Konzert im Beat-Club-Keller Bach wörtlich, Lauba improvisiert

Greven -

Klassik trifft Moderne, Bach trifft Lauba: Der Saxofonist Koryun Asatryan gastiert am Freitag im Beat-Club-Keller.

Koryun Asatryan  hat viele große internationale Preise gewonnen.
Koryun Asatryan  hat viele große internationale Preise gewonnen. Foto: privat

Bach und Telemann, streng werkorientiert gespielt, und moderne Komponisten wie Lauba , der viel Interpretation erfordert, präsentiert der Saxofonist Koryun Asatryan am Freitag, 30. September, im Beat Club Greven . Er spielt im Rahmen der Konzertreihe „Beatclub Greven Bliss“ , die gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit verantwortet wird. Auf dem Programm stehen „Jungle“ von Christian Lauba (*1952): Jungle, Georg Philipp Telemann (1681–1767) „Fantasien für Flöte, Nr. 3 und Nr. 5“, Ryō Noda (*1948), „Maï“, Luciano Berio (1925–2003) Sequenza VIIb und Johann Sebastian Bach (1685–1750) „Partita für Flöte a-Moll BWV 1013“.

In der Ankündigung des Konzerts skizziert Koryun Asatryan sein Musikverständnis: „Spielt man, in unbedingter Werktreue, bei Bach nur das, was in den Noten steht, ist die ganze Musik da, die Tiefe, die so unbegreiflich bleibt, das – obwohl alles verständlich ist – Unbestimmbare, das uns so tief berührt. Auch bei Berio entsteht aus dem Text selbst etwas, eine Atmosphäre. Ganz anders bei Lauba: Wenn man bei seinen Etüden spielt, was in den Noten steht, entstehen nur Töne. Man muss als Interpret viel dazutun, damit das Spiel nicht Leistungssport bleibt, sondern Musik wird, die in ihrer eigenen Radikalität begeistert. Bach braucht Klarheit. Jedes Werk ist vollkommen in sich – wie ein Granatapfel: Jedes Stückchen hält das andere, jede Note hat ihr eigenes Gewicht. Es ist vulgär, Bach unserer Zeit anzupassen. Natürlich, ganz authentisch können wir ihn nicht interpretieren, denn wir wissen nur, dass die Stücke, die ja Tanzformen sind, tanzbar sein müssen. Hinzukommt, dass ich auch eine Brücke zu mir selber schlagen muss, denn es soll sich für mich natürlich anfühlen, Bach zu spielen.“

Koryun Asatryan, der bei Daniel Gauthier (Dortmund/Detmold/Köln) studiert hat, zahlreiche renommierte Preise gewann, international gastiert und an der Musikhochschule München unterrichtet, stellt Bach Berio und hochvirtuose, extrem anspruchsvolle Stücke von Noda und Lauba gegenüber, die unsere Zeit ausdrücken und bei denen der 31-Jährige „viel machen muss“. Ob dann auch in Öppes Keller der Geist des Samurai aus Nodas „Maï“ erscheint, der – so der Text zur Programmmusik – von seiner Witwe zur Rede gestellt wird, weil er vor einer Schlacht, die er nur verlieren konnte, Selbstmord beging, um seine Soldaten zu retten?

Das Konzert findet am Freitag, 30. September, im Beat Club Greven, Keller der Gaststätte „Goldener Stern“, Martinistraße 2 statt. Der Eintritt beträgt 15 Euro, 11 Euro ermäßigt für GWK-Mitglieder und Beat Club-Mitglieder. Karten gibt es im Vorverkauf bei Greven Marketing, Alte Münsterstr. 23, und beim Beat Club Greven, Bismarckstraße 34, ✆  02571/81303, und unter www.adticket.de.

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