Digitales
KI und VR – Die Zukunft der Spiele

Der digitale Spielemarkt befindet sich in ständiger Bewegung, regelmäßig erschließen sich neue Möglichkeiten. Aktuell stehen die künstliche Intelligenz und die Virtual Reality im Mittelpunkt der Gaming-Evolution: Die Zukunft bleibt auf jeden Fall – wie immer – spannend.

Donnerstag, 11.07.2019, 14:26 Uhr aktualisiert: 11.07.2019, 14:28 Uhr
Videospiele profitieren von VR und KI gleichermaßen. Foto: Pixabay.com / geralt

Videospiele profitieren von VR und KI gleichermaßen

Bei den Videospielen ist die VR-Zeit längst angebrochen, entsprechende Brillen wie die HTC Vive und die Oculus Rift erobern seit wenigen Jahren den Markt. Der Verkauf gestaltet sich allerdings weiterhin zögerlich, die große Nachfrage-Explosion ist ausgeblieben. Dieser Effekt ist nicht neu, fundamentale Veränderungen sind der breiten Masse normalerweise erst nach einer gewissen Warmlaufzeit vermittelbar. Die Preise für die Hardware müssen sinken, die Spielangebote mitsamt der Qualität weiter steigen.  Wie dem auch sei: Eine gewisse, eingeschworene Fangemeinschaft bewegt sich schon seit Längerem in den dreidimensionalen digitalen Sphären und wird daraus sicher nicht so schnell wieder hervorkommen.

Auf der Playstation tauchen die Virtual-Reality-Helden in den actionreichen Ego-Shooter Blood & Truth ab, sie spielen den Space-Western Brotherlands 2 VR oder folgen dem neu erschaffenen Protagonisten Astro Bot in ein gewagtes Abenteuer. Die künstliche Intelligenz lauert hinter den Kulissen, sie steuert den Computergegner und hält den menschlichen Spieler so beständig auf Trab. Doch bleibt sie weiterhin ausbaufähig, damit die Spiele noch ein Stück spannender und unberechenbarer werden. Schließlich gibt es mehr als genug Menschen, die nichts gegen knallharte, hyperintelligente Gegenspieler haben.

VR eröffnet anderen Branchen eine bessere Erfahrung

Bei den Casinospielen wird die künstliche Intelligenz in Zukunft eher weniger zum Tragen kommen, denn die bestehenden Systeme sind hier bereits sehr weit. Die virtuelle Realität auf der anderen Seite kann die Branche demnächst massiv beflügeln: Die Ursprünge vieler Casinospiele reichen weit zurück, Blackjack basiert beispielsweise auf dem uralten Kartenspiel Vingt-et-un. Auch Roulette hat sich, bis auf neue Varianten wie die amerikanische Form des Klassikers , kaum verändert. Die virtuelle Realität besitzt aber nun das Potenzial, wirkliches Casino-Feeling mit sozialer Interaktion in die eigenen vier Wände zu transportieren.

Und das ist tatsächlich etwas Neues, das in dieser Form noch nie zuvor möglich war! Bislang musste jeder, der an dem großen Spiel mit professionellem Croupier teilnehmen wollte, erst einmal die nächste große Spielbank aufsuchen. Demnächst ist das täuschend echte Casino nur noch einen Klick weit entfernt, denn der Croupier baut sich mitsamt Tisch und Karten dreidimensional auf dem VR-Display auf.

Mehr als nur Schach – Künstliche Intelligenz räumt bei Strategiespielen ab

Digitale Strategiespiele hingegen profitieren besonders stark von der wachsenden künstlichen Intelligenz. Die Google-Tochter DeepMind entwickelte jüngst eine KI, die inzwischen als cleverste Schachmaschine der Welt gilt. Ursprünglich sollte AlphaZero sich an der virtuellen Version des Brettspiels Go gütlich tun, doch dann sattelte die Entwickler das Programm auf Schach um. Was natürlich nicht heißen soll, dass künstliche Intelligenzen Go meiden, ganz im Gegenteil: Die FAZ berichtete im Jahr 2017 von einer KI, die sich die Regeln und Strategien des Spiels selbst beibrachte und es darin bis zur Weltklasse brachte. Und wieder war es das Unternehmen DeepMind, dem dieser Coup gelang.

Das Produkt hieß diesmal AlphaGo, ein Programm, das überraschend geniale Spielzüge erfindet und die menschlichen Gegner damit zum Staunen bringt. Der Clou: Der Software selbst schien es durchaus bewusst, dass ihr Vorgehen außergewöhnlich war. Mit Programmen wie diesem können sich wahrscheinlich nur noch die begabtesten Menschen messen – wenn überhaupt. Im Pokerspiel liegen die Dinge ähnlich, dort rangeln sich Programme wie Liberatus und DeepStack um den inoffiziellen Weltmeistertitel für digitale Kartenspieler.

Soziale Interaktion darf auch in der virtuellen Realität nicht fehlen

Zurück zur Virtual Reality: Sie beschert besonders intensive Spielerlebnisse, darum passt sie hervorragend in den Bereich der Social Games. Wer über Facebook ein Spiel aufruft, der will meistens nicht allein bleiben, sondern er tritt in Interaktion mit Freunden und Fremden. Die Virtual Reality könnte hier einen verbindenden Part übernehmen, sodass die Teilnehmer einander nicht nur über verschiedene Spielzüge näher rücken, sondern auch optisch etwas voneinander haben. Wenn das Gesicht deines Mitspielers dreidimensional vor dir erscheint, dann entsteht fast der Eindruck, gemeinsam in einem Raum zu sein.

Ebenso lassen sich natürlich auch die Spielfiguren und virtuellen Gegenstände plastisch visualisieren. Demnächst wird über Sensorhandschuhe ganz sicher auch eine direkte Manipulation des virtuellen Raumes mit den Fingern möglich sein, sodass sich die Präsenz im Spiel weiter verdichtet. Fehlen nur noch echte Tastgefühle auf der Haut, dann ist die Illusion perfekt. Aber auch das wird eines Tages kommen, denn die Technik dafür ist bereits vorhanden und benötigt nur noch eine Verfeinerung.

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Foto: Flickr.vom / Ryan Adams

Die Arcade-Hallen der 80er Jahre gaben einen Startschuss zum neuen Zeitalter, in dem jeder, der möchte, dauerhaften Zugang zu digitalen Spielen hat. Mit dem Commodore 64 verbreitete sich die virtuelle Spielleidenschaft bis in unsere Wohnzimmer, bis kurz darauf die ersten Personal Computer den Markt eroberten. Diese Zeiten scheinen ewig weit entfernt, und doch trennen uns davon nur etwa 30 bis 40 Jahre. Irgendwann einmal werden unsere Nachfahren mit ähnlich nostalgischen Gefühlen auf das Jahr 2019 zurückblicken, als Virtual Reality und künstliche Intelligenz noch in den Anfängen steckten.

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