Reiten: K+K-Cup Klaus Holle ist kein Fallensteller – und Clemens Brüggemann über 40 Jahre dabei

Münster -

Im Fokus stehen beim K+K-Cup natürlich die Reiter und die Pferde. Die Zuschauer bejubeln sie von den Rängen. Doch auch hinter den Kulissen gibt es viele, die Applaus verdient haben. Zum Beispiel Parcourschef Klaus Holle oder Turnierleiter Clemens Brüggemann. Zwei kleine Porträts.

Von Michael Schulte
Packt mit an: Auch der Parcourschef Klaus Holle greift ein, wenn es nötig ist.
Packt mit an: Auch der Parcourschef Klaus Holle greift ein, wenn es nötig ist.

„Fallensteller“ hört er nicht gerne, wenn er auf seinen Job als Parcoursbauer angesprochen wird. Klaus Holle sieht sich vielmehr als „Aufgabensteller“ und begründet das: „Aufgaben können gelöst werden, in der Falle ist man gefangen.“ Dass sich ein Parcours aber innerhalb eines Turniers verändert und zum Finaltag hin anspruchsvoller wird, das sei völlig normal.

Seit den 80er Jahren stellt Holle den Reitern Hindernisse in den Weg. Zuerst als Assistent, dann als zweiter Mann, inzwischen voll in der Verantwortung. In Münster gibt er in dieser Mission in diesem Jahr sein „richtiges“ Debüt, nachdem er 2016 schon mal kurzfristig den erkrankten Hans Sattler vertreten musste. Mit Joachim Stratmann hat er einen äußerst verlässlichen Fachmann an seiner Seite, was er gerne betont. Er mag die Atmosphäre hier: „Wegen der Halle, der Zuschauer, der Reiter, der Veranstalter.“ Er weiß, dass er allen gerecht werden muss und hat damit keine Probleme. Denn das alles ist für ihn kein Neuland. Im Gegenteil, denn Holle ist Reisender in Sachen Parcoursbau.

In Sydney bei Olympia, in Leipzig beim Weltcup-Finale, in Aachen bei der EM und der WM, in Jerez bei den Weltreiterspielen – überall war er bereits am Werk. „Und jetzt eben Münster, ist doch schön.“

Der 60-Jährige ist verheiratet, Vater von zwei Söhnen und wohnt in Stemwede, Kreis Minden-Lübbecke. Geritten ist er immer schon, ansonsten hätte er auch nie Parcoursbauer werden können. Denn das Silberne Reiterabzeichen und Erfolge im Springsattel bei L-Prüfungen sind die Voraussetzung für die Grundprüfung. Und wer höher hinaus will, sollte auch in M-Prüfungen geglänzt haben.

Wer meint, ein Mann wie Holle müsse nur Hindernisse hinstellen, der irrt. „Wir müssen uns nach dem Zeitplan richten, die Sponsoren bedenken, den Zuschauern etwas bieten und dem Fernsehen gerecht werden.“ Und letztlich auch den Sportlern gefallen, logisch.

Das Turnier in Münster stellt für ihn schon eine Herausforderung dar: „Wir haben eine nicht zu große Reitfläche und ein sehr geschlossenes Starterfeld. Beides macht uns die Arbeit nicht leichter.“ Aber eben das macht ihm richtig Spaß.

Seit 1976 dabei

Stammgäste kennen ihn – garantiert seit 1976. Denn in dem Jahr startete Clemens Brüggemann seine einmalige Karriere als Turnierleiter. Damals musste er nicht nur schauen, dass das Turnier lief. Sondern er musste sich auch um Sponsoren kümmern, den technischen Aufbau planen und leiten, den Zeitplan zusammenstellen und die Bodenpflege garantieren. „Und wir hatten nicht mal einen Trecker da.“

Es war ohnehin so manches anders. Man hatte nur eine Halle, und die war für die Springreiter. Dressur fand anfangs in der Westfälischen Reit- und Fahrschule an der Steinfurter Straße statt, später in Handorf. Inzwischen ist alles vereint, für Brüggemann „optimal“.

Sein Arbeitstag beim K+K-Cup beginnt um 6 Uhr und endet mit dem Ausritt des letzten Starters. Natürlich ehrenamtlich. Weil er eben immer vor Ort sein muss. „Du musst sehen, wo was gebraucht wird.“ Er ist der Ansprechpartner für den Fall der Fälle, muss mal den Streitschlichter zwischen Reiter und Richter geben, sich auch mal um Probleme an der Meldestelle kümmern. Er steht ständig parat, auch wenn er ganz gerne nicht gefragt wird.

Brüggemann wohnt in Warendorf, ist 68 Jahre jung, Junggeselle und seit 15 Jahren mit Annette Haversiek ­liiert, der Vorsitzenden des Kreisreiterverbandes Warendorf. Sie hat eben Verständnis für den Rentner, der nebenbei noch Vereinsvorsitzender in Milte ist, Reiter ausbildet, unterrichtet und in Prüfungen richtet.

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