Specials Woran erkennt man eine gute Detektei?

Es gibt viele Gründe, warum man einen Detektiv benötigen könnte. Und die Realität sieht nicht vor, dass ein Sherlock vor der Tür steht, sondern eher, dass sich Hilfesuchende selbst in der regionalen »Baker Street« vorstellen müssen. Nur, woran lässt sich ein guter Detektiv oder eine gute Detektei erkennen? Was ist mit Spezialisten und gibt es irgendwelche Vorgaben oder Auszeichnungen, die ein Detektiv als »gut« deklarieren könnten? Bei Rechtsanwälten oder Ärzten können sich Mandanten und Patienten am Fachanwalt oder Facharzt orientieren – und beim Detektiv? Dieser Artikel schaut sich das Thema einmal genauer an.

Specials: Woran erkennt man eine gute Detektei?
Eine zertifizierte Detektei erfüllt gewisse Standards. Foto: succo (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Was hat es mit der DIN SPEC 33452 auf sich?

Für viele Jahre war es so, dass Detektive keine wirkliche Prüfung ablegen mussten. So war es durchaus möglich, als Ladendetektiv zu arbeiten, wenn das Führungszeugnis frei von Einträgen war. Manche Arbeitgeber nutzen Schulungen, die ein gewisses Vorwissen mit auf den Weg gaben, als Vorkenntnisse. So konnte Sicherheitspersonal als Detektiv arbeiten. Mit der DIN SPEC 33452 wurde nun eine echte Zertifizierung geschaffen, die Mandanten und Interessierten einen direkten Aufschluss darüber geben, welchen Standards die Detektei unterliegt. Einige Beispiele:

-      Rahmenbedingungen - die Norm stellt die Rahmenbedingungen für eine seriöse, professionelle und rechtskonforme Arbeit dar. Sie regelt über verschiedene Anforderungskataloge die Grundlagen für die Arbeit, sodass Mandanten nun eine echte Möglichkeit haben, sich an zertifizierte Detektive zu richten . Entwicklung - die Norm wurde vom Bund Internationaler Detektive, der internationalen Kommission der Verbände und der Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivbereich entwickelt.

-      Prüfung - die Prüfung findet teilweise über den jeweiligen TÜV statt.

Zusätzlich gibt es noch weitere Normen, die eine Detektei auszeichnen können:

DIN ISO 9001:2015 - sie regelt das Qualitätsmanagement. Ist eine Detektei hiernach zertifiziert, herrscht eine professionelle Unternehmensstruktur vor, die Abläufe sind professionell und entsprechen dem kaufmännischen, organisatorischem und detektivischem Standard.

Servicequalität - ist diese geprüft, ist sichergestellt, dass die Leistung stets auf einem hohen Niveau erfolgt.

Welche Qualitätskriterien existieren sonst noch?

Wie oben schon gesagt, können Detekteien sich anderweitig zertifizieren lassen. Für Mandanten ergibt sich daraus jedoch leicht das Problem, dass sie selbst kaum etwas mit DIN-Nummern anzufangen wissen. Freilich erkennen die meisten die Normen und manche Nummern sind ihnen durchaus geläufig, doch ist oftmals nicht bekannt, was tatsächlich dahintersteht. Ein Beispiel: DIN A4 ist jedem bekannt. Doch wer kennt die Maße und Bestimmungen? So ergeben einfach auf einer Webseite angegebene Normen für Detektivsuchende kaum einen Sinn. Daher muss es doch weitere Qualitätskriterien geben? Ja:

-      Mitgliedschaften – da es für Detekteien keine Fachprüfung im Sinne von Staatsexamen oder IHK-Ausbildungen gibt, haben sich verschiedene Verbände gebildet , die eine Fachkompetenz erfordern und Standards festlegen. Die Verbände prüfen ihre Mitglieder dementsprechend. Ist der gewählte Detektiv beispielsweise im Bund internationaler Detektive, unterliegt er dessen Standards.

-      Erfahrungswerte – die Arbeit von Detektiven unterscheidet sich von Fall zu Fall. In bestimmten Fällen ist es durchaus möglich, eine Fachkompetenz vorzuweisen. Wird beispielsweise ein Detektiv für die IT-Sicherheit gesucht, ist ein IT-Spezialist, der sich mit Codes, Sicherheitslücken und natürlich dem Datenschutz auskennt, die beste Wahl. Für die Personenüberwachung oder auch für die Überwachung des eigenen Ladengeschäfts können Detektive, die selbst einmal im Polizeidienst oder im Sicherheitsdienst arbeiteten, die besten Kandidaten sein.

-      Zusammenarbeit – viele Detekteien arbeiten eng mit Rechtsanwälten zusammen. Auch dies kann eine Möglichkeit sein, die Qualität und besonders die Erfahrung in bestimmten Bereichen zu eruieren. Arbeitet eine Detektei beispielsweise eng mit einer Kanzlei oder Arbeits- oder Familienrecht zusammen, liegt die Vermutung nahe, dass sein Hauptgebiet Schwarzarbeit, Arbeitszeitbetrug oder im Familienbereich Unterhaltsrecht ist.

Eine gute Möglichkeit, einen Detektiv zu finden, ist durchaus, sich beim TÜV oder einem der Verbände zu melden. Gerade im letzten Fall wird sichergestellt, dass ausschließlich Verbandsmitglieder genannt werden – es ist somit auch für den Laien eine Sicherheit gegeben.

Spezialisten oder Generalisten?

Im juristischen Bereich hat es sich in denvergangenen Jahren so entwickelt, dass nahezu jeder kleine Fall zu einem Fachanwalt gegeben wird. Häufig sind das Fälle, die jeder »Haus-und-Hof-Anwalt« bearbeiten könnte: schlichte Verkehrssünden, Telekommunikationsfälle, Mahnbescheide. Die Folge daraus ist, dass es mittlerweile Fachanwälte für alle Bereiche gibt und durch die Masse an Fachanwälten das Qualitätsurteil »Fachanwalt« zunichtegemacht wird. Auf der Suche nach einer Detektei überlegt somit nicht selten ein Mandant, ob er nicht besser zu einem absoluten Spezialisten geht, anstatt einen »gewöhnlichen« Detektiv zu beauftragen. Beide Optionen sind möglich und durchaus verständlich. Es gilt:

-      Spezialist – geht es um ein extrem spezielles Anliegen, ist der Spezialist die richtige Wahl. Besonders rund um die IT-Sicherheit und Bandenkriminalität zählen hierunter. Auch ein erfahrener »normaler« Detektiv wird nicht in der Lage sein, eine Backdoor im Code der Unternehmenssoftware zu finden. Hat ein Detektiv Erfahrungen mit Banden oder Kontakte in diese Richtung, kann er dieses Wissen nutzen.

-      Generalist – für die meisten gewöhnlichen Fälle reicht eine Detektei ohne besondere Spezialgebiete völlig aus: Ladendiebstähle, Personenüberwachung, auch arbeitsrechtliche Angelegenheiten .

Wichtig ist nur, dass eine gute Vertrauensbasis zustande kommt. Mandanten müssen sich beim Detektiv wohlfühlen und sich vor allem ernst genommen fühlen. Immerhin geht es vielfach um Fälle, die für den Mandanten äußerst privat sind. Niemand beauftragt gerne jemand Fremden damit, den eventuell fremd gehenden Partner zu überwachen und zu überführen. Oder mit einem Fall, der offenlegen könnte, dass man auf einen Heiratsschwindler hineingefallen ist. Für solche Fälle ist das Vertrauensverhältnis sehr wichtig. Des Weiteren gilt:

-      Transparenz – der Detektiv sollte direkt von Beginn an offen über die Kosten sprechen und erklären, wie sie zustande kommen. Hierzu zählt auch, dass notfalls ein Höchstbetrag vereinbart wird.

-      Ehrlichkeit – ein guter Detektiv lehnt einen Auftrag ab, wenn er ohnehin nicht zielführend oder nützlich für den Mandanten ist.

Gerade die Ehrlichkeit mag zwar als Mandant schockierend sein, doch zeichnet sie einen guten und seriösen Detektiv aus.

Fazit - es gibt Qualitätsmerkmale

Mit der DIN SPEC 33452 ist es nun für Mandanten leichter, eine geprüfte Detektei zu finden. Aber auch Mitgliedschaften in Berufsverbänden und enge Zusammenarbeiten mit Rechtsanwälten helfen, einen guten Detektiv für sich zu finden. Zuletzt kommt es jedoch auf die menschliche Ebene an. Sie muss passen, anderenfalls kann auch ein erfolgreicher Auftrag als Misserfolg empfunden werden.

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