Ein kleiner Whisky am Abend Promi-Geburtstag vom 1. Mai 2017: Danielle Darrieux

Danielle Darrieux hat verführt, geliebt und gelitten. Noch vor wenigen Jahren stand die Schauspielerin vor der Kamera. Für ihr langes Leben hat die Leinwandikone, die jetzt 100 wird, ein Geheimnis.

Von dpa
Ein kleiner Whisky am Abend : Promi-Geburtstag vom 1. Mai 2017: Danielle Darrieux
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Paris (dpa) - Sie war nie ein Fitness-Freak, hielt nie viel von Diäten und fühlt sich trotzdem in Form. Noch bis vor wenigen Jahren stand Danielle Darrieux vor der Kamera. Mit Filmen wie «Der Reigen», «Die Mädchen von Rochefort» und «Ein Zimmer in der Stadt» wurde sie weltbekannt.

Seitdem sie Film und Bühne den Rücken gekehrt hat, widmet Darrieux sich hauptsächlich ihrer Rolle als Großmutter. Ihre Form habe sie einem gesunden Schlaf und einem kleinen Whisky am Abend zu verdanken, sagte Darrieux zuletzt in einem Interview. Heute feiert die Film- und Theaterschauspielerin ihren 100. Geburtstag.

DD, wie Danielle Darrieux noch heute von den Franzosen genannt wird, kann auf zahlreiche Hauptwerke des französischen Kinos blicken. In «Mayerling» bezaubert sie als junge Bürgerliche, die dem Kronprinz Rudolf von Österreich-Ungarn den Kopf verdreht. Im Wien von 1888/1889 wird ihre Liaison zum Skandal. Mit dem Drama, in dem Rudolf aus Verzweiflung zunächst sich und dann Mary erschießt, begann 1936 ihre internationale Karriere, die sie auch nach Hollywood führte. Dort drehte sie «The Rage of Paris», eine Komödie, in der sie versucht, sich einen Millionär zu angeln.

Kokett, charmant, betörend und elegant: Darrieux avancierte in den 50er Jahren neben der verstorbenen Leinwanddiva Michèle Morgan zum Vorzeigestar Frankreichs. Sie wurde zur Muse von Max Ophüls, mit dem sie große Filme wie «Pläsier» und «Madame de...» drehte. Über die in Bordeaux geborene Schauspielerin sagte Ophüls noch Jahre später: «Danielle Darrieux ist eine der ganz wenigen Darstellerinnen, die unvorbereitet in eine Rolle wie in eine zweite Haut schlüpfen.»

Ihre Wandlungsfähigkeit zeigte sie auch in der Verfilmung von Stendhals «Rot und Schwarz» als Madame de Rênal und als Modeschöpferin Coco Chanel in dem Musical «Coco Broadway». Eine Rolle, die sie meisterhaft verkörperte, denn Anmut und Witz hatten sie schon lange zum Inbegriff des Pariser Chic gemacht.

Noch im hohen Alter bestach sie Regisseure und Publikum mit ihrer natürlichen Eleganz. 2002 war sie in dem Erfolgsfilm «8 Frauen» von François Ozon zu sehen, 2003 in «Gefährliche Liebschaften», ein Jahr später in «Une vie à t'attendre» und 2005 in «Nouvelle Chance». 2010 verabschiedete sie sich schließlich nach mehr als 50 Filmen, Dutzenden Theaterengagements und Musical-Auftritten von Film und Bühne - und von einer kurzen Karriere als Chansonsängerin Mitte der 70er. Ihre Platten verkauften sich millionenfach.

Erstmals stand die Tochter eines Augenarztes und einer Gesangslehrerin, die zunächst am Pariser Konservatorium Gesang und Cello studierte, als Vierzehnjährige bei den Dreharbeiten zu «Le Bal» von Wilhelm Thiele vor der Kamera. Nur fünf Jahre später gelang ihr der internationale Durchbruch mit «Mayerling».

Darrieux liebt das Leben, wie sie in einem ihrer Interviews sagte. Deshalb sei sie auch in ihrem Alter noch so aktiv. Zweimal habe sie sich liften lassen. Was sie jedoch am meisten ärgere sei, dass man sterben müsse. 

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