Keine Stadttauben Der Taubenflop

Greven -

Kann die Taubenpopulation in Greven durch allerlei Tricks eingedämmt werden? Robert Tüllinghoff von der Biologischen Station begründet, warum das nicht so einfach ist.

Von Ulrich Reske
Aufgelassen  werden hier die Brieftauben. Sie und auch die artverwandten Stadttauben gibt es in der Grevener Innenstadt gar nicht.
Aufgelassen  werden hier die Brieftauben. Sie und auch die artverwandten Stadttauben gibt es in der Grevener Innenstadt gar nicht. Foto: Privat

Für die einen sind sie die „Ratten der Lüfte“, den anderen liebste Beschäftigung. Nicht von ungefähr heißt ein Grevener Taubenverein „Kehre wieder“. „Weg mit den Tauben“, sagt dagegen Ulrich Stratmann, der in mehreren Anträgen an die Stadt Greven die Einführung des Tübinger Modells gefordert hatte, das vorsieht, im Stadtgebiet „kontrollierte Taubenschläge“ zu errichten und ein Fütterungsverbot zu erlassen. Diesen Antrag lehnte der Stadtentwicklungsausschuss jüngst einstimmig ab.

Robert Tüllinghoff, stellvertretender Leiter der Biologischen Station, liefert denn auch die Begründung für die Ablehnung. „In Greven gibt es keine Stadttauben“, erklärte der Biologe freundlich lächelnd Politikern und Antragsteller. Denn nur Stadttauben, die in der Regel von Brieftauben abstammen, könnten auch tatsächlich in solchen Taubenschlägen eingefangen werden. In der Stadt aber haben nach Tüllinghoffs Auskunft Ringel- und Türkentauben das Sagen. Und die ließen sich mit solchen Tricks nicht einfangen. Das bestätigt auch Hermann Fromme-Keul, Vorsitzender der beiden inzwischen fusionierte Grevener Taubenvereinen „Kehre Wieder“ und „Emsbote“. Diese Information habe er auch dem Antragsteller Ulrich Stratmann gegeben.

Dass aber auch insgesamt in Greven weniger Tauben ihr kotendes Unwesen antreiben als in anderen Städten, stellte Tüllinghoff abschließend fest. So überzeugend übrigens, dass Antragsteller Stratmann anbot, seinen Antrag wieder zurückziehen zu dürfen. Da war die Abstimmungsmaschinerie des Ausschusses aber bereits in Gang gesetzt. Mit bekanntem Ergebnis: Einstimmig abgelehnt.

Auch Anrufe bei Stadt und Kirchengemeinden bestätigen übrigens, dass es in Greven kein Taubenproblem gibt. An städtischen Gebäuden gebe es nirgends Schäden, die auf Taubenkot zurückzuführen sei, erklärt Gebäudemanagerin Reinhild Heedemann, „selbst am Rathaus nicht.“

Aber auch an der Stadtkirche, die mit Sandsteinsimsen, Erkern und Nischen zur Freude aller Tauben auf dem Kirchberg gen Himmel wächst, meldet Pfarrer Klaus Lunemann Taubenentwarnung. „Zerfressenen Sandstein gibt es bei uns nicht.“ Und dort, wo Tauben vorzugsweise gerne sitzen würden, zeigt sich die Kirche wehrhaft. Metallspieße und andere Abwehrmechanismen sorgen für eine weitgehend taubenfreie Martinuskirche. Nistende Dohlen allerdings bereiten dem Pfarre mehr Probleme. Nach der Nistsaison will man auch diese Vogelart vertreiben. Die Mauerlöcher, die als Brutstätten dienen, sollen verfüllt werden.

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