Lange Nacht der Bibliotheken Flirten mit dem charmanten Roboter

Greven -

In der Bücherei gibt‘s nur Bücher? Irrtum. Zwischen den Regalen trieben sich bei der „langen Nacht der Bibliotheken“ flirtende kleine Roboter herum.

Von Stefan Bamberg
Lange Nacht der Bibliotheken : Flirten mit dem charmanten Roboter
Foto: Stefan Bamberg

Schon verrückt, diese neue Technik. Die beiden älteren Damen jedenfalls sind völlig von den Socken. „Nein, wie reizend!“, schwärmen sie – und klingen dabei beinahe ein bisschen wie frisch verliebt. Ihre Flirtpartner sind fürwahr eine interessante Partie: „Dash“ und „Dot“ heißen sie. Sie sind charmant, äußerst agil – und überdies einem Rendezvous nicht abgeneigt. Na gut, das Date mit „Dash“ könnte so seine Tücken haben: Denn der macht sich manchmal einfach vom Acker. Sonst aber sind beide wie Ehemänner: Sie tun alles, was Frau will – eine klare Ansage vorausgesetzt.

„Dash“ und „Dot“ sind kleine Roboter – und am Freitagabend in der Stadtbücherei die heimlichen Stars. Dort steigt die „Nacht der Bibliotheken“, eine NRW-weite Aktion unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlamentes. Lesen, stöbern, spielen, quizzen, toben, tüfteln bis 23 Uhr abends. Und eben: die neuesten elektronischen Mätzchen ausprobieren. „Die Bibliotheken-Kultur verändert sich“, weiß Gastgeberin Sigrid Högemann. „Wir müssen mit immer mehr neuer Technik umgehen.“

Müssen – oder dürfen, ganz wie man will. Denn die Bibliothekarin sieht darin auch Chancen – sie und ihr Team sind experimentierfreudig. Zum Beispiel beim Quizzen: Ratespiele avancieren zum Hit, in Zeiten von Tablet und Smartphone mehr denn je. „Quizsendungen sind ein bisschen wie diese unzähligen Koch-Shows – man kommt einfach nicht mehr dran vorbei“, schmunzelt Mitarbeiterin Anne Thiemann, die zum großen „Quizduell“ mit der gleichnamigen App in den Bücherei-Keller einlädt. Ein paar Besserwisser raten sich oben derweil schon mal warm – ebenfalls digital, versteht sich. Grevener Schüler haben sich die Fragen ausgedacht. Der Name des Grevener Bürgermeisters? Kein Problem! Wie viele Türen aber hat die Stadtbibliothek? Schon schwieriger – circa 30 wäre die richtige Antwort gewesen.

Und zwischen denen ist mächtig was los, selbstverständlich auch für traditionsbewusste Nutzer: die Bücherei als Eldorado für Leseratten und Buch-Ausleiher, aber auch als Treffpunkt für Jung und Alt, für Menschen aus verschiedenen Kulturen. „Das“, glaubt Sigrid Högemann, „wird sich nie ändern.“

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