Kommentar Kein Platz für Hoffnungen

Das ist eine bittere Pille, die das Bistum den Grevener Katholiken verpasst: Nach Kirchenfusionen, die aus Pfarreien Standorte machten und letztlich zur Martinus-Großpfarre führten, folgen nun die Schritte, die vor allem durch wirtschaftliche Faktoren angestoßen werden. Die Kirche schrumpft.

Das tut weh. Vor allem jenen Menschen, die vor gerade einmal 60 Jahren noch selbst Hand am Bau der beiden neuen Kirchen Josef und Marien angelegt haben, die dort getauft wurden, den Bund fürs Leben geschlossen haben, ja auch Abschied vom Leben nahmen. Welche Vorstellung, dass bald Bagger diese Orte der Identität zerstören. Heftige Reaktionen sind programmiert.

Die Bistumsleitung hat sie in Kauf genommen und für den Westen der Stadt gleichwohl ein akzeptables Konzept präsentiert: Ein Neubau, bedarfsgerecht auf die Gläubigen vor Ort abgestimmt, ein Turm, der an alte Stärken erinnert.

Im Süden der Stadt allerdings regieren Wirtschaftsinteressen. Ein Abriss, der komplette Verzicht auf einen noch lebendigen Standort. Wurde da nicht das Kind mit dem Bade ausgeschüttet? Platz für Hoffnung bleiben da nicht. Ulrich Reske

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