Fußball: 3. Liga Bäumer, Krimphove, Gockel – das Ende einer Preußen-Ära

Münster -

Die vielen neuen Gesichter in der Preußen-Führungsetage standen am Donnerstag zweifellos im Vordergrund. Allerdings war ihr Amtsantritt auch gleichsam der Abschied von einigen verdienten Kräften, die die Geschicke beim Traditionsclub im vergangenen Jahrzehnt entscheidend beeinflussten. Ihren endgültigen Rückzug vollzogen die zwei bisherigen Spitzenfunktionäre, beide fehlten bereits bei der Präsentation der neuen Riege am Donnerstagnachmittag.

Von Thomas Rellmann
Carsten Gockel (l.) bleibt vorerst im Amt, Thomas Bäumer (2.v.l.) und Georg Krimphove (2.v.r.) gehen nach langer Zeit – und Uwe Landheer (M.) hört nach eineinhalb Jahren auf. Siggi Höing (r.) bleibt an Bord.
Carsten Gockel (l.) bleibt vorerst im Amt, Thomas Bäumer (2.v.l.) und Georg Krimphove (2.v.r.) gehen nach langer Zeit – und Uwe Landheer (M.) hört nach eineinhalb Jahren auf. Siggi Höing (r.) bleibt an Bord. Foto: Jürgen Peperhowe

Thomas Bäumer

Da wäre vor allem Thomas Bäumer zu nennen. Aufsichtsratsboss war er seit 13 Jahren, Sponsor sogar schon seit 20. In diesem Jahrtausend zeichnete sich der Gründer und langjährige CEO der Zeitarbeitsfirma ­Tuja als mit Abstand größter Geldgeber aus. Dass der Verein heute viel gesünder ist als vor zehn Jahren, dass er sich im Zirkel der Top-50-Clubs in Deutschland etabliert hat, darf sich der Mann, der gerade bei den Fans oft aneckte, zuschreiben.

Georg Krimphove

Mit ihm geht nun Georg Krimphove, ebenfalls seit Kindertagen Preußen-Fan, und mit kurzer Unter­brechung über eine Dekade (seit 2004) im Vorstand seines Herzensvereins unterwegs . Seit Mitte 2015 war er Präsident, als nach dem Rücktritt von Dr. Marco de Angelis eine Lücke klaffte. Der 52-Jährige sprang ein, obwohl er sich erst einige Monate zuvor aus dem Vorstand verabschiedet hatte – aufgerieben als Ansprechpartner für die nie ganz einfachen Fangruppierungen. In dieser Funktion hatte Krimphove immer eher im Hintergrund agiert. Das behielt er auch als Vereinschef weitgehend bei.

Carsten Gockel

Ein Abschied auf Raten deutet sich für einen dritten im Bunde an. Carsten Gockel, der bisherige Sportvorstand und einzige hauptamtlich Beschäftigte des Präsidiums, verlässt nach Beschluss des neuen Aufsichtsrats den Vorstand, ist aber noch bis Januar gebunden und führt vorerst die Geschäftsstelle weiter. Die Angelegenheiten rund um die Profi-Mannschaft tritt er in Kürze ab. Ob er darüber hinaus eine Zukunft hat? Fraglich. Der 43-Jährige war ab und an umstritten, hat zeitlich aber so viel wie kein Zweiter in den Club investiert. Der frühere SCP-Stürmer (1996 bis 2000 und 2003 bis 2006) wurde gleich nach seinem Karriereende Sportlicher Leiter und war auch zwei Mal Interimstrainer.

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