Fußball: 3. Liga Grimaldi trifft doppelt bei Fortuna Köln und ist Preußen lieb und teuer

Köln -

Preußen Münster gewinnt 4:2 bei Fortuna Köln – und feiert nur einen Mann, den Doppeltorschützen Adriano Grimaldi. Auch wenn das Team insgesamt eine Top-Leistung bot, stand natürlich der Kapitän im Zentrum. Schließlich geht es nach wie vor um seinen Vertrag.

Von Ansgar Griebel
Man spricht miteinander: Malte Metzelder (r.) im Gespräch mit Matchwinner Adriano Grimaldi.
Man spricht miteinander: Malte Metzelder (r.) im Gespräch mit Matchwinner Adriano Grimaldi. Foto: Jürgen Peperhowe

So ganz kann Malte Metzelder seine sportlichen Wurzeln doch nicht verleugnen. Nach dem Abpfiff einer eindrucksvollen Partie packte den Geschäftsführer der Preußen-Profis der Ehrgeiz und der ehemalige Innenverteidiger fing den Mann ein, der zuvor 90 Minuten lang von nichts und niemanden zu stoppen war. Metzelder stellte Mannschaftskapitän Adriano Grimaldi noch vor der Ehrenrunde im Kölner Südstadion.

Was er ihm zu sagen hatte, blieb Geheimsache. Viel spricht aber dafür, dass es Worte der Hochachtung und Anerkennung waren, die sich der Kapitän mit zwei Treffern und einer Vorlage beim 4:2 (2:0)-Erfolg der Preußen bei der Kölner Fortuna mehr als verdient hatte. Ein Vertragsangebot, das zumindest steht fest, konnte Metzelder seinem Torjäger auf dem sonnigen Platz im Kölner Süden immer noch nicht unterbreiten. Wie auch, wenn ausgerechnet der Mann, den sich die Preußen ohnehin nicht zu leisten scheinen können, seinen Marktwert auch noch dramatisch erhöht.

„Nichts Neues“, bestätigte Grimaldi im Anschluss den dürftigen Stand der Gespräche. Seine Saison-Treffer zehn und elf brachten den Stürmer zwar ins Gespräch, nicht zwingend jedoch bei seinem eigenen Arbeitgeber. Der wusste auch schon vor diesem Doppelpack, was er an Grimaldi hat – das Interesse ist da, aber die Kasse ist nach wie vor leer. „Das ist das Problem“, gab Grimaldi zu, schränkte aber ein: „Wir reden hier nicht von Millionen, sondern von einem ganz normalen Vertrag.“ Der allerdings dürfte mit jedem Tor eher doch noch etwas teurer werden. „Natürlich gibt es auch andere Interessenten. Aber ich kann mir die Zeit lassen, ich warte ab.“

Zwei Fragen an Marco Antwerpen

Marco Antwerpen war zufrieden mit dem Ausflug nach Köln und dem Auftritt seiner Mannschaft.

Marco Antwerpen, wenn es einen Spieler des Tages gab, wie würden Sie ihn beschreiben ...

Marco Antwerpen: Da gab es keinen, die ganze Mannschaft hat ....

... und wenn ich einen Spieler des Tages ...

Antwerpen: ... ich weiß doch, wohin das führen soll. Also: Das war natürlich eine tolle Vorstellung von Adi. Wir wissen das – und wir sind an diesem Thema natürlich dran. Wir versuchen weiter, ihn an uns zu binden.

Dass Grimaldi bereit ist, bei Chancen blitzschnell zuzuschlagen, bewies er zuvor auf dem Feld – zunächst nach 36 Minuten, als er einen 40-Meter-Traumpass von Tobias Rühle aufnahm , mit Ball den Gegnern enteilte und mit links kompromisslos den Zwischenstand zum 2:0 erzielte. Nach 63 Minuten legte erneut Rühle vor, machte es seinem Kapitän diesmal sogar noch etwas leichter. „Den musste ich nur noch reinschieben“, beschrieb Grimaldi seinen Treffer zum 4:1. Dass er wenige Minuten zuvor auch noch das erste Saisontor von Philipp Hoffmann höchstpersönlich eingeleitet hatte – geschenkt.

An Grimaldis Titel „Mann des Tages“ war ohnehin nicht mehr zu rütteln. Erwähnenswert immerhin noch das erste Saisontor von Lion Schweers zum 1:0 (17.). Das Eigentor von Fabian Menig (47.) und Lars Benders 2:4 (82.) – Chronistenpflicht. Dieser Tag gehörte dem Kapitän – und der gehört noch zu den Preußen. Jetzt ist aber auch neben dem Feld ein schneller Abschluss gefordert. Noch hätten die Preußen gute Karten. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagte Grimaldi. „Inzwischen komme ich auch mit dem Trainer gut klar. Wir mussten uns erst kennenlernen. Aber jetzt passt das sehr gut.“

Allerdings liegt der Ball nicht mehr nur beim Schatzmeister der Adlerträger. Auch die sportliche Perspektive ist für Grimaldi ein wichtiges Entscheidungskriterium – und auch in diesem Punkt hat der SC Preußen möglicherweise nicht genug zu bieten. „Ich bin nach Münster gekommen, um um den Aufstieg mitzuspielen, jetzt ging es zwei Mal gegen den Abstieg.“ Das sind nicht die Ziele, mit denen sich Grimaldi mittelfristig beschäftigen will. „Ich will auch einen Schritt nach vorne machen.“

Menig im Pech

Fabian Menig war eine Halbzeit lang ein stabiler Posten auf der rechten Abwehrseite und zuverlässiger Ballvorträger im Vorwärtsgang, doch dann nahm dieser Spieltag eine tragische Wende für den Preußen-Akteur: Kurz vor dem Wechsel handelte er sich bei einer Schwalbe weit in der Kölner Hälfte seine fünfte Gelbe Karte und damit die Sperre für das kommende Heimspiel gegen Halle ein, ehe er direkt nach Wiederanpfiff unglücklich einen Querpass von Kölns Daniel Keita-Ruel ins eigene Tor abfälschte und sein Team kurz noch einmal in Bedrängnis brachte. Nach 67 Minuten erlöste Antwerpen seinen Unglücksraben: „Er war ein bisschen durch“, so der Trainer, der die Gesamtvorstellung des 24-Jährigen aber nicht an diesen beiden Situationen festmachen wollte. „Das wäre nicht angemessen.“

Damit liegt er hundertprozentig auf einer Linie mit seinem Trainer Marco Antwerpen, der nach dem Gute-Laune-Auftritt seiner Elf hochzufrieden war. „In der Endphase einer Saison ist es schwierig eine gewisse Mentalität auf den Platz zu bekommen. Aber das sah gut aus. Wir waren sehr strukturiert, mit einer guten Zweikampfführung – und wir wollten Fußball spielen.“

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