus Beton- und Natursteinen sei „ausdrücklicher Wunsch der politischen Gremien gewesen“. Zudem seien auch der Seniorenbeirat und der Beirat für Menschen mit Behinderung in die Planung eingebunden gewesen – ohne dass es von dieser Seite Bedenken gab. Botschaft: Man habe nur ausgeführt, was beschlossen wurde.

Dass derzeit Pflastersteine aufgenommen würden, sei mit laufenden Nachbesserungen und Restarbeiten zu erklären, erklärte die Verwaltung. Nicht mehr, nicht weniger. Die Bauabnahme stehe noch aus. Aber: Es gebe keinen Grund, die Bauarbeiten zu bemängeln. „Die Firma hat nach unserer Auffassung so gebaut wie beschlossen“, sagte Aloys Wilpsbäumer, im Rathaus für die städtische Infrastruktur zuständig. Um die Diskussion zu versachlichen fehle im Grunde, so Wilpsbäumer, eine Fläche von 5x5 Meter vom Zustand des alten Marktplatzes. „Wenn wir die hätten, würden wir diese Diskussion nicht führen.“

Wilfried Roth mahnte im Hinblick auf Platzierung von Ständen und Kabeln an Markttagen nochmalige Gespräche an. Er glaube, „dass man da viele Dinge optimieren kann.“ Marktbeschicker platzierten ihre Stände zum Teil „unglücklich“. Für das Café Mandala schwebt ihm eine solche Platzierung der Stühle vor, dass ein Durchgang entstehe. Die Diskussion empfindet Roth als „dermaßen emotional“. Vielfach zeuge sie auch von fehlendem Sachverstand. „Dass wir Fehler machen. Klar. Wir sind auch nur Menschen. Wir alle, die hier sitzen, sind angesprochen.“ Auch die Presse sei in die Debatte „stark involviert“ gewesen. Nun sei die Verwaltung aufgehordert, mit den Marktbeschickern und den Café-Betreibern „nach tollen Lösungen zu suchen. Und die wird man, wenn man will, finden.“

Peter Borggreve (Grüne) bemängelte unter anderem, dass es deutliche Qualitätsunterschiede bei der Pflasterung gebe. Das größte Problem aber sei die Bestuhlung. „Mit dem Café Mandala müssen wir reden. Das kann so nicht bleiben. Auf keinen Fall.“ Gleiches gelte für die Marktbeschicker. „Wenn wir denen nicht andere Stellen zuweisen, müssen weiterhin Menschen mit Rollator oder Rollstuhl über den schlechtesten Teil des Platzes. Das kann nicht Sinn und Zweck der Sache sein.“

Christa Waschkowitz-Biggeleben (CDU) sagte, dass der Politik Detailplanungen nicht vorgelegt worden seien, etwa „die Konkretisierungen am Mandala. Insofern hat man da nicht noch mal ein Auge drauf geworfen.“ Andre Kintrup (Stadt) widersprach freundlich, aber bestimmt. „Das lag alles vor.“ Insgesamt, so Kintrup, habe man „einen wunderschönen Platz hinbekommen. Marktstände und Bestuhlungen werden sich einspielen. In einem halben Jahr werden wir ihn nur noch als tollen, innerstädtischen Platz wahrnehmen.“ Waschkowitz-Biggeleben stimmte grundsätzlich zu. „Es ist wichtig, dass man das Positive in den Vordergrund stellt.“ Eine Empfehlung, die sie auch in Richtung Presse aussprach.

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