Charakterdarsteller Promi-Geburtstag vom 5. Januar 2018: Günther Maria Halmer

Ob Tscharlie oder Anwalt Abel - Schauspieler Günther Maria Halmer hat schon viele Rollen übernommen. Privat und am Set gilt er als eigenwillig. Sich selbst sieht er als Tannenbaum.

Von dpa
Günther Maria Halmer wird 75.
Günther Maria Halmer wird 75. Foto: Ingo Wagner

München (dpa) - Günther Maria Halmer ist ein echtes Fernsehgesicht. Seit Jahrzehnten arbeitet er als gefragter Charakterdarsteller, ist schon in mehr als 150 Rollen geschlüpft. Seinen Durchbruch feiert er Mitte der 70er Jahre als sympathisches Schlitzohr Tscharlie in Helmut Dietls Kultserie «Münchner Geschichten». Auch heute ist Halmer eine feste Größe im deutschen Film. Am Freitag (5. Januar) wird er 75 Jahre alt.

Als einer der wenigen deutschen Schauspieler hat es der gebürtige Rosenheimer auch nach Hollywood geschafft. Mit Ben Kingsley ist er 1982 im Oscar-gekröntem Kinofilm «Gandhi» zu sehen, in dem er den deutsch-jüdischen Freund des Titelhelden verkörpert. Im gleichen Jahr spielt er neben Meryl Streep im US-Drama «Sophies Entscheidung». Eine Option sei Hollywood aber nie gewesen, sagt Halmer einmal in einem Interview. «Die internationalen Geschichten waren reizvolle Erfahrungen, aber das war es dann auch.»

Dem Publikum bleibt der Sohn eines Anwalts aus Schwaben aber trotzdem treu. Millionen Menschen sehen ihn als raubeinig-melancholischen, von unerschütterlichem Gerechtigkeitssinn erfüllten Pflichtverteidiger in der erfolgreichen Justizserie «Anwalt Abel», die von 1988 bis 2001 im ZDF ausgestrahlt wurde.

Halmer steht auch heute noch vor allem für das Primetime-Programm vor der Kamera. Seine unermüdliche Lust am Spiel beschert ihm eine Reihe von Engagements in Fernsehfilmen und Serien: Vom «Tatort» über das «Traumschiff» bis hin zu Weihnachtskomödien wie «Tief durchatmen, die Familie kommt». Zwischendurch macht Halmer auch immer wieder Halt am Theater.

Auf ein bestimmtes Muster lässt sich der Absolvent der der renommierten Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München aber nicht gerne festlegen. Am Anfang seiner Karriere stecken ihn viele noch in die Schublade des bayerischen Volksschauspielers, doch Halmer spielt sich mit Hilfe seiner unverwechselbaren und nachdenklichen Art frei.

Der zurückgezogen in der Nähe seiner Heimatstadt lebende Schauspieler ist kein Fan vom roten Teppich und gibt nur ungern Autogramme, wie er mal erzählt. In seiner Jugend ist er unangepasst, erntet Verweise, fliegt aus dem Militär, der Hotelfachschule. Vor seiner erfolgreichen Schauspielkarriere schuftet er zwei Jahre lang in einem kanadischen Bergwerk.

Privat wie am Set gilt er immer noch als eigenwilliger, kluger und unverstellter Typ. Seine Ehefrau Claudia habe aber ein paar idiotische Kanten weggenommen, sagt er. Mit ihr ist er schon seit mehr als 40 Jahren verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Den beiden widmet er seine im Frühjahr 2017 veröffentlichte Autobiografie «Fliegen kann jeder - Ansichten eines Widerborstigen».

«Wenn ich versuchen soll, mein Wesen zu beschreiben, dann kommt mir ein Tannenbaum in den Sinn», schreibt er darin. «Immer ein bisschen zu ernst, auch wenn ein paar bunte Kugeln daran hängen. Mit Nadeln, die stechen - einen Tannenbaum kann man nur schwer umarmen.»

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