Surfen: Deutscher Windsurf-Cup Bochnia auf Bildungsreise

Greven -

Kaum ist die überaus erfolgreiche Saison beendet, hat sich der Grevener Jan-Moritz Bochnia neue Ziele gesteckt: Ab diesem Wintersemester beginnt er sein Medizin-Studium in Ungarn – und freut sich darauf, in den nächsten Semesterferien wieder um die deutsche Windsurf-Krone mitkämpfen zu dürfen.

Von Ulrich Schaper
Gewohntes Bild: Häufig sah die Konkurrenz den Grevener Jan-Moritz Bochnia nur noch von hinten.
Gewohntes Bild: Häufig sah die Konkurrenz den Grevener Jan-Moritz Bochnia nur noch von hinten. Foto: Thomas Burblies/Moritz Beck

Der Surfer an sich hat ja ein laues Leben. Endlose Strände, den ganzen Tag in Flip-Flops und Shorts herumlaufen, Sonnenuntergänge, Beach-Life und natürlich: das Meer.

Das Surfer so etwas ernsthaftes tun, wie Medizin zu studieren – unvorstellbar. Der Grevener Jan-Moritz Bochnia bricht sozusagen eine kleine Tradition, reist nicht dem Sommer und den Wellen hinterher, sondern zieht mit Sack und Pack ins südungarische Pécs , um sein Studium aufzunehmen. Kein Strand, keine Flip-Flops, dafür Hörsäle und reichlich Lesestoff.

„Alles gut“, sagt der 21-Jährige. „Ich freue mich sehr auf das Studium in Ungarn .“ Seinen Trainingsaufwand, vor allem im Vergleich zu diesem Frühjahr, werde er zurückschrauben müssen. Dass das aber einen negativen Effekt auf seine Leistung haben wird, glaubt er nicht.

„Sicher, die Zeit auf dem Wasser reduziert sich durch das Studium. Ich werde mich neben dem Studium aber intensiv auf mein Fitness-Programm konzentrieren, um das auszugleichen.“

Ohnehin sei Surfen wie Radfahren. „Man verlernt das nicht. Das Racing und die Taktik habe ich mir über die Regatten angeeignet – und die fahre ich ja weiter.“ Er wolle versuchen, auf dem gleichen Level zu bleiben.

Und eben dieses war in diesem Jahr hoch wie nie. Mit kontinuierlich guten Ergebnissen in den Disziplinen Slalom und Racing schob er sich in der Rangliste des Deutschen Windsurf-Cups in die Top Fünf vor. Im Slalom belegte er am Ende Rang vier. Möglich wurde dies durch einen Podestplatz bei der Abschlussveranstaltung am Schöneberger Strand.

„Ein dritter Platz in der letzten Elimination des Jahres, besser hätte die deutsche Saison nicht für mich enden können. Ich freue mich jetzt schon tierisch auf die neue Saison“ sagt Bochnia.

Nachdem er sich bei den Deutschen Meisterschaften auf Sylt einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hatte, drohte Bochnia das frühzeitige Saison-Aus.

Klug teilte er sich seine Kräfte ein, verzichtete beim Saisonfinale auf einen Start in den Disziplinen Wave-Riding und Racing und konzentrierte sich ganz auf seine Paradisziplin. Mit bekanntem Ausgang.

„Wenn ich mich im nächsten Jahr ähnlich gut platzieren kann, wäre das schon ein Riesenerfolg“, sagt der 21-Jährige, der seine Konkurrenz sehr schätzt. „Das sind alles keine Luftpumpen vor mir. Die Leistungsdichte in der Spitze ist sehr hoch. Vielleicht kann ich aber im ein oder anderen Rennen wieder aufs Podest fahren.“

Spätestens zum Tour-Auftakt im Juni will Bochnia wieder auf dem Brett sein. Dann ist das Semester ohnehin fast zu Ende. Zeit, um Bücher und Hörsaal gegen Neopren und Beachlife zu tauschen. Es gibt Schlimmeres.

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