American Football: 4. Liga Blackhawks oder Mammuts?

Münster -

Der Countdown läuft: In wenigen Stunden wird auf der Sentruper Höhe geklärt, wer in Münsters kleiner, aber feiner Football-Szene das Sagen hat. Blackhawks oder Mammuts. Vor dem Start sprachen sich die beiden Trainer aus.

Kräftemessen: Mammuts-Trainer Sascha Krotil (l.) und Blackhawks-Coach Dennis Eßmann lassen die Muskeln spielen.
Kräftemessen: Mammuts-Trainer Sascha Krotil (l.) und Blackhawks-Coach Dennis Eßmann lassen die Muskeln spielen. Foto: Peter Leßmann

Wenn Sascha Krotil (36) und Dennis Eßmann (23) nach ihrer größten Leidenschaft gefragt werden, dann antworten sie: „American Football“ – und dann kommt nichts mehr. Denn dieser ur-amerikanische Sport lässt den beiden Münsteranern wenig Raum für andere Hobbys. Krotil trainiert seit fast einem Jahrzehnt die Münster Mammuts, Eßmann ist neuer Head-Coach bei den Münster Blackhawks. An diesem Samstag spielen beide Teams erstmals in ihrer Geschichte um Punkte gegeneinander. Auf der Sentruper Höhe (15 Uhr) werden mehr als 1000 Zuschauer erwartet. Über dieses Spiel, ihre Teams und die Faszination Football trafen sich beide Coaches zu einem Vorab-Huddle mit Redakteur Ansgar Griebel.

Was fasziniert euch am American Football?

Dennis Eßmann: Auf dem Footballplatz erlebe ich ein Zusammengehörigkeitsgefühl, von dem man bei anderen Sportarten nur träumen kann. Wenn du weißt, dass da so ein 110-Kilo-Mann ne­ben dir steht, der dich einmal nur in der Arm nimmt, bevor das Play losgeht, und nur sagt, dir passiert heute nichts, dich fasst keiner an, dann verspürst du eine tolle Art von Sicherheit. ­Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl zieht sich durch alle Lebensschichten. Wenn einer von uns sagt, ich ziehe um, dann stehen 15 Mann aus der Mannschaft vor der Tür, die dir helfen. Die ­meckern nicht – die sehen das als Ausdauertraining.

Sascha Krotil: Kein Sport bietet so viel wie Football. Mannschaftsgeist ist das eine, aber mich fasziniert vor allem die Vielfältigkeit, Es gibt keinen anderen Sport, wo so dein ganzer Körper gefordert ist, von der Nackenmuskulatur bis zur letzten Fußspitze. Es muss aber genauso viel Köpfchen dabei sein, das ist hoch­strategisch. Ich glaube, diese Komplexität gibt es in keiner anderen Sportart.

Die Mammuts haben den American Football nach Münster gebracht, über Umwege und nicht ohne Dissonanzen sind daraus 2013 die Blackhawks entstanden. Wie ist das Verhältnis zwischen beiden Clubs?

Eßmann: Wenn zwei Vereine auf so engem Raum in einer Stadt spielen, dann bleibt es nicht aus, dass es ein bisschen Konkurrenz gibt und die eine oder andere Stichelei. Aber wir alle spielen Football, eine Randsportart in Deutschland. Wir ergänzen uns und wir klauen uns nicht die Zuschauer. Ich denke, dass beide auf ihre Art daran arbeiten, den Football hier bekannter zu machen. Unter dem Strich arbeiten wir viel mehr zusammen als gegeneinander.

Krotil: Die Berührungspunkte sind an so vielen Stellen gegeben, dass es da keine Feindschaft geben kann. Konkurrenz ja – aber immer im gesunden Bereich. So viele Spieler haben schon in beiden Teams und also auch gemeinsam gespielt. Von Feindschaft kann man da auf keinen Fall reden. ­Dafür ist die Szene zu klein.

Münster Mammuts

Quarterbacks: Sören Baumeister, Matthias Lohoff, Jonathan Ryll

Wide Receiver: Kamil Ma­thias Benning, Nick Gottesleben, Lukas Heidrich, Kevin Krafzik, Carl Jonathan Kuban, Benjamin Kusche, Marcell Legler, Dorian Limke, Tobias Pöppelmann, Nick Raedel, Niklas Siewert, Jonas Spitzer, Yannik Steinberg, Lennart Vogt, Patrick Wahlmeyer

Running Backs: Joel Aziengba, Dennis Behlert, Tobias David, Mazino Ejeta, Robert Fendius, Matthias Gerdwilker, Adrian Muschkowski, Fabian Sorgen

Offense Line: Feisal Barhoum, Thorsten Frank, Leon Jevric, Markus Kaup, Rene Lafin, Marius Linhoff, Jérôme Loucatos, Lucas Martins Wiethüchter, ­Christian Münzel, Andre Papenbrock, René Räckers, ­ An­dreas Rüttjes, Peer van Wanrooy, Matthias Warnberg, Thomas Weiße, ­Marius Wortmann

Defense Line: Tammo Braun, Yannick Evers, Sebastian Köhne, Rico Neufend, Jonas Poguntke, Marvin Riemer, Dennis Sträter, Fabian Struck, Sebastian Wolf

Linebacker: Abebe-Leonard Auf der Springe, David Baumeister, Jürgen Haindl, Sebastian Ludwig, Tom Lucas, Casper Nowakoswki, Jan-Hendrik Pupkes, Johann Reckert, Michael Schaffran, Jens Ürkvitz

Defensive Backs: Florian Bruckert, Jonas Cramer, ­Tizian Elfering, Ben Gallmeister, Dominik Horstmann, Malte Meiers, Tim Pier, Till Rasch, Dogan Reuter, Sebastian Röhl, Anton Samson, Philipp Schoster, Vinzenz Skorupa, Marius Wagner

Münster Blackhawks

Quarterbacks: Alexander Fuchs, Julien Gerber, Nils Korella, Lucas Wasiak

Wide Receiver: Christoph Albers, Jakob Frisch, Alessandro Griebler, Nils Henning, Benjamin Karic, Lukas Lenz, Philipp Lenz, Julien McLeod, Alexander Naretz, Leo Prange, Marius Strunk, Ann-Phong Tran, Tony Tu, Florian Wirsen, Marvin Worth

Running Backs: Heinrich Bär, David Bohne, Sören Born, Alexander Dalhoff, Tom Dulisch, Till Hönicke, Mark Anthony Kröger, Philipp Molitor, Chris Prinz, Marian Winter

Offense Line: Christoph Börsting, Denis Goldkuhle, Marvin Helmig, Clemens Hesselink, Sharif Lamaa, Jonas Mischendahl, Richard Nottberg, Daniel Paries, Sascha Parpart, Sebastian Pfalzgraf, Sebastian Reiners, An­dreas Sentis, Vincenzo Squillace

Defense Line: Leszek Frankowski, Jamal Geringhoff, Jannik Heidtmann, Sven Langkowski, Sören Marquardt, Justin Neufeld, Maik Oertker, Marc Scherbinski, Jonas Surjasettana, Daniel Thimm

Linebacker: Noah Dalili, Payman Dalili, Jens Lohse, Sebastian Meyer, Long ­Otte, Marc Pel, Tim Riekenberg, Max Schmidt

Defensive Backs: Felix Beckhoff, Jerome Eßmann, Sebastian Fahrinsland, ­Michi Fitzon, Roman Guilleaume, Amir Marouf, Rami Marouf, Igor Millbaier, Luther Oguama, Humann Pour-Heidari, Tim Ridder, Jan Schaumann, Kaiyan Schunck, Meikel Theiß, Carlton Wolke

Beide Teams sind längst fest im münsterischen Sport verankert. Die Blackhawks zum Beispiel haben eine eigene Tribüne bei den Heimspielen der WWU Baskets . . .

Eßmann: Wir haben auch den gleichen Sponsor wie die Baskets. Und auch mit den USC-Volleyballerinnen gab es im vergangenen Jahr Kooperationen.

Krotil: Wir sind da etwas amerikanischer unterwegs: Wir haben beste Kontakte zu den Cardinals (Baseball) und den Mohawks (Lacrosse).

Und wer geht am Samstag als Münsters Nummer eins vom Feld?

Krotil: Für mich ist es ein komplett offenes Spiel. Ich habe von den Hawks in den letzten zwei Jahren nichts gesehen. Damit sind sie für mich die große Unbekannte in der Liga. Wir können das Spiel so gut wie gar nicht einschätzen. Natürlich hätte ich gerne eine Tendenz, aber ganz ehrlich: Die habe ich nicht. Wir kennen natürlich einige Spieler, die früher bei uns gespielt haben. Aber die haben sich auch weiter­entwickelt. Unter dem Strich kann ich nur sagen: Ich weiß nicht, wie das ausgeht.

Eßmann: Wir sind neu in dieser Liga. Wir müssen erst uns selber beweisen, dass wir mithalten können, dann müssen wir es den anderen Teams beweisen – und dann erst können wir Ziele for­mulieren. Wir haben in den letzten zwei Jahren nicht ­gerade gegen die schwersten Gegner gespielt. Das wird jetzt ganz anders, erstmals in der Blackhawks-History wird es für uns eine echte ­Challenge. Deswegen schiebe ich uns erst mal die Rolle des Underdogs zu. Ich hoffe in erster Linie, dass es ein gutes Football-Spiel wird, ein gutes Event, das Münster in Erinnerung behält. Am Ende, klar, steht ein Ergebnis an der Tafel – aber das ist nicht alles. Wenn alle gut ­zufrieden sind, bin ich auch zufrieden.

Krotil: Ihr werdet in In­sider-Kreisen aber schon als Geheimtipp gehandelt. Viele Beobachter sind sehr gespannt auf dieses erste Spiel. Das mit dem Underdog ist also so eine Sache . . .

Eßmann: . . . (lächelt und schweigt)

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