Fußball: 3. Liga Alarm bei den Preußen - 0:1 in Aalen

Aalen - Die Krise beim SC Preußen Münster geht weiter. Nach dem 4:0-Heimsieg über Werder Bremen II entpuppte sich das Team von Horst Steffen im fünften Anlauf auch als fünfter Punktelieferant. Bei VfR Aalen wurde mit 0:1 (0:1) vor 3327 Zuschauern verloren. Die Position von Trainer Horst Steffen wurde damit alles andere als unterfüttert.

Von Alexander Heflik
Mai, Bischoff und Jordanov nach Spielschluss.
Mai, Bischoff und Jordanov nach Spielschluss. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Weg aus der Krise wird lang, steinig und extrem für den SC Preußen Münster werden. Der Lichtblick des Sieges über Werder Bremen II verschwand im Inneren eines schwarzen Lochs beim 0:1 (0:1) im Gastspiel gegen VfR Aalen. Alexandros Karatalis markierte nach 16 Minuten das Tor des Tages und bescherte der Elf des früheren Preußen-Trainers Peter Vollmann weitere drei Punkte. Münster spielte vor der Pause katastrophal, nach dem Wechsel nuanciert besser und schon aggressiver, ein Erfolgserlebnis aber war weiter entfernt, weil der SCP kaum richtige Chancen zum Torerfolg hatte. Münster ist ein gern gesehener Gast in der Fremde, fünf Spiele in dieser Saison wurden ausnahmslos verloren. Wahnsinn. Der SCP steckt bis zum Hals im Abstiegsmorast, die Trainerdebatte um Horst Steffen ist wie eine Achterbahnfahrt - nach dieser Vorstellung nimmt sie wieder Tempo auf. Dafür muss man kein Hellseher sein.

Die erste Halbzeit der Preußen war, ja was eigentlich? Schwach und schwächer, das trifft es wohl. Bereits nach wenigen Sekunden hatten die Aalener die rechte Abwehrseite der Gäste als wunden Punkt ausgemacht und bohrten von nun an da giftig herum. Nach fünf Minuten musste Torwart Max Schulze Niehues im letzten Moment klären gegen Gerrit Wegkamp. Münster hatte wenig bis gar nichts zu bieten. Ole Kittner und Sebastian Mai versuchten wenigstens lautstark die Dinge zu ordnen, doch viele Preußen liefen neben der Spur. Die Mittelfeldzentrale mit Amaury Bischoff und Michele Rizzi war fast unauffindbar. Rizzi (19. und 32.) schoss wenigstens zwei Mal aufs Tor.

Aalen ging in Führung, weil Welzmüller nach 16 Minuten den Ball auf Alexandros Kartalis bugsierte, und der sich gegen Tritz leicht und locker durchsetzte. Zuvor hatte Rizzi einen katastrophalen Ballverlust. Der Preuße Tritz monierte am Ende irgendwas beim Schiedsrichter Dietz, aber es war weder Abseits, noch Handspiel oder ein Foulspiel. Wieder mal lag der SCP früh zurück. Alles war über den Haufen geworfen, weil den Gästen nun die notwendige Sicherheit fehlte, der Biss auch, vermutlich auch der Überblick. Sinan Tekerci (22.) versuchte sich mit einem Schuss, dann rutschte der aufgerückte Kittner (44.) nach einer Ecke knapp am Ball vorbei. Dazwischen hatten die Hausherren alles im Griff. Ein Drehschuss von Wegkamp (25.) und eine Soloaktion von Matthias Morys waren gute Chancen. Dass der SCP nicht deutlicher zurücklag in einer alles anderen als guten Partie lag daran, dass Aalen auch kein Feuerwerk abbrannte. „Die Führung für uns war verdient, das haben wir gut gemacht“, sagte Trainer Peter Vollmann.

Richtig Stimmung kam bei den Preußen erst mit dem Halbzeitpfiff in die Bude, als Bischoff wütend schimpfend in Richtung Trainerbank in die Kabine verschwand. Der Franzose fluchte wie ein Rohspatz, der Adressat ließ sich nicht wirklich ausmachen, Trainer Steffen wandte sich jedenfalls ab, ehe er auch in die Kabine ging. Bischoff moserte über die Angriffsreihe, er kehrte aber auf das Feld zurück und war von nun an etwas präsenter.

Nach 50 Minuten nahm der SCP mal endlich Fahrt auf, Rizzi gewann den Ball, passte auf Kara, der weiter auf Schwarz - das sah mal nach Fußball auf. Wenig später hatte Bischoff (58.) eine gute Freistoßchance, schoss aber knapp am Tor vorbei. Wachte der SCP tatsächlich nach einer Stunde aus der gepflegten Lethargie auf? Wenig später hatte Rühle (64.) den Ansatz einer Chance mit einem Drehschuss - und durfte dann berechtigterweise kurz danach vom Feld. Er hatte die Chance als Grimaldi-Ersatz überhaupt nicht genutzt. Wenig später schoss Rizzi scharf, der sich nach der Pause zumindest steigerte.

Aalen ließ erst nach 69 Minuten wieder von sich hören, als ein Freistoß von Mika Olaja von Schulze Niehues klasse gehalten wurde. Der SCP lebte irgendwie noch, weil er nur 0:1 zurücklag. Zumindest war der SCP kämpferisch auf Augenhöhe, aber spielerisch war das eine dürftige Angelegenheit, im Übrigen auf beiden Seiten dann. Denn die Hausherren bauten ab.

Die Wechsel beim SCP verpufften vornehmlich, einzig Lennart Stoll brachte Schwung. Und dann spielte Münster ab der 82. Minute auch noch in Überzahl, weil der eingewechselte Steffen Kienle nach einer Tätlichkeit an Schwarz die Rote Karte sah. Allerdings musste Schwarz mehrere Minuten an der Nase behandelt werden. Aalen hatte noch eine Konterchance durch Sebastian Vasiliadis, dessen Schuss aber knapp am Tor vorbeitrudelte. Auf der anderen Seite wurde ein Schuss von Kara (88.) geblockt, auch der Nachschuss von Kittner ging neben das Tor. So verrann die Zeit. Es sollte nicht sein. Der SCP kommt in dieser Saison nicht voran, und weil er das am Tabellenende tut, schrillen alle Alarmglocken. Diese Saison wird kein Zuckerschlecken und es gibt nur noch ein Ziel für die restlichen 28 Spieltage: Den Klassenerhalt schaffen.

Aalen: Bernhardt - Schwabl, Müller, Geyer, Menig - Weizmüller, Preißinger - Ojala, Kartalis (62. Kienle), Morys (82. Deichmann) - Wegkamp (62. Vasiliadis). - Trainer: Vollmann

Ersatzbank: Husic (Tor), Paetow, Kefkir, Rodewald.

Münster: Schulze Niehues - Tritz, Kittner, Mai, Schwarz - Tekerci (65. Jordanov), Rizzi (79. Braun), Bischoff, Kara - Weißenfels, Rühle (65. Stoll). - Trainer: Steffen

Ersatzbank: Drewes (Tor), Wiebe, Schweers, Al-Hazaimeh.

Tore: 1:0 Kartalis (16., Pass von Welzmüller). - Schiedsrichter: Dietz (München). - Zuschauer: 3327. - Rote Karte: Kienle (81., Tätlichkeit an Schwarz). - Gelbe Karten:  Welzmüller, Müller / Tekerci. Kittner, Tritz, Kara, Bischoff.

Den Liveticker zum Nachlesen gibt's hier .

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