Finanzen
Jeder Mensch kann sparen: So lässt sich eine Reserve schaffen

Gerade junge Menschen genießen das Leben in der Gegenwart und denken kaum an die finanzielle Vorsorge für spätere Jahre. Der Grund dafür liegt aber nicht im jugendlichen Leichtsinn, sondern darin, dass ihnen nur wenig Geld zur Verfügung steht. Doch wussten Sie, dass jeder sich eine kleine Reserve zusammensparen kann?

Freitag, 31.05.2019, 15:22 Uhr aktualisiert: 31.05.2019, 15:26 Uhr
Geld zurückzulegen ist sehr wichtig, doch sehr viele Menschen denken, sie hätten dafür kein Geld. Es gibt jedoch immer Stellschrauben. Foto: Pixabay.com / BrU-nO

Die schwarze Null: Ausgabendisziplin geht auch privat

Die „schwarze Null“ gilt in der Politik längst als Sinnbild für Ausgabendisziplin. Gemeint ist damit ein öffentlicher Haushalt, in dem Kosten und Einnahmen exakt ausgeglichen sind. Auf diese Weise entstehen keine neuen Schulden.

Auch Privatleute können sich das Prinzip zum Vorbild nehmen, um nicht mehr in die roten Zahlen zu rutschen und gleichzeitig noch einige Euro zurückzulegen. Dabei helfen verschiedene Strategien.

Am Anfang war der Überblick: Haushaltsbuch führen

Das Haushaltsbuch ist ein probates Mittel zum Ermitteln des Ist-Zustands. Wer wissen will, wo sein Geld eigentlich bleibt, sollte mindestens 3 Monate lang akribisch über die Ausgaben Buch führen. Dazu eignet sich eine normale Exceltabelle oder eine eigens designte App. Digitale Haushaltsbücher besitzen den Vorteil, dass der Nutzer schließlich sämtliche Ausgaben in Kategorien zusammenfassen und anschließend ermitteln kann, wieviel ihn die Posten „Nahrungsmittel“, „Kleidung“, „Freizeit“, „Mobilität“, „Miete“, „Energie“, „Versicherungen“ und „Kommunikation“ im Monat durchschnittlich kosten.

Hart am Limit: Budgets sorgen für Ausgabendisziplin

Wer finanziell einfach so in den Tag hineinlebt, muss am Ende des Geldes oft feststellen, dass noch viel Monat übrig ist. Um das zu verhindern, sollten zu Monatsanfang Budgets für Lebensmittel, Freizeitgestaltung oder außerordentliche Anschaffungen bestimmt werden. Im Kleinen ist es dann häufig besser, zum Einkaufen oder für die Abendunternehmung abgezähltes Bargeld mitzunehmen. Das vermittelt ein Gefühl für die Ausgaben und beugt einem unabsichtlichen Kaufrausch vor.

Sparen ohne Verzicht: Schnäppchen machen es möglich

Konsum in gewissem Maße gehört einfach dazu – immerhin arbeitet man auch, um zu leben. Doch wer bei einer geplanten Anschaffung durch Rabatte oder Sonderaktionen ein Schnäppchen macht, hat beim Einkauf gleichzeitig gespart. Klug ist es deshalb, sich vorab online über  Sparmöglichkeiten zu informieren.

Die bösen Fixkosten: Verträge checken und sparen

Viele Verbraucher neigen dazu, Verträge für Fixkosten einmal abzuschließen und sie dann immer wieder automatisch verlängern zu lassen. Dabei kann man durch den regelmäßigen Check der Verträge und die Wahl günstiger Anbieter oft viel Geld sparen. Das trifft insbesondere auf die folgenden fixen Posten zu:

Stromanbieter checken: Gerade Grundversorger sind oft teuer

Wer seine Energie noch vom regionalen Grundversorger bezieht, kann durch einen Wechsel oft viel Geld sparen. Weil der Strommarkt dynamisch ist, wirken sich lange Verträge zu festgeschriebenen Konditionen für den Kunden negativ aus. Folgende Lösungen sind deutlich besser:

  • Regelmäßig Tarife vergleichen und vor einer automatischen Vertragsverlängerung zu einem günstigeren Anbieter wechseln
  • immer wieder von Neukundenrabatten profitieren

Stolperfallen geschickt überspringen: Keine zu langen Laufzeiten wählen

Dabei ist es wichtig, die Mindestlaufzeit des Vertrags zu kennen und sich zur vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist rechtzeitig eine Erinnerung in den Kalender zu setzen. Kündigen muss ein Kunde dann nicht selbst, sondern sich lediglich rechtzeitig um einen neuen Anbieter bemühen. Am bequemsten geht das über Online-Vergleichsportale, die nach Angabe der Postleizahl und den durchschnittlich verbrauchten Kilowattstunden die besten Tarife ermitteln.

Versicherungsvergleiche bringen bares Geld

Haftpflicht und Hausratsversicherung – laut Verbraucherzentrale.de beides wichtige Versicherungen. All diese Verträge schlagen meist monatlich oder quartalsweise mit vergleichsweise geringen Summen zu Buche. Doch auch hier bringt der Anbietervergleich häufig ans Licht, dass sich die Prämie bei gleichem Leistungsniveau noch senken lässt. Auch hier besonders wichtig: Kündigungsfristen im Kalender markieren, damit genug Zeit bleibt, um einen günstigeren Anbieter zu finden.

Die Guten ins Töpfchen: Wie sich jeden Monat etwas sparen lässt

„Spare in der Zeit, so hast Du in der Not“Deutsches Sprichwort

Wer seine Kosten aktiv senkt, kann jeden Monat etwas sparen, ohne es schmerzhaft im Portemonnaie zu spüren. Denn die 30 Euro, die ein günstigerer Stromanbieter weniger abbucht, können stattdessen auf ein Sparkonto wandern. Im monatlichen Finanzplan ändert sich damit erst einmal nichts, aber das Polster für die Vorsorge wächst stetig an. Sparer sollten dagegen vermeiden, die eingesparten Beträge zur freien Verfügung zu nehmen. Denn wer erst einmal mehr im Portemonnaie hat, gibt es leicht aus und gewöhnt sich schnell an das neue Niveau.

Notreserve immer verfügbar halten

Eine streikende Wachmaschine, ein kaputtes Auto, ein plötzlicher Jobverlust – derartige Zwischenfälle passieren immer dann, wenn man sie absolut nicht gebrauchen kann. Um so wichtiger, dass ein Finanzpolster für finanzielle Notfallsituationen besteht, das stets verfügbar ist. Die Größenordnung sollte etwa 3 bis 6 Monatsgehältern entsprechen, wobei das Geld nicht fest angelegt sein sollte. Ein eigens für Sparzwecke eröffnetes Tagesgeldkonto hält das Not-Budget fern vom finanziellen Alltag, aber potenziell verfügbar.

Altersvorsorge wird immer wichtiger

Die Generation Y (Jahrgänge 1980 bis 1999) und Generation Z (Geburtsjahr ab 2000) beschäftigen sich weniger mit dem Thema Altersvorsorge als die Jahrgänge vor ihnen. Aktuell sparen laut Auskunft der Jugendstudie 2019 des Versorgungswerks MetallRente unter Jugenstudie.info nur noch 48 Prozent der 17- bis 27-Jährigen für ihre späteren Lebensjahre. Damit ist die Anzahl deutlich rückläufig – 2010 hatten noch 55 Prozent erklärt, dass sie finanzielle Vorsorge betreiben.

Regelmäßiges Sparen ebenfalls unbeliebt – warum eigentlich?

Auch die Anzahl der jungen Menschen, die regelmäßig Geld sparen, sank im selben Zeitraum von 39 auf 32 Prozent. Über finanzielle Fragen informieren sich dabei 74 Prozent der jungen Sparer im Internet und 51 Prozent bei Bekannten. Fachleute bemerken, dass in den jüngeren Generationen Defizite bei gezieltem Sparen und klugen Geldanlagen bestehen.

Doch hier liegt die Verantwortung im Bildungssystem: 87 Prozent der Jugendlichen wünschen sich ein Schulfach, das Wirtschafts- und Finanzwissen vermittelt. Derartige Kurse sind bereits in einigen Bundesländern ab der achten Klasse Pflichtfächer.

Keine Ausreden: Loslegen und sparen!

 „Dafür habe ich kein Geld“, ist wohl das häufigste Argument, das junge Menschen gegen die Altersvorsorge und den Aufbau von finanziellen Reserven aufbringen. Doch wer seinen monatlichen Finanzplan klug durchforstet, findet Stellschrauben, die bares Geld sparen. Ob nun in den regelmäßigen Konsumausgaben oder bei den Fixkosten: Fast jeder hat sogenannte stille Reserven, die er auflösen kann.

Am Monatsanfang immer erst sich selbst bezahlen!

Wichtig ist hierbei, sofort loszulegen und die eingesparten Beträge auch wirklich zurückzulegen. Es heißt nicht umsonst: Sich selbst bezahlt man immer zuerst!

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