Fußball: 3. Liga Keine Zeit zum Trübsal blasen beim SC Preußen

Münster -

Preußen Münster reist mit der Roten Laterne nach Frankfurt – und dem festen Willen, diese schummrige Lichtquelle am Mittwochabend nach Abpfiff beim FSV Frankfurt zurückzulassen. Trainer Horst Steffen sieht dem Spiel mit Spannung, aber auch optimistisch entgegen.

Von Ansgar Griebel
Mannschaftskapitän Michele Rizzi überzeugt am Samstag gegen Magdeburg, am Mittwoch will er seine Leistung endlich auch mit Punkten krönen.
Mannschaftskapitän Michele Rizzi überzeugt am Samstag gegen Magdeburg, am Mittwoch will er seine Leistung endlich auch mit Punkten krönen. Foto: Jürgen Peperhowe

Während Trainer Horst Steffen am Dienstag im Presseraum des SC Preußen Münster Rede und Antwort stand, wurde wenig Meter entfernt im Stadion an der Hammer Straße Rasenpflege betrieben. Das Geläuf hatte beim jüngsten Auftritt der Preußen am vergangenen Samstag gegen Magdeburg deutlich gelitten, Erholung tat dem strapazierten Grün gut.

Erholung hätte auch den angeschlagenen Spielern nach der fünften Saisonniederlage gut getan, Ruhe für die müden Knochen und Seelenmassage für die angeschlagene Psyche – allein dazu fehlt die Zeit. Nach dem Abschlusstraining macht sich der Bus noch am Dienstagabend auf dem Weg nach Frankfurt , wo die Preußen am Mittwoch um 19 Uhr beim FSV antreten müssen, der Vorletzte empfängt das Schlusslicht – mehr Kellerduell geht nicht.

Und dennoch: Trübsal wird bei den Preußen nicht geblasen, dann schon eher zur Attacke. Klar und unmissverständlich kommen dazu die Ansagen des Cheftrainers: „Wir wollen einfach spielen und die Dinge machen, die nötig sind.“ Zum Teil ist das am Samstag bereits geschehen, daran gilt es in Frankfurt anzuknüpfen, gleichzeitig sollen die Unzulänglichkeiten ausgemerzt oder zumindest minimiert werden. „Fehler passieren immer, in der dritten Liga, wie in der Champions League“, weiß Steffen – verziehen werden sie weder in Münster noch in Barcelona. Und hier endet dann auch der Kuschelkurs von Horst Steffen.

„Ich werde keinen Spieler nach einem Fehler in den Arm nehmen, sondern die Probleme ansprechen.“ Konsequenzen könnte das beispielsweise für die Innenverteidigung haben, die zuletzt nicht immer sattelfest stand. Ole Kittner und Jeron Al Hazaimeh sind nach ihren Verletzungen zurück im Training und üben Druck auf Lion Schweers und Sebastian Mai aus.

Auf der rechten Seite muss Stephane Tritz Tribut für seinen aufopferungsvollen Einsatz gegen Magdeburg zollen, der Franzose fällt verletzt aus. „Wir hoffen, ihn bis zum Wochenende wieder hinzukriegen“, sagt Steffen mit Blick auf das nächste richtungweisende Duell am Samstag gegen Werden Bremens Amateure.

Doch zunächst gilt die volle Aufmerksamkeit dem Duell in Bornheim gegen ein Team, dass ähnlich enttäuschend in die Saison gestartet ist wie die Preußen und folgerichtig ebenfalls keine Punkte mehr zu verschenken hat. Gegen die Hessen könnte ausgerechnet der EX-FSVer Denis Mangafic ein überraschend frühes Comeback geben. „Wenn es irgendwie geht“, sagt der Trainer. Zeit für eine ausgedehnte Kur bleibt nicht, „dafür haben wir auf der rechten Seite zu wenig Möglichkeiten. Da muss er die Zähne zusammenbeißen und durch.“

Der Gegner im Check: FSV Frankfurt

Die Ausgangslage: Der Zweitliga-Absteiger stand auf der Favoritenliste vieler Drittliga-Trainer, sah die eigenen Ambitionen selbst etwas bescheidener – sicher aber nicht so schlecht, wie es die aktuelle Tabelle ausweist: Vier Zähler nach sieben Spielen, das kommt den Preußen seltsam bekannt vor.

Das Personal: Mittelfeldregisseur Adil Chihi wird nicht rechtzeitig wieder auf dem Posten sein, der Marokkaner kuriert eine Adduktorenverletzung aus, ansonsten baut der FSV um den erstligaerfahrenen Patrick Ochs auf einen Kader, der nominell zu höherem berufen scheint, als es der derzeitige Tabellenplatz hergibt.

Der Trainer: Der gebürtige Frankfurter Roland Vrabec feierte sein Chef-Trainer-Debüt 2013 als Nachfolger von Michael Frontzeck beim FC St. Pauli – nach einer Saison war in Hamburg Schluss, im Juli 2016 folgte in Frankfurt seine zweite Berufung als erster Mann.

Kuriosum: Bester Torschütze (zwei Treffer) ist Massimo Ornatelli. Der Ex-Preuße, eigentlich eher Vorbereiter als Vollstrecker, ist von Osnabrück nach Frankfurt gewechselt. In der Abwehr steht ein weiterer guter Bekannter: Marc Heitmeier hat sich in Frankfurt den Stammplatz zurückerobert, den er in Münster verloren hatte.

Im Angriff sieht der Trainer keinen Handlungsbedarf. Sowohl Jesse Weißenfels als auch Adriano Grimaldi sind in Torlaune, „die machen das beide gut“.

Aufstellung von Preußen Münster : Schulze Niehues – Mangafic, Al Hazaimeh, Schweers, Schwarz – Rizzi, Jordanov, Wiebe, Kara – Weißenfels, Grimaldi.

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