Fußball: 3. Liga So läuft der Preußen-Sonntag – und so ginge es nach der Ausgliederung weiter

münster -

Am Sonntag wird es ernst. Ab 11 Uhr stimmen die Mitglieder des SC Preußen über die Ausgliederung der Profi-Sparte ab. Zuvor gibt es eine Diskussion. Ehe es zur Sache geht, erklären wir Ihnen die Abläufe der Versammlung und lassen Aufsichtsratschef Frank Westermann die geplanten nächsten Schritte erläutern.

Von Thomas Rellmann
Hoffen auf ein positives Votum: Frank Westermann, Christoph Strässer und Siggi Höing (v.l.) aus der Preußen-Führungsriege.
Hoffen auf ein positives Votum: Frank Westermann, Christoph Strässer und Siggi Höing (v.l.) aus der Preußen-Führungsriege. Foto: Jürgen Peperhowe

Mit einer dreistündigen Veranstaltung ist am Sonntag schon zu rechnen, wenn die Mitglieder des SC Preußen über eine Ausgliederung der Profi-Abteilung in der Mensa am Ring abstimmen. Vielleicht dauert es sogar noch ein bisschen länger. Denn ehe die Anwesenden ihr Votum zur Satzungsänderung (erforderlich ist eine Zweidrittel-Mehrheit) und bei grünem Licht dann zur Gründung der Kapitalgesellschaft (hier braucht es 75 Prozent Zustimmung) abgeben, ist noch eine Diskussionsrunde vorgeschaltet. Das kann schnell gehen, weil vieles auf der Info-Veranstaltung und der Jahreshauptversammlung in den vergangenen Wochen bereits geklärt wurde, aber auch ausufern.

Vorab werden die Daten der Mitglieder penibel kontrolliert, der Personalausweis ist zwingend mitzubringen. Eine Übertragung des Stimmrechts ist nicht möglich. Nur wer mindestens 18 Jahre alt ist und mindestens seit einem Jahr dem SCP angehört, darf teilnehmen. So sind etwa Neuzugänge des vergangenen Sommers aus dem Profi-Kader wie Fabian Menig außen vor – genau wie Sportdirektor Malte Metzelder, der erst im April vom FC Ingolstadt zurück nach Münster kam, oder Martin Kobylanski, der erst Ende Januar 2017 seinen Vertrag unterschrieb. Ansonsten soll jedoch die Mannschaft und auch der Mitarbeiterstab der Geschäftsstelle votieren.

Abholdienst für ältere Mitglieder

Auch ein Sicherheitsdienst ist im Einsatz. Zwar rechnen die Verantwortlichen nicht mit Zwischenfällen wie bei der vergleichbaren Versammlung des VfL Bochum im Herbst, doch es wird darauf hingewiesen, dass Glasflaschen und Pyrotechnik nicht mitgenommen werden dürfen. Video- und Ton-Mitschnitte mit dem Handy sind verboten. Die Türen öffnen um 10 Uhr, Beginn ist um 11 Uhr. Sieben Schalter, sortiert nach Alphabet, regeln den Einlass. Ein Team des Studentenwerks verkauft Getränke und Snacks, Alkohol wird nicht ausgeschenkt.

Für ältere Mitglieder, die nicht mehr auf eigene Faust anreisen können, bietet der Verein gegebenenfalls einen Abholdienst an. Allerdings werden nur Fahrten innerhalb des Stadtgebiets ermöglicht. Wie hoch die Beteiligung sein wird, lässt sich nicht genau beziffern. Die Bestuhlung dürfte etwa für 700 Menschen ausreichen.

Nachweis von 500. 000 Euro als Liquiditätsreserve

Preußen-Aufsichtsratschef Frank Westermann betont, dass für den Fall eines positiven Votums am Sonntag alles Nötige in die Wege geleitet ist. Bis Ende Februar müssten alle Verträge und die Satzung notariell abgeschlossen sein. Die Signale des Finanzamts hierfür seien positiv. Im ersten Schritt würden alle Verbindlichkeiten des e.V. in die Kapitalgesellschaft überführt, das negative Eigenkapital würde so umgestaltet. In einer „hoch diffizilen Bewertung“, so Westermann, seien die „stillen Reserven“ des Clubs (etwa Marke und Profi-Mannschaft) dazu gehoben worden. Der Verein wäre zunächst einziger Kommanditist. Für die GmbH würden zwei Geschäftsführer (Sport, Finanzen) bestellt, die aus den jetzigen Reihen kämen. Westermann: „Wir haben ein rundes Konstrukt erschaffen, in dem gewählte Mitglieder des e.V. immer die Mehrheit behielten.“ Das gelte auch für den zu gründenden Beirat in der GmbH. Das Modell sei „sehr vereinsfreundlich“.

Parallel soll mit potenziellen Partnern (am liebsten aus der Region) eine Beteiligung erörtert und eine Kapitalerhöhung forciert werden. „Wir wollen uns da sehr breit aufstellen“, so der Jurist. „Es gab bereits mit vielen Kandidaten sehr gute Gespräche.“ Westermann stellt zugleich die komplizierte aktuelle Lage heraus: „Wir müssen dem DFB bis zum 23. Januar 500. 000 Euro als Liquiditätsreserve nachweisen. Sonst drohen Strafgelder und Punktabzug. Und die Lizenz für die neue Saison bedarf erheblicher Anstrengung.“

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