Flüchtlinge sind ausgezogen Schöneflieth ist wieder Sporthalle

Greven -

Die Schöneflieth-Sporthalle ist renoviert worden, nachdem die Flüchtlinge im Herbst ausgezogen sind. Jetzt hat die Stadt das Gebäude offiziell an den Verein zurück gegeben.

Von Monika Gerharz
Die Halle ist wieder eine Halle (oben): Die Zwischenwände, die den Flüchtlingen ein Minimum an Privatsphäre gewähren sollten, (links), sind ausgebaut. Darüber freuen sich SC-09-Geschäftsführer Thomas Drunkenmölle, Fachbereichsleiterin Beate Tenhaken und Frank Kerstingskötter vom Gebäudemanagement (rechtes Bild, von links).
Die Halle ist wieder eine Halle (oben): Die Zwischenwände, die den Flüchtlingen ein Minimum an Privatsphäre gewähren sollten, (links), sind ausgebaut. Darüber freuen sich SC-09-Geschäftsführer Thomas Drunkenmölle, Fachbereichsleiterin Beate Tenhaken und Frank Kerstingskötter vom Gebäudemanagement (rechtes Bild, von links). Foto: Monika Gerharz

Die Schöneflieth-Halle ist wieder eine Halle, die Trennwände sind verschwunden, die Flüchtlinge sind anderswo untergebracht: Am Dienstag hat die Stadtverwaltung die Schönefliethhalle wieder an den SC Greven 09 zurückgegeben. „Wir haben einiges saniert und mehrere zigtausend Euro reingesteckt“, sagte Beate Tenhaken, Fachbereichsleiterin Jugend, Bildung und Soziales bei der Stadtverwaltung. „Ich denke, der Verein kann sich durchaus freuen.“

Ganz so weit mochte Thomas Drunkenmölle, Geschäftsführer des SC Greven 09, nicht gehen. „Zugespachtelt, gestrichen – aber absolut in Ordnung“, bescheinigte er augenzwinkernd der Stadtverwaltung. Die hat dem Verein allerdings auch neue Duschen spendiert und einiges für die Beleuchtung getan, informiert Frank Kerstingskötter vom Gebäudemanagement. Außerdem wurden für die Flüchtlinge ein kombiniertes Heiz-Lüftungssystem eingebaut und für die Mieter im Haus ein ganz neuer Eingang geschaffen – Errungenschaften, die der Verein natürlich behalten darf. Aber es bleibe eben ein altes Gebäude. „Die eigentlichen Umkleiden sind auch drüben“, gab Drunkenmölle zu. „Aber das hier brauchen wir dringend als Reserve.“

Wie berichtet, war die Halle von Januar bis Oktober 2016 als provisorischer Wohnraum für 60 bis 70 Flüchtlinge genutzt worden. Die Stadtverwaltung sah im letzten Quartal 2015, als jeden Monat mehr als 100 Asylsuchende nach Greven kamen, keine andere Möglichkeit zur Unterbringung, als jene Gebäude, die der Stadt gehörten, herzurichten. „Uns war es als Verein schon wichtig zu sagen: Wir helfen“, bestätigt Drunkenmölle, dass nicht über den Kopf der Verantwortlichen hinweg entschieden worden sei. Zwar habe mancher zunächst gemurrt, aber dann sei man sich doch einig geworden. Die Grevener Vereine seien zusammen gerückt und hätten einen Notbelegungsplan für die Hallen aufgestellt, so dass das Training der Mannschaften weitergehen konnte. „Wir haben sogar eine eigene Flüchtlingsmannschaft, und in Zusammenarbeit mit der Flüchtlingshilfe gab es hier einen Sprachkurs“, berichtet Drunkenmölle. Und das hat wohl auch die Flüchtlinge beeindruckt. „Die meisten Bewohner waren gerne hier“, weiß Tenhaken.

Vor 27 Jahren, während des Balkankrieges, war die Schönefliethhalle schon einmal mit Flüchtlingen belegt. „Damals viel einfacher, mit Tüchern zwischen den Betten“, erinnert sich Drunkenmölle. Bei der Stadtverwaltung jedenfalls hofft man, dass es mindestens wieder 27 Jahre dauern wird, ehe ein ähnlicher Notfall eintritt wie 2015/16.

„Aber ich sage nie mehr nie“, ist Beate Tenhaken vorsichtig geworden. Zwar hat die Stadt gegenwärtig ein bisschen Luft bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Etwa 100 Menschen könnte sie unterbringen, wenn dichter belegt würde. „Aber wir sind derzeit schon etwas unruhig“, spielt Tenhaken auf die angespannte Situation mit der Türkei an. „Wir hoffen, dass das Flüchtlingsabkommen hält.“

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