Stadt baut neue Flüchtlingsunterkunft 250 Flüchtlinge im Gewerbegebiet

Greven -

Die Ausweisung einer Notunterkunft des Landes am FMO ist passé, deshalb hat die Stadt jetzt ein Grundstück im Gewerbegebiet Mergenthalerstraße gekauft, wo fünf Wohncontainer aufgestellt werden sollen.

Von Ulrich Reske
Die neue Erschließungsstraße ist bereits geschoben. Sie verläuft parallel zu Metallbau Hillebrand. An ihr werden die Container errichtet.
Die neue Erschließungsstraße ist bereits geschoben. Sie verläuft parallel zu Metallbau Hillebrand. An ihr werden die Container errichtet. Foto: res

Das war nicht geplant: Die Stadt hat an diesem Wochenende eine knapp 13 000 Quadratmeter große Gewerbefläche am Ende der Mergenthalerstraße im gleichnamigen Gewerbegebiet gekauft. Bereits in den nächsten Wochen sollen auf dem Terrain in Nachbarschaft des Metallbauers Hillebrand und des Salbenherstellers Neubourg/Skin zunächst drei Wohncontainer für 150 Menschen errichtet werden. Bestellt hat die Stadt aber schon jetzt fünf Container. Sie würden an dieser Stelle 250 Menschen Wohnraum bescheren.

Ein Dreizeiler der Landesregierung zum Jahresende hatte die Planspiele und -zahlen für die Asylbewerberunterbringung in diesem Jahr quasi auf den Kopf gestellt. Eigentlich hatte die Stadt auf die Ausweisung einer Notunterkunft des Landes für 700 bis 1000 Menschen unweit des FMO gesetzt. „Die Gespräche waren schon weit gediehen“, sagt Stadtsprecher Klaus Hoffstadt. Doch dann kam eben jener Dreizeiler mit der kargen Notiz, dass es den Bedarf nicht mehr gebe. Die Stadt hatte ihre Hoffnung vor allem auf die Notunterkunft gesetzt, weil die dort untergebrachten Menschen auf die konkreten Zuweisungen für Greven angerechnet worden wären. Konkret hätte die Stadt in diesem Jahr keine weiteren Unterkünfte mehr bereitstellen müssen, wenn denn die Landeseinrichtung gebaut worden wäre.

Im Rathaus habe dieses lapidare Schreiben eine „Schockstarre“ ausgelöst. Auch deswegen, weil die Anmietung und der Kauf von dezentralen Projekten immer schwieriger wird.

Das Grundstück habe man von einem Privatmann aus dem Hessischen gekauft, bestätigte Hoffstadt Informationen dieser Zeitung. „Zu sehr günstigen Konditionen.“

Spätestens im März werden die ersten drei Container auf dem Grundstück stehen. Für diese Art der zentralen Unterbringung werde in jedem Fall ein Sicherheitsdienst organisiert. Sollten tatsächlich 250 Menschen dort leben, müsse zudem ein Sozialarbeiter für den Standort eingestellt werden. Über die genauen Dimensionen der Ansiedlung sollen heute auch die Anlieger im Gewerbegebiet durch Bürgermeister Vennemeyer informiert werden. Auch die politische Debatte beginnt jetzt.

Das Ende der Fahnenstange ist damit allerdings noch nicht erreicht. Denn während das Land „kein Bedarf“ sagt, geht die Zuweisung in Greven weiter. „Wir prüfen weitere Standorte.“ Nicht so weit vom Gewerbegebiet entfernt, soll in Hüttrup noch im Frühjahr eine Unterkunft gebaut werden.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3732062?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F