Fußball Kreisliga A Nur statistisch ein Sieger

reckenfeld -

Der SC Reckenfeld verschafft sich etwas Luft im Tabellenkeller. Jubelstürme löst der Heimsieg gegen den FC Weiner trotzdem nicht aus. Was auch daran liegt, dass die Reckenfelder Mannschaft ihr Disziplinproblem nicht in den Griff bekommt.

Von Stefan Bamberg
Vittorio Taurino ist noch nicht so richtig fit, wechselte sich aber für die Schlussphase ein – und versenkte prompt den entscheidenden Elfer. So setzte sich der SC Reckenfeld im Kellerduell gegen Weiner mit 3:2 durch.
Vittorio Taurino ist noch nicht so richtig fit, wechselte sich aber für die Schlussphase ein – und versenkte prompt den entscheidenden Elfer. So setzte sich der SC Reckenfeld im Kellerduell gegen Weiner mit 3:2 durch. Foto: Stefan Bamberg

Die Frage nach Siegern und Verlierern im Fußball ist ja eigentlich eine einfache: Wer mehr Tore schießt, hat halt gewonnen – und freut sich in aller Regel. Am Sonntag jedoch treffen sich um kurz vor fünf zwei Trainer im Mittelkreis, die beide dreinschauen wie nach einer Woche Spinat-Diät: „Nee, war kein schöner Nachmittag“, meint Vittorio Taurino . Sein SC Reckenfeld hat das ultimative Kellerduell gegen den FC SW Weiner nach 0:2-Rückstand noch in einem 3:2-Sieg umgebogen – dennoch grummelt Taurino. Sein Gegenüber, Weiner-Cheftaktiker Florian Dudek, ist – verständlicherweise – sowieso bedient: „Unfassbar, dass wir mit dem Vorsprung im Rücken derart die Spannung verloren haben.“ Es ist ein Nachmittag, der nur statistisch einen Gewinner hat.

Weil in den 90 Minuten im Stadion an der Emsdettener Landstraße auf SCR-Seite wieder einmal zu viel los ist: Der Platzverweis gegen den intern bereits angezählten Erkan Ökten in der 63. Minute, er trübt die Stimmung. Ökten, in akuter Rot-Gefahr, soll ausgewechselt werden, dreht sich auf seinem Weg nach draußen noch mal um, flucht irgendwas Unflätiges in Richtung Schiri – und sieht dafür natürlich Gelb-Rot. Es folgt ein schwer erträgliches Schmierentheater, das allen anderen aufs Gemüt schlägt.

Dass seine Kollegen die mäßige, aber turbulente Partie somit zu zehnt drehen, geht beinahe unter. Wie vieles in diesem Spiel. Der SCR beginnt stark, in Führung geht aber Weiner : Maik Thihatmar nutzt einen schlimmen Torwartfehler von Tim Vallandi zum 0:1 (10.). In der 35. Minute die erste strittige Szene: Reckenfelds Abwehr wähnt den Ball im Aus, hört einfach auf zu spielen – wieder ist Thihatmar da, 0:2.

In der Pause lässt Taurino die Kabinenwände wackeln, und sieht kurz nach Wiederbeginn das Anschlusstor: SW-Keeper Frederik Wolke avanciert zum zweiten Flutschfinger des Tages, Andreas Wagner staubt ab (50.). Die Gastgeber drängen, Taner Gezer läuft aus 20 Metern zum Freistoß an – und: Das Ding passt, wackelt und hat Luft! Das gefühlvolle 2:2 in der 67. Minute.

Die letzte Geschichte: Vito Taurino wechselt sich ein, humpelt noch mehr als er rennt – und wird doch der Mann für den goldenen Schuss: Taurino versenkt den berechtigten Foulelfmeter zum 3:2-Endstand (70.).

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