Fußball: 3. Liga Eine Woche mit Ewigkeitswert beim SC Preußen

Münster -

Das Ferienprogramm der Preußen kann sich sehen lassen: Ein neuer Präsident, ein neuer Aufsichtsratsvorsitzender, neue Vorstandsmitglieder, wohl auch ein neuer Trainer: Beim Drittligisten ist einiges in Bewegung geraten.

Von Ansgar Griebel
Cihan Tasdelen soll sich um das Sportliche kümmern, während sich im Verein große Veränderungen ankündigen.
Cihan Tasdelen soll sich um das Sportliche kümmern, während sich im Verein große Veränderungen ankündigen. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Kalenderwoche mit der laufenden Nummer 41 hat allerbeste Chancen, sich einen exponierten Platz in der Vereinschronik des SC Preußen Münster zu sichern. In dieser ersten Hälfte der Herbstferien wird sich der 110 Jahre alte Club einmal auf links und – das hoffen alle Beteiligten – mit frischen Kräften dann wieder zurückdrehen.

Eine historische Zäsur mit möglicherweise weitreichenden Folgen steht an. Wie berichtet, werden sich Präsident Georg Krimp­hove und der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Bäumer, die ihren Ausstand Ende des alten beziehungsweise Anfang des neuen Jahres geplant hatten, wohl vorzeitig verabschieden. Sie werden neuen Entscheidungsträgern Platz machen, die voraussichtlich ihre eigenen Vorstellungen haben, wie, unter wem und möglicherweise auch wo und in welchem Stadion die alte Dame Preußen künftig spielen wird. Sie werden es demnach auch sein, die in Kürze den neuen Trainer vorstellen werden.

Nur die Mannschaft bleibt

Alles neu also beim SC Preußen – mit einer nicht unwesentlichen Einschränkung: Das spielende Personal bleibt dasselbe, die Mannschaft also, die letztlich Trainer Horst Steffen den Job gekostet hat und das Personalkarussell auf allen Ebenen erst durch die sportliche Talfahrt derart rasant beschleunigt hat.

An dieser Stelle wird am Samstag (14 Uhr) im Punktspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden erneut Interimscoach Cihan Tasdelen das Kommando führen. Nach dem gelungenen Debüt im Verbandspokal (7:0 gegen Oberligist Erkenschwick) wird der 41-Jährige dann sein Drittliga-Debüt feiern, während im Hintergrund die Suche nach dem neuen Cheftrainer auf Hochtouren läuft. Eine Aufgabe für Sportvorstand Carsten Gockel , der sich selbst in dieser Übergangsphase eher als Dienstleister denn als Entscheider sieht. „Ich bahne an, ich koordiniere, ich führe Gespräche“, sagt Gockel. Die Verpflichtung des neuen Mannes wird dann Sache des neuen Führungsgremiums sein. An Kandidaten mangelt es nicht, nach Bekanntwerden der Steffen-Entlassung begann die Telefonleitung branchenüblich zu glühen. „Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen“, sagt Gockel, „aber das ist nichts Besonderes, das ist in solchen Fällen üblich – und auch gut so. Wann sollen sich die Agenturen und Vertreter der Trainer denn melden, wenn nicht dann. Das ist deren Job – unser Job ist es, zu schauen, wer wirklich ein Kandidat für uns ist.“ Selbstverständlich haben die Preußen auch proaktiv ihre Fühler ausgestreckt. „Aber wir werden das jetzt nicht in wenigen Tagen über das Knie brechen“, kündigt Gockel eine wohldurchdachte Entscheidung an.

Tasdelen gönnt Spielern einen Tag Pause

Während es im Hintergrund brodelt, hat Tasdelen den Spielern den ersten ballfreien Tag seit seinem Amtsantritt gegönnt. Weiter und dann mit klarem Fokus auf Wehen Wiesbaden geht es dann ab Dienstag. Vielleicht auch schon wieder mit Sinan Tekerci, dessen Virusinfekt bald überwunden sein dürfte, und Jesse Weißenfels, der im Pokalspiel prophylaktisch geschont worden war. Verzichten muss Tasdelen allerdings auch am Samstag auf den Top-Torschützen Adriano Grimaldi.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4362952?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686215%2F