Doppelkopf-Turnier bei Frohsinn Ost Hoffen aufs „Omma-Blatt“

Greven -

Und wieder ein Rekord: 404 „Zocker“ haben diesmal beim Doppelkopfturnier von Frohsinn-Ost mitgemacht-

Von Stefan Bamberg
Schon vor zehn Jahren waren Peter Stephan und sein Großvater Theo Welling mit dabei, wie ein Zeitungsbericht belegt. Doppelkopf in Greven – eine Familien-Tradition.
Schon vor zehn Jahren waren Peter Stephan und sein Großvater Theo Welling mit dabei, wie ein Zeitungsbericht belegt. Doppelkopf in Greven – eine Familien-Tradition. Foto: Stefan Bamberg

Sie waren schon häufiger hier. Vor zehn Jahren zum Beispiel. Den Presseartikel von damals hat Theo Welling aufbewahrt. Peter Stephan klopft dem rüstigen Senior fröhlich auf die Schulter. Opa und Enkel gemeinsam beim Doppelkopf – das war auch dem damaligen WN-Schreiber schon eine Story wert. „Demnächst werde ich 90“, erzählt Welling, während er das Zeitungspapier glatt zieht. Und der Enkel? Ist mittlerweile Anfang 30. Doch es ist – so scheint es – dieser eine Tag im Jahr, an dem alles so ist wie früher, als Opa dem Kleinen das Kartenspielen beibrachte. Der Tag, an dem in Ballenlager und Kulturschmiede bis in die Morgenstunden gezockt wird. Freitagabend. Samstagmorgen. „Wenn es irgendwie machbar ist“, sagt Peter Stephan, „sind wir hier jedes Jahr gemeinsam am Start.“

Das Doppelkopf-Turnier von „Frohsinn Ost“ – das ist nicht nur die größte Doko-Bühne des Münsterlandes, nein, das ist auch der Schauplatz für besondere Geschichten. Familien-Geschichten wie die von Großvater und Enkel. Aber auch Geschichten von Typen, die für ihr Hobby durch die gesamte Republik tingeln. Oder von Gelegenheits-Spielern, die spontan mitmachen und sofort abräumen. Sie alle stehen in der langen Kassen-Schlange, Gedrängel um kurz nach sieben. „Die größte Sorge ist, dass wir jemanden nach Hause schicken müssen“, meint Werner Teupe, „Frohsinn-Ost“-Ehrenvorsitzender. Müssen sie nicht, obwohl mit 404 Teilnehmern so viele kommen wie noch nie zuvor. PC, Tablet, Smartphone – kann alles einpacken gegen Dullen, Bockrunden und Re-Damen. Und: „Die Preise sind natürlich ein Anreiz“, weiß Teupe. Prämien bis zu 400 Euro winken. Wäre schon nicht schlecht.

Hoffen aufs berühmte „Omma-Blatt“. Wer das hat? Wenn man ihnen so zuhört – keiner! „Wollen ´Se mal richtigen Müll fotografieren? Dann kommen ´Se ran“, nörgelt ein Spieler in Richtung Reporter. „Nä, nä, läuft nicht“, stöhnt ein anderer in der Pause. Dann guckt er nach, wie Preußen Münster gespielt hat. Soviel zum Thema „läuft nicht“. Meckern gehört halt zum Kartenklopper-Handwerk.

Wer die am wenigsten schlechten Karten hat, braucht „nur“ noch gewiefte Mitspieler. Wie war das noch mal mit dem Fuchs? Falsch bedient! Vergeben! Aktionen, mit denen man sich hier – jedenfalls, wenn man an die echten Profis gerät – ungewollt unsterblich macht. „Die Atmosphäre an den Tischen ist aber in der Regel super nett“, berichtet Stadtwerke-Chefin Andrea Lüke, die sich nach der offiziellen Eröffnung mit Sponsoren als eine von 79 Damen ins Getümmel stürzt. Im Anschluss an die erste Runde fungiert Lüke zudem als Los-Fee für die attraktiven Städtereisen. Ob Hamburg, London oder Paris: Doppelkopf in Greven – das ist für einige Glückspilze unverhofft das Tor zur weiten Welt.

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