Triathlon: Ironman auf Hawaii Sein ganz eigener Plan

Greven -

Der Grevener Johannes Brünink startet am Wochenende beim Ironman auf Hawaii. Auf Big Island wird der Triathlet zunächst 3,8 Kilometer im Pazifik schwimmen und anschließend 180 Kilometer auf dem Rad und 42,195 Kilometer auf der Laufstrecke zurücklegen, um zum zweiten Mal in seiner Laufbahn das Ziel in Kona zu erreichen.

Von Ulrich Schaper
Der Grevener Johannes Brünink startet am Wochenende beim härtesten Langdistanz-Rennen der Welt: Bereits zum zweiten Mal hat er sich für den Ironman auf Hawaii qualifiziert.
Der Grevener Johannes Brünink startet am Wochenende beim härtesten Langdistanz-Rennen der Welt: Bereits zum zweiten Mal hat er sich für den Ironman auf Hawaii qualifiziert. Foto: FinisherPix

Was hat die moderne Sportwissenschaft in den vergangenen Jahren nicht alles zutage gebracht. Sie hat den gestählten Athletenkörper bis ins letzte Detail vermessen, analysiert und kann zielführende Hinweise in Sachen Training, Ernährung und Erholung geben.

Natürlich, der Triathlet Johannes Brünink verfolgt die aktuelle Sachlage. Im Grunde aber ist es im Piepegal, was da geforscht und getüftelt wird. An seinem Handgelenk trägt er einen Fitnesscomputer in Kleinformat, und bei den Daten, Zahlen, Fakten, die dieser Mini-Rechner zutage fördert, würde ihm wahrscheinlich jeder Sportmediziner von seinem Vorhaben, am Samstag (8. Oktober, 6.55 Uhr Ortszeit) beim Ironman auf Hawaii zu starten, abraten.

Die Natur hat nicht jedem Sportler dieses Talent überlassen, das sie in Eimern über den Ausdauerathleten aus Greven gekippt hat. „Ich mache schon sehr lange Triathlon und weiß mittlerweile, wie ich trainieren muss – um fit zu sein, und um Verletzungen vorzubeugen“, erklärt dieser sein Erfolgsgeheimnis. Umfänge seien eben nicht alles, die Qualität des Trainings müsse stimmen.

Am 31. Juli hatte sich der 47-Jährige in Maastricht als Dritter seiner Altersklasse (AK 45-49) für die Weltmeisterschaft auf Big Island qualifiziert – und das mit einer Zeit von 9:52,31 Stunden. Den Grundstein für diesen Erfolg legte er auf dem Rad: Dort waren im gesamten Feld – inklusive Profis – nur 25 Starter schneller als er.

Eine solche Leistung fällt auch Brünink nicht in den Schoß – zweimal war er zuvor in Maastricht, um die Radstrecke abzufahren.

„Mental ist es für mich enorm wichtig zu wissen, was auf mich zukommt“, sagt er. Viele Athleten seien an dem schweren und technisch sehr anspruchsvollen Radkurs gescheitert. Für Brünink ebnete er den Weg nach Hawaii, wo er nach 2012 bereits zum zweiten Mal startet. „Ich bin ganz klar angetreten, mit dem Ziel, mich noch einmal für Hawaii zu qualifizieren. Dass es auf Anhieb geklappt hat, ist eine Riesensache.“

Während er in der Regionalliga in den Farben von Wasser und Freizeit Münster um Punkte und Platzierungen kämpft, wird er auf Big Island das Trikot seines Heimatvereins TVE Greven überstreifen.

Eine Herausforderung ist der erneute Start bei der Langdistanz-WM allemal. „Ich brauche heute vielmehr Regenerationszeit“, sagt Brüninik und erinnert sich an eine Anekdote aus dem Radtrainingslager. Da hatte sein Computer am Handgelenkt ausgerechnet, dass er 32 Stunden Pause benötige. Und das im Trainingslager. Da geriet selbst der spärliche Plan des Ausdauerkönners ins Wanken. So oder so – für das Rennen auf Big Island fühlt sich Brünink gewappnet – er kennt die Strecke und ist fit. Den nötigen Respekt hat er natürlich schon. „Die langen Geraden auf dem Highway, die ziehen mental jedem Sportler den Zahn“, erinnert er sich.

Und auch die Sportmediziner werden erleichtert aufatmen: Gemeinsam mit seiner Frau plant Brünink anschließend Urlaub auf der Pazifik-Insel. Erholung pur

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