Stelle eines Technischen Beigeordneten abgelehnt Wer A sagt, muss nicht B sagen

Greven -

Trotz Engpässen in der Verwaltung: Die Stelle eines Technischen Beigeordneten soll nicht wieder eingeführt werden. Sogar der ursprüngliche Antragsteller ließ sich von den Argumenten überzeugen – und begründete dies literarisch.

Von Ulrich Reske

Personalkosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro, der Verlust flacher Hierarchien, eine durch eine Art Technischen Bürgermeister wieder aufgeblähte Verwaltungsstruktur – die Argumente, die Klaus Hoffstadt vom Zentralen Steuerungsdienst der Stadt gegen die Wiedereinführung der Stelle eines Technischen Beigeordneten in der Verwaltungsvorlage ins Feld geführt hatten, überzeugten die Mitglieder des Hauptausschusses. Was auch zu erwarten war! Was allerdings überraschte, war die Reaktion des Antragstellers Ernst Reiling, der eben genau die Einrichtung dieser Stelle per Antrag gefordert hatte. Der Fraktionschef von Reckenfeld direkt stimmte letztlich gegen seinen eigenen Antrag und bewies literarische Kenntnisse: „Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war“, zitierte Reiling Bertolt Brecht und dokumentierte Erkenntnis per Stimmabgabe.

Auf Nachfrage erklärte der Rats-Senior, dass letztlich auch die interfraktionelle Zusammenarbeit zu diesem Meinungswandel geführt habe. Den Antrag möchte er letztlich als „Katalysator“ verstanden wissen, um auf den Notstand im Bereich der Stadtplanung hinzuweisen.

Die Stärkung des Fachdienstes „Stadtentwicklung und Umwelt“ dokumentierte der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss bei einer weiteren einstimmigen Entscheidung. Speziell für den Bereich der Stadtentwicklung wird jetzt eine zusätzliche Stelle mit dem Schwerpunkt Stadtentwicklungsplanung eingerichtet.

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