Fußball: 3.Liga Nichts zu holen für die Preußen in Magdeburg

Magdeburg -

Die Erfolgsserie ist gerissen, sie war immerhin drei Teile lang. Der SC Preußen Münster unterlag beim Tabellenzweiten der 3. Liga, dem 1. FC Magdeburg, mit 1:3. Das Führungstor von Simon Scherder führte zu keinem guten Ende.

Von Alexander Heflik
Flugeinlagen vor dem 3:1: Münsters Torwart Max Schulze Niehues segelt vergeblich dem Ball hinterher, den Christian Beck (liegend) per Seitfallzieher in die Maschen gedroschen hat.
Flugeinlagen vor dem 3:1: Münsters Torwart Max Schulze Niehues segelt vergeblich dem Ball hinterher, den Christian Beck (liegend) per Seitfallzieher in die Maschen gedroschen hat. Foto: Jürgen Peperhowe

Das hatte vor der Pause eine Menge mit gutem Drittliga-Fußball zu tun. Ein Auf und Ab, spielerisch mit einigen Leckerbissen, garniert mit jeder Menge intensiver Zweikämpfe. Da hat man schon ganz andere Auftritte der Adlerträger in dieser Saison ertragen müssen. Doch am Ende, besser gesagt noch vor der Pause, rückte der Tabellenzweite 1. FC Magdeburg die Kräfteverhältnisse zurecht. Der 3:1 (3:1)-Sieg ging für das Team von Trainer Jens Härtel schon in Ordnung. Wucht und Effektivität zogen den Spielern des SC Preußen Münster vor 15 166 Zuschauern letztlich den Nerv. Augenhöhe hin oder her.

Preußen Münsters Fehler "brutal ausgenutzt"

„Ich habe gerade in der Anfangsphase einen forschen Auftritt von uns gesehen“, sagte Trainer Marco Antwerpen nach der ersten Niederlage nach drei Siegen eher milde gestimmt. „Wir sind über unsere eigenen Fehler gestolpert. Und Magdeburg nutzte das brutal aus.“ Als der aufgeräumte SCP durch Simon Scherder das 1:0 nach zehn Minuten markierte und wenig später Philipp Hoffmann das 2:0 auf dem Fuß hatte (11.), spürte man schon eine gewisse Verkrampftheit im Spiel der Hausherren. Die bessere Anlage? Hatte Münster. Die besseren Ideen? Hatte auch Münster. Anfangs zumindest.

Sorgen um Wiebe

Nach einem Zusammenstoß mit Christian Beck musste Danilo Wiebe nach 42 Minuten ausgewechselt werden. Der Mittelfeldspieler ging mit Verdacht auf einen Außenbandriss im rechten Knie vom Feld, Ole Kittner kam dafür ins Spiel, Abwehrchef Simon Scherder rückte in die Wiebe-Rolle. Überhaupt wurden nur wenige Gefangene gemacht, Moritz Heinrich zog sich eine Kapselverletzung am Knöchel zu. Fabian Menig, der die Woche über Achillessehnenprobleme auskuriert hatte, bekam einen Schlag aufs Sprunggelenk.

Magdeburg drehte auf

Nun ist Fußball ein unberechenbares Spiel, und als Lion Schweers die Torvorlage für Tobias Schwede leistete und damit ungewollt dem 1:1 den Weg bereitete, änderte sich einiges, praktisch alles. „Das war der Punch, den wir brauchten“, sagte Härtel später. Für gut 20 Minuten drehte Magdeburg richtig auf. „Wir waren für eine Viertelstunde richtig von der Rolle“, sprach auch Michele Rizzi von dem Schockerlebnis des Ausgleichs. „Am Ende der ersten Halbzeit ging es nur noch darum, nicht höher als mit 1:3 zurückzuliegen zur Pause“, fügte er an. Der Mann, der zuletzt als Einwechselspieler in Bremen mit vier Toren einen 0:2-Rückstand in einen 4:2-Triumph verwandelt hatte.

Zwei Wechsel

Marco Antwerpen setzte in der MDCC-Arena auf ein 4-3-3-Spielsystem. Zwei Positionen wurden dabei geändert im Vergleich zur Startelf von Bremen (4:2). Der vierfache Torschütze Michele Rizzi erhielt selbstverständlich den Zuschlag genauso wie – etwas überraschend – Moritz Heinrich. Damit mussten Kapitän Adriano Grimaldi und Martin Kobylanski zunächst mit Reservistenrollen vorlieb nehmen – die beiden erfolgreichsten SCP-Torschützen. Im Defensivverbund blieb erst mal alles beim Alten, die Viererkette ist aktuell gesetzt. Mit Ole Kittner hat der Coach noch einen verlässlichen Mann in der Hinterhand.

"

Magdeburg hat halt eine andere Klasse als Bremen. Aber insgesamt war das auch kein düsterer Auftritt von uns.

Preußenspieler Michele Rizzi

"

Nur Rizzi und seine Mitstreiter mussten an diesem frostigen Samstag in Magdeburg erkennen, dass die Hausherren eine andere Gewichtsklasse als die Fliegengewichtler aus dem Werder-Nachwuchs waren. Christopher Handke (32.) köpfte nahezu unbedrängt mit einer Bogenlampe zum 2:1 ein. Keine zwei Minuten später funktionierte das Umschaltspiel der Gastgeber über Julius Düker perfekt, und am Ende verdrehte sich Christian Beck bei seinem Seitfallzieher wie ein Schlangenmensch. Rizzi: „Magdeburg hat halt eine andere Klasse als Bremen. Aber insgesamt war das auch kein düsterer Auftritt von uns.“

Mehr Ballbesitz für Preußen nach der Pause

In der Tat, Münster hatte nach der Pause mehr Ballbesitz, eine Riesenchance durch Tobias Rühle (49.) zum 2:3 sowie einen Pfostentreffer von Fabian Menig (90.+1). Die Preußen wehrten sich, doch der Schwung der Startphase kam so nicht wieder. Und Magdeburg hatte in Sachen Aggressivität und Zweikampfhärte zugelegt, dem SCP den Schneid abgeluchst. Schiedsrichter Tim Skorczyk war zumindest auf einem Auge lange fast blind, er pfiff die meisten umstrittenen Szenen gegen Münster. „Alle 50:50-Entscheidungen gingen in eine Richtung, und die war nicht unsere. Das ging nicht spurlos an meinen Spielern vorbei“, befand Antwerpen. Es sei gesagt, dass der Referee auch Magdeburg einen möglichen Elfmeter versagte (Scherder an Beck/24.), doch er war der schwächste Mann auf dem Feld.

Am Freitag gegen Hansa Rostock mit Dotchev als Trainer

Und nun? Die Preußen treffen am Freitag auf das gut gelaunte Hansa Rostock mit dem Ex-Preußen Pavel Dotchev am Regiepult. Münsters neuer Übungsleiter Antwerpen will die positiven Aspekte wie Kampfgeist, Zusammenhalt und spielerische Akzente konservieren. Den Hebel gilt es weiterhin in der Defensive anzusetzen. „Zwei, zwei, drei – das ist zu viel“, sagte der 46-Jährige. Gemeint war die Anzahl der Gegentore in den Auswärtsspielen in Meppen, Bremen und Magdeburg. Erst mal spielt der SCP am Freitag aber wieder daheim.

Eine Frage an Simon Scherder

War das in Magdeburg ein überhartes Spiel – und welche Rolle spielte der Schiedsrichter?

Scherder: Das war so, wie das normalerweise in der 3. Liga ist. Wir hatten unsere Chancen, aber grundsätzlich fehlte uns die Durchschlagskraft. Was den Schiedsrichter betrifft, so hat er die meisten 50:50-Entscheidungen gegen uns gepfiffen.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5509780?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F