Sommer, Sonne, Superstau Fünf Ideen gegen Frust auf der vollen Autobahn

Der Weg in die Sommerferien kann ziemlich beschwerlich sein - weil so viele andere auch in den Urlaub wollen. Die Blechlawine rollt. Was tun, damit die Laune nicht komplett in den Keller geht? Ein paar Ideen zum Zeitvertreib.

Von dpa
Im Stau steht niemand gern. Doch mit Auto-Karaoke oder einer Autobahn-Rankingshow vergeht die etwas schneller.
Im Stau steht niemand gern. Doch mit Auto-Karaoke oder einer Autobahn-Rankingshow vergeht die etwas schneller. Foto: Rolf Vennenbernd

Köln (dpa) - Es gibt schönere Situationen, als im Sommer auf einer Autobahn im Stau zu stehen. Der Ausblick ist nicht sonderlich pittoresk, die Hitze kriecht in den Wagen und alle Beteiligten sind schwer genervt. Kurzum: Die Stimmung kann verdammt schnell kippen.

In vielen Bundesländern haben die Sommerferien bereits begonnen. Am letzten Juli-Wochenende sind dann schließlich in allen Bundesländern Sommerferien - die Autobahnen Richtung Nord- und Ostsee oder in den Süden werden also spätestens dann so richtig voll. Wie umgehen mit der Grenzsituation? Wie so oft im Leben ist Kreativität gefragt. Hier ein paar nicht ganz alltägliche Ideen, wie man den Stau nutzen kann.

Auto-Karaoke

Eigentlich ein uralter Tipp, momentan aber aktueller denn je: Im Auto lässt sich ganz hervorragend singen. Das liegt an der überschaubaren sozialen Situation. Bleiben die Fenster geschlossen, werden maximal die Mitfahrer von schiefen Tönen belästigt. Die sollten am besten aber auch einfach mitsingen. Wie sehr das die Laune aufhellt, beweist seit einiger Zeit der britische Moderator James Corden, der mit «Carpool Karaoke» die Renaissance des Auto-Karaokes einläutete. Corden trällert dabei mit Stars im Auto. Als er kürzlich mit Legende Paul McCartney (76) umherkurvte, war der Clip ein weltweiter Hit.

Die kleine Autobahn-Rankingshow

Listen sind angesagt - von «37 Dinge, die du nur kennst, wenn du in den 90ern aufgewachsen bist» bis «23 Katzen, die sich wie Menschen verhalten». Das Tolle: Selbst die mitunter karge Szenerie der Autobahnen lässt sich in Listen ordnen. Nach dem Material dafür muss man natürlich schon ab der Abfahrt Ausschau halten, um dann im Stau mit dem Auflisten beginnen zu können. Wer hat die schönste Baustelle entdeckt? Wo plustert sich eine Stadt mit einem dieser braunen Autobahn-Schilder am schamlosesten als Touri-Hotspot auf? Oder - für Fortgeschrittene: Wer findet den kuriosesten Namen für einen Autobahn-Parkplatz («Schwarze Heide», «Sippenwies», «Ludergraben»)?

Über Fußball Fachsimpeln

Zwar mussten deutsche Fußballfans bei der Weltmeisterschaft leiden, Ende August beginnt dann aber schon wieder die Bundesliga. Über den Lieblingssport der Deutschen lässt sich im Stau auch mit rudimentären Fußball-Kenntnissen fachsimpeln. Notfalls zieht man sich auf Klassiker-Sätze wie «Entscheidend is' auf'm Platz» zurück. Wer im Zwischenmenschlichen jemals eine unangenehme Stille hat überbrücken müssen, weiß um den sozialen Schmierstoff, der sich aus Nonsens-Fußball-Gerede gewinnen lässt.

Den Bildungshorizont erweitern

Musik-Gedudel im Radio ist gut und schön während man fährt - steht man im Stau, lässt sich die überschüssige Konzentration anderweitig nutzen. Zum Beispiel für Hörbücher und Podcasts. Eingeklemmt in einer Blechlawine ist eventuell genau der richtige Zeitpunkt, um den Einstieg in «Krieg und Frieden» zu wagen. Wenn man die Hoffnung hat, dass der Stau nicht so lange dauert, sind Podcasts eine gute Wahl, da sie in der Regel noch etwas schneller zu konsumieren sind. Die Auswahl ist mittlerweile riesig und reicht von Geschichte über Psychologie bis Videospiele. Natürlich ist stets zu beachten, wer mit im Auto sitzt. Manch ein Mitfahrer dürfte sowohl von «Krieg und Frieden» als auch von «Oh, Baby! Der Podcast für besseren Sex» überfordert sein.

Es einfach rauslassen

Wenn gar nichts hilft, bleibt immer noch eine Möglichkeit: den Stau ordentlich zu beschimpfen. Vor allem für ansonsten ruhige Zeitgenossen kann das ein interessantes Experiment sein. Feindbilder, auf die man vermeintlich wütend sein kann, werden in Deutschland mittlerweile ja allenthalben aufgebaut. Aber bei wenigen dürfte der Konsens in dieser Frage so groß sein wie bei einem langen Stau.

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