Wünsche zur Verbesserung der Querungshilfe „Leuchte aus Montargis mitbringen“

Reckenfeld -

Die Querungshilfe an der Grevener Landstraße ist gut, könnte aber besser sein: Vorschläge dazu wurden im Reckenfeld-Ausschuss diskutiert.

Von Oliver Hengst
Die Schlussrechnung für die neue Querungshilfe liegt vor und soll bis Mitte Oktober geprüft werden. 60 000 Euro sind zu überweisen – für manche Anwohner ein bisschen viel „für dat bissken“.
Die Schlussrechnung für die neue Querungshilfe liegt vor und soll bis Mitte Oktober geprüft werden. 60 000 Euro sind zu überweisen – für manche Anwohner ein bisschen viel „für dat bissken“. Foto: oh

Die Querungshilfe am Ortseingang Reckenfeld (Grevener Landstraße ) ist fertig, aber nach den Vorstellungen einiger Kommunalpolitikern noch nicht so ausgestattet, dass der Verkehr (vor allem aus Richtung Greven) wirklich ausgebremst wird. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Baumtor und speziellem Licht?

Knapp 60 000 Euro hat die Querungshilfe gekostet, die Rechnung liegt damit „absolut in dem Rahmen, den wir beauftragt haben“, wie André Kintrup , im Rathaus für Verkehr und Grün zuständig, jüngst im Bezirksausschuss erläuterte. Die Rechnung übernehmen jeweils zur Hälfte die Stadt und der Kreis. Den Vorschlag, im Bereich der Querungshilfe Bäume anzupflanzen und damit die Ortseingangssituation zu unterstreichen, scheidet nach seinen Ausführungen wegen der Sichtverhältnisse aus. „Mal ganz abgesehen davon, dass neben der Querungshilfe ein Radweg und dahinter ein Gehweg ist, fehlt auch der Platz, wo man Bäume unterbringen könnte.“ Da der Radweg (genau wie die Straße) dem Kreis gehöre, stehe für eine mögliche Baumpflanzung nur der jeweils 1,75 Meter breite Gehweg zur Verfügung. Eine Baumscheibe habe aber üblicherweise eine Größe von 2x3 Meter. Diese sechs Quadratmeter brauche ein Baum minimal, um wachsen zu können. „Es fehlt also schlichtweg der Platz“, verdeutlichet Kintrup. „Da haben Sie mich leider überzeugt“, nahm Antragsteller Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) resigniert zur Kenntnis. „Wenn die optische Verdichtung, die wir erreichen wollten, nicht möglich ist, ist das so.“ Dessen ungeachtet wünscht er sich eine transparentere Darstellung der Kosten: „Viele Anwohner wundern sich einfach über die 60 000 Euro für – ich sag mal – dat bissken da.“

Kintrup rechnete vor, dass die Straße um rund 200 Quadratmeter „gewachsen“ sei. Bei marktüblichen Preisen sei man schnell in Preisregionen, wie sie auch hier erreicht wurden.

Bürgermeister Peter Vennemeyer verwies zudem darauf: „Da sind taktile Elemente eingebaut, das kostet Geld ohne Ende.“ Diese speziellen Steine ermöglichten es Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen, sich tastend zu orientieren.

Anika Stöcker (CDU) erkundigte sich, ob solche Steine tatsächlich nötig und sinnvoll seien. Denn sehbehinderte Menschen müssten sich trotz der Steine immer noch darauf verlassen, dass sie nahende Autos hören – und deren Fahrer idealerweise Rücksicht nehmen. „Nicht, dass ich nicht für eine Querung für Sehbehinderte wäre. Aber ist das nicht eine Ausgabe, die man sich hätte sparen können?“ „Nein“, antworte Vennemeyer. „Wir sind verpflichtet, die einzubauen.“ Auch am neuen Kreisverkehr an der Königsstraße seien diese taktilen Elemente verbaut – Vorschrift eben. „Die sind ganz wichtig“, ergänzte Kintrup. Im Rahmen eines so genannten Mobilitätstrainings machen sich Sehbehinderte mit dem Umfeld (und mit der Nutzung dieser Steine) vertraut, die unter anderem Hinwiese zur Position der Querung und zur Richtung, in die man gehen müsse, enthalten. So ausgestattete Übergänge machten somit eine gefahrfreiere (gleichwohl nicht gefahrlose) Überquerung einer Straße möglich, so Kintrup. Eine Erläuterung, die Stöcker dankbar zur Kenntnis nahm.

Die Anregung von Rolf Grieskamp (Reckenfeld direkt), in Höhe der Querungshilfe ein orangefarbenes Licht zu installieren, wird wohl nicht umgesetzt. „Das kann man leider nicht, weil das ausschließlich in Frankreich zulässig ist“, informierte Kintrup schmunzelnd. Der Hinwies anderer Ausschussmitglieder auf eine Städtepartnerschaft mit Frankreich und der süffisant vorgetragene Vorschlag, beim nächsten Montargis-Besuch einfach eine passende Leuchte von dort mitzubringen, wurde mit Erheiterung zur Kenntnis genommen.

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