Leute Die Promi-Geburtstage vom 15. Januar 2016: Ronald Zehrfeld

Berlin (dpa) - Er zählt zu den profiliertesten Schauspielern seiner Generation, Ronald Zehrfeld ist ein vielbeschäftigter Mann, aber trotzdem kein TV-Dutzendgesicht.

Von dpa
Ronald Zehrfeld beim Filmfestival in Locarno 2015.
Ronald Zehrfeld beim Filmfestival in Locarno 2015. Foto: Urs Flueeler

Mit gefeierten Kinofilmen wie «Barbara» oder «Phoenix», beide in der Regie von Christian Petzold, eroberte sich der gebürtige Ostberliner ein Publikum weit über den deutschen Tellerrand hinaus, Heute feiert Ronald Zehrfeld seinen 39. Geburtstag.

Der Mime sieht sich mit seinem Beruf in einer gesellschaftlichen Verantwortung. Bei Projekten frage er sich daher: «Ist das jetzt nur ein Produkt für Mutti auf der Couch mit Weißweinschorle und Salzstangen oder geht es um ein gesellschaftskritisches Thema?», so Zehrfeld vor einigen Jahren im Interview mit dem «Focus». Er wolle nicht in die Situation kommen, nur noch Schubladen aufzuziehen und sich und andere zu bedienen.

Geboren in Ost-Berlin, war Zehrfeld zu Wendezeiten ein Teenager. Nach dem Abitur folgte das Studium an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch» in Berlin. Bei einem Casting wurde er von Regisseur Dominik Graf entdeckt, Zehrfeld bekam seine erste große Rolle in dem Liebesdrama «Der Rote Kakadu» an der Seite von Max Riemelt und Jessica Schwarz. Für Graf stand er auch in der hochgelobten, aber quotenschwachen Krimi-Serie «Im Angesicht des Verbrechens» vor der Kamera. Für seinen Part wurde er mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet, später folgte noch einer für seine Rolle in dem düsteren TV-Krimi «Mord in Eberswalde».

Zehrfeld liebt die Kontraste, war im Schiller-Melo «Geliebte Schwestern» im historischen Kostüm ebenso überzeugend wie in den Kinderfilmen um den Kreuzberger Lausbuben Rico. Dass er allein auf ostdeutsche Charaktere festgelegt sei, stimmt einfach nicht, obwohl Zehrfeld schon öfter Ostdeutsche spielt, was für ihn aber überhaupt kein Problem ist.

Zehrfeld empfindet es als Glück, dass er zu DDR-Zeiten noch einige Jahre im Osten miterlebt hat. «Das ist Teil meines Lebens», sagte er einmal Zeitschrift «Cinema». Insofern könne er damit etwas mehr anfangen als viele andere Deutsche. «Es gibt Tausende Geschichten aus dieser Zeit, alle aus einem unterschiedlichen Blickwinkel. Es ist wichtig, dass sie nicht in Vergessenheit geraten und auf die Leinwand gebracht werden.»

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